Cabrio-Sommer 2017: Die Qual der Wahl zwischen klein und groß

Vom Cinquecento Riva Cabrio zum LandRover Discovery Cabrio

Audio S3 Cabriolet. Foto: spothits/Audi
Audio S3 Cabriolet. Foto: spothits/Audi

Tatsächlich fühlt man sich im Cinquecento Riva wie in einer Rivamare oder einer Riva Iseo des etlichen Generationen alten Yachtbauers vom Iseo-See, ganz in der Nähe des Garda-Sees. Und wie die Riva Yachten oder Runabouts, will auch der Cinquecento die neue Welt erobern. Und wie tut er sich leichter als mit einem Cinquecento Riva Cabrio in Kalifornien, wo San-Diego auf und San Francisco abwärts an fast jedem Yacht-Anleger eine Riva liegt und zumeist mindestens ein Riva Runabout mit Cabriodach…

Kenner wissen um das Gefühl, den dunklen Edelholzboden eines Riva betreten zu dürfen, natürlich nur mit passendem, bodenschonendem Schuhwerk. Und werden sich sofort wohlfühlen in mit poliertem Mahagoni mit Ahorn-Einlagen teilverkleideten Interieur des 500 Riva. Und auch äußerlich zeigt der Riva – wie schon gesagt – seine Exclusivität: In nachtblauer Lackierung mit dunkