Millionendeals in Monterey

Millionendeals in Monterey. © spothits/Auto-Medienportal.Net/Patrick Emzen
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Millionendeals in Monterey

Als das Spektakel vor 65 Jahren begann, war der Pebble Beach Concours d’Elegance in Monterey noch eine kleine Tagesveranstaltung. Oldtimerfans zeigten damals ihre Schätze auf dem landschaftlich grandiosen 17-Mile-Drive an der Pazifikküste südlich von San Francisco und versammelten sich anschließend am 18. Loch des örtlichen Golfplatzes zum Fachsimpeln.

Millionendeals in Monterey. © spothits/Auto-Medienportal.Net/Patrick Emzen
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Sehen und Gesehen werden

Heute wie damals ist Sehen und Gesehen werden dort immer noch die Hauptsache. Doch das Ereignis zieht sich inzwischen über fast eine Woche hin und ist bis zum Rand gefüllt mit Rundfahrten, Ausstellungen, Partys und nicht zuletzt Auktionen besonders wertvoller Karossen, bei denen die Dollarmillionen mehr als locker sitzen.

Die wichtigsten Versteigerungen, so addierte das Fachblatt „Auto, Motor und Sport“, erzielten Mitte August knapp 400 Millionen Dollar (355,35 Millionen Euro). Schon die zehn teuersten Exemplare brachten es zusammen auf 126,2 Millionen Dollar (112,1 Millionen Euro). Insgesamt kamen schätzungsweise Autos für rund eine halbe Milliarde Dollar unter den Hammer.

Dazu im Vergleich waren die 1,8 Millionen Dollar (1,63 Millionen Euro), die sich ein Sammler einen zehn Jahre alten Bugatti Veyron kosten ließ, für den Verkäufer kein besonders guter Deal. Immerhin hatte einst der Erstbesitzer an der amerikanischen Ostküste für das über 400 km/h schnelle Auto umgerechnet bereits rund 1,7 Millionen Dollar hinblättern müssen. Später wechselte der Wagen nach Beverly Hills, brachte es aber insgesamt nur auf 764 Meilen auf dem Tacho. Ausweislich seiner Papiere und einer eigens angefertigten Werksplakette war er das allererste Exemplar seiner Baureihe. Bei dem Anbieter handelte es sich jedoch zum Glück um keinen Armen. Der Veyron war Teil des so genannten Pinnacle Portfolios, einer kleinen, aber feinen Sammlung europäischer Sport- und Rennwagen aus Privatbesitz, von der in Monterey bei Sotheby’s 24 Stück unter den Hammer kamen. Ein weiterer Veyron, eins von 300 produzierten Model Super Sport Coupés aus der gleichen Kollektion, ging für 2,31 Millionen Dollar ( 2,1 Millionen Euro) weg.

75,4 Millionen Dollar für die Handvoll Superautos

Insgesamt gaben Sammler für die Handvoll Superautos 75,4 Millionen Dollar (66,2 Millionen Euro) aus. Spitzenreiter mit 17, 6 Millionen Dollar (15,6 Millionen Euro) wurde ein Ferrari 250 LM, der 20 Jahre lang unfallfrei bei zahlreichen Autorennen in aller Welt dabei war. Auf dem zweiten Platz der Geldrangliste von Sotheby’s landete ein McLaren F1 für 13,75 Millionen (12,1 Millionen Euro). Sogar das Auto eines mittlerweile leibhaftigen Heiligen kam aus der Pinnacle-Sammlung für 6,05 Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) unter den Hammer: Diesen Ferrari Enzo von 2005 (Sechs-Liter-Zwölfzylinder, 485 kW / 660 PS, 355 km/h) hatte damals Ferrari-Boss Luca Cordero di Montezemolo Papst Johannes Paul II geschenkt, der den Wagen zugunsten der Tsunami-Opfer in Südost-Asien versteigern ließ. Den Scheck für den guten Zweck musste sein Nachfolger Benedikt XVI in Empfang nehmen, der Vogänger hatte inzwischen das Zeitliche gesegnet.

