Fahrbericht Volvo V90 T5: Platz für die schönen Dinge des Lebens

Volvo V90. Foto: spothits/ampnet/Bernhard Limberger
Volvo V90. Foto: spothits/ampnet/Bernhard Limberger

Gut, dass der Laderaum dieses Kombis maximal 1526 Liter aufnehmen kann. Das könnte gerade reichen für die vielen Vorschusslorbern, Designpreise, positiven Kritiken und wohlwollenden Testberichte, die der große Volvo-Kombi – auch bei uns – schon für sein Design einheimsen konnte. Wer vor dem Volvo V90 erstmals begegnet, der hat keinen Zweifel, dass es sich hier nur um einen Kombi mit Premium-Anspruch handelt. Aber öffnet Schönheit allein dem Volvo V90 T5 schon das Tor in die Welt der Premiummobile?

Auch bei näherer Betrachtung finden sich genügend Details, die diesen Eindruck stärken. Aber ganz ehrlich – eigentlich sind es die Designer, die für den Betrachter die Tür ins Reich der Premiummobile aufstoßen. Wer so gut aussieht, dem verzeiht man kleinere Schwächen gern. Das ist eine Binsenweisheit unter Menschen. Aber reicht der Sympathievorschuss auch bei einem Auto aus, um zum Beispiel den Verzicht der Schweden auf Sechszylinder zu verschmerzen? Die Verkaufserfolge von Volvo für sein Flaggschiff zeigen, dass die Käufer sich von solchen Diskussionen nicht beeindrucken lassen. Es läuft nicht schlecht bei Volvo: mit 534 332 Fahrzeugen weltweit 6,2 Prozent mehr Absatz in 2016 als in 2015. Und die 90er-Baureihe marschiert – bald auch in einer langen Version, gebaut in China.

Die beiden Zylinder werden also offenbar seltener vermisst, als im Vorfeld vermutet, zumal es an der Leistung der restlichen vier nichts auszusetzen gibt. Unser Volvo T5 schafft aus dem Volvo-Standard-Vierzylinder von 1969 ccm Hubraum 254 PS und 350 Newtonmeter. Das sind Sechszylinder-Leistungen und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und 7,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h auch passende Fahrleistungen. Nur beim Beschleunigen kann auch der V90 nicht verleugnen, dass unter der langen, wohlgeformten Haube sich nur zwei Literchen von einem Turbo aufblasen lassen. Aber was soll’s – beim normalen Beschleunigen dringt sowieso kaum ein Fahrgeräusch ins Innere, nur die Federung lässt bei kurzen Stößen von sich hören, solange die Geschwindigkeit unter 160 km/h bleibt.

Das vermag keineswegs den Eindruck von Souveränität zu stören, der den Menschen im Volvo umgibt, wenn er auf einem der ausgezeichneten Vordersitze Platz genommen hat. Besonders die zweifarbige Inneneinrichtung und die Zierteile in offenporigem Holz haben etwas von einem modernen schwedischen Wohnzimmer. Der senkrecht stehende große Touchscreen in der Mitte über dem Mitteltunnel bringt Technik ins wohnliche Ambiente. Er lässt sich – wie ein Tablet-Computer – über Wischen und Drücken bedienen und steuert Fahrzeugfunktionen ebenso wie das Infotainment. Damit wird er zu einem deutlichen Symbol dafür, dass hinter dem schönen Schein auch trendige Technik steckt.

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