Ratgeber: Leinen los

Ratgeber: Leinen los. © spothits/Auto-Medienportal.Net/ADAC
Ratgeber: Leinen los. © spothits/Auto-Medienportal.Net/ADAC

Ratgeber: Leinen los

In Deutschland ist das Fahren mit dem Sportboot auf fast allen Revieren ohne Führerschein erlaubt. Für den Betrieb von motorbetriebenen Booten muss der Schiffsführer erst ab einer Leistung von mehr als 15 PS einen Bootsführerschein besitzen (außer auf dem Rhein und dem Bodensee). Wer erstmals ein Boot mietet, sollte einige Dinge beachten.

Ratgeber: Leinen los. © spothits/Auto-Medienportal.Net/ADAC
Ratgeber: Leinen los. © spothits/Auto-Medienportal.Net/ADAC

Was vor Beginn einer Schifffahrt zu beachten ist

Die Crew sollte vor Beginn der Fahrt den Schiffsführer festlegen und auch die jeweiligen Notrollen durchsprechen, empfiehlt der ADAC. Außerdem sollte sie den zu erwartenden Herausforderungen gewachsen sein und über die Besonderheiten des Reviers und die Wetteraussichten Bescheid wissen.

Das gemietete Schiff muss sicher sein. Dabei ist das Alter weniger wichtig als der Pflegezustand. Seriöse Flottenbetreiber zeichnen sich durch eine umfassende Einweisung und Übergabe aus. Alle behördlichen Vorgaben müssen erfüllt sein, etwa die Wartung für Rettungswesten und Seenotsignalmittel.

Vor dem Törn sollte das Schiff auf Schäden untersucht und etwaige Mängel im Übernahmeprotokoll dokumentiert werden. Meist muss ein Schiff zum Startpunkt des Törns zurückgebracht werden. One-Way-Anmietungen sind eher die Ausnahme.

Der Schiffsführer sollte sich neben der obligatorischen Versicherung der Charteryacht mit einer Skipperhaftpflicht-Versicherung absichern, weil die normale Haftpflichtversicherung meist nicht greift, rät der ADAC. Eine Kautionsversicherung kann die Crew im Schadenfall vor dem Einbehalt der beim Flottenbetreiber hinterlegten Sicherungsleistung bewahren.

Im Notfall kann mit einem Sprechfunkgerät etwa über den UKW-Kanal 16 und 70 (DSC) ein „Mayday“ abgesetzt werden. An den deutschen Küsten ist die Seenotleitung auch über +49 421 53 687-0 und aus den Mobilfunknetzen unter der Nummer 124 124 erreichbar. Aber das Mobiltelefon ist lediglich ein notdürftiger Ersatz für das Funkgerät.

Charterscheinreviere, also Gewässer, auf denen ohne Führerschein mit der Charterbescheinigung in Deutschland gefahren werden darf, können Newcomer bedenkenlos mit dem Hausboot befahren. Hierfür genügt die mindestens dreistündige verpflichtende Einweisung des Charterunternehmens. Außerhalb Deutschlands, z.B. in den Niederlanden, Italien, Großbritannien und Frankreich können Hausboote meist ebenfalls ohne Sportbootführerschein gemietet werden.

Zur Ausrüstung sollten Sonnencreme, Kopfbedeckung, Ölzeug sowie Handschuhe für den sicheren Griff am Tau gehören. Rutschfestes Schuhwerk und das nötigste Handwerkszeug (z.B. ein Multifunktionswerkzeug) erleichtern die Arbeiten an Bord. Die auf jedes Crewmitglied persönlich eingestellte Rettungsweste sollte immer griffbereit sein. Noch ein Tipp: Gegen die Seekrankheit können neben Medikamenten manchmal schon der Gang an Deck oder das Fixieren des Horizonts helfen.

sph/ampnet/nic

Weitere Meldungen