Während die Auktionatoren von Sotheby’s Millionen einsammelten, blieben ein paar Häuser weiter ihre Kollegen von Mecum nicht untätig, schafften aber nur einstellige Millionenbeträge. Ihr Bester wurde ein 1969er Lamborghini Miura P400 S für 2,3 Millionen Dollar (2 Millionen Euro) dicht gefolgt von einem fast gleich teuren1970er Plymouth Cabriolet. Auf dem dritten Platz mit knapp zwei Millionen Dollar landete ein ganz besonderer Porsche 930 Turbo Carrera aus dem Jahr 1976. Ihn hatte einst als letztes seiner vielen Autos Hollywood-Star Steve McQueen in Zuffenhausen bestellt und mit einigen Besonderheiten ausstatten lassen, wie zum Beispiel eigens angefertigten Sitzen und größeren Rädern. Individuelles Zubehör wurde ein kleiner Kippschalter, mit dem die Heck- und Nummernschildbeleuchtung ausgeschaltet werden konnte, wenn der rennbegeisterte Schauspieler nächtens die Polizei auf dem Mullholland Drive in Los Angeles im Dunkeln lassen wollte.

Als Dritter im Bunde der namhaften Versteigerungs-Profis kam das Unternehmen Gooding & Company der Konkurrenz von Sotheby’s äußerst nahe und erzielte mehr als 128 Millionen Dollar – fast dreimal soviel wie Konkurrent Bonhams innerhalb von sechseinhalb Stunden für seine 108 versteigerten Autos bekam. Darunter waren vier Ferrari an der Spitze der Höchstgebotliste. Neben einem 250 GT (8,5 Millionen Dollar / 7,5 Millionen Euro) kostete ein 365 GTS/4 Daytona Spider von 1971 2,64 Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro), ein 288 GTO von 1985 2,4 Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) und ein Ferrari 212 Inter Cabriolet von 1951 2,2 Millionen Dollar (1,9 Millionen Euro).

Die Bonhams-Millionen schnitten allerdings gegenüber denen bei Gooding & Company eher als Peanuts ab. Dort kostete der Ferrari 250 GT 16,8 Millionen Dollar, ein anderer des gleichen Typs 16,5 Millionen Dollar, und auch aus Deutschland schaffte ein Sportwagen den Sprung über die Zehn-Millionen-Grenze: ein Porsche 956 Coupe von 1982. Gooding-Präsident jubelte: „Das war der erfolgreichste Tag in der Geschichte unseres Unternehmens.“ Sein Kollege Dave Magers von Mecum stellte, als sich 200 geladene Gäste mit ihren Schmuckstücken von Ferrari, Bugatti, Hispano-Suiza, Mercedes oder Porsche auf dem Golfplatz zum Schaulaufen versammelten, fest: „Pebble Beach ist die Olympiade der Autoshows.“
Von den Concours-Teilnehmern war keiner verkäuflich. Und besonders freigebig waren deren Besitzer auch nicht. Bei den in den USA bei solchen Ereignissen üblichen Spenden für gute Zwecke kamen gerade einmal 1,8 Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro) zusammen. Ein Klacks gegenüber der umgesetzten halben Milliarde bei den Versteigerungen.

Gewinner vor 25 000 Zuschauern wurde der Millionär Jim Patterson mit einem Isotta Franchini Tipo 8A aus dem Jahr 1924, für den der Sieg bereits der zweite war. Vor fünf Jahren hatte er mit einem 1933er Delage D8S De Villars Roadster aus seiner Sammlung schon einmal gewonnen. Und auch ein berühmter Europäer sahnte einen Preis ab. Ion Tiriac, Wohnsitz Monaco und einst Manager von Boris Becker, bekam – begleitet von der ehemaligen rumänischen Olympia-Ikone Nadia Comaneci – in der Kategorie „Bester Nachkriegs-Rolls-Royce“ den ersten Preis für seinen Phantom IV Hooper Sedanca de Ville.

sph/ampnet/hrr

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