Fahrbericht Kia Optima Plug-in Hybrid: Stromern in der Business-Class

Kia Optima Plug-in Hybrid. Foto: spothits/ampnet/Axel F. Busse
Kia Optima Plug-in Hybrid. Foto: spothits/ampnet/Axel F. Busse

Die Aussicht auf eine staatliche Prämie beim Kauf eines Hybrid-Autos hat die deutschen Kunden bisher nicht elektrisiert. Doch es gibt durchaus Fahrzeuge, die näherer Betrachtung Wert wären – wie etwa der Kia Optima.

Auch in Korea wachsen die Bäume nicht in den Himmel, und so weiß man bei Kia sehr wohl, dass ihr Optima trotz großzügigen Platzangebots und umfangreicher Ausstattung nicht zum Konkurrenten für einen Audi A6 oder 5er-BMW taugt. Doch bei den Marktanteilen von Opel Insignia, Ford Mondeo und anderen einheimischen Mittelklässlern ließe sich wohl der eine oder andere Prozentpunkt wegknabbern, besonders dann, wenn der Kunde mehr das Preis-Leistungsverhältnis und nicht so sehr den Restwert des Autos im Blick hat.

Der Viertürer mit der eleganten, coupéhaften Dachlinie ist ein stattliches Gefährt. Stolze 4,86 Meter lang ist er und im Unterschied zu zahlreichen anderen Limousinen ähnlichen Kalibers zeigt er auch für die Passagiere in der zweiten Reihe üppige Dimensionen. Gegenüber dem Insignia zum Beispiel verfügt der Optima über rund sieben Zentimeter mehr Radstand, was sich in einer großzügig bemessenen Beinfreiheit für die Fondinsassen niederschlägt. Die Platzverhältnisse dort kann man ohne Einschränkung als Business-Class-tauglich bezeichnen.

Bequemes Reisen ist also garantiert, nur dürfen die Urlauber nicht allzu anspruchsvoll bei der Gepäckmitnahme sein: Hinter den Rücksitzlehnen ist die auf eine Kapazität von 9,8 kWh ausgelegte Lithiumionen-Batterie montiert. Ihr Bauraum schränkt das Gepäckfach erheblich ein und verhindert überdies, dass eine Durchlade-Einrichtung genutzt werden kann. Von den 510 Litern Kofferraum, die das konventionell angetriebene Schwestermodell bietet, fehlen hier rund 200 Liter. Der Rest wird noch einmal durch zwei Taschen reduziert. Deren Inhalt – die Ladekabel für verschiedene Anschlüsse – liefert Kia lobenswerter Weise zwar mit, doch wer nicht zu den ganz ordentlichen Zeitgenossen gehört, wird sie à la longue wohl lose im Kofferraum hin- und herchauffieren.

Versöhnungs-Signale kommen aus der Kabine: Sie ist wohnlich eingerichtet, die Sessel sind bequem, die Verarbeitung stimmt, alles sieht gediegen und hochwertig aus. Weder geben die Bedienungselemente Rätsel auf, noch wird mit überflüssigen Spielereien geprotzt, alles ist auf eine seriös hochwertige Anmutung ausgelegt. Lediglich die Ablagen in den Türen könnten etwas größer sein, denn manche Insassen pflegen die Angewohnheit, immer eine große Trinkflasche in Reichweite haben zu müssen

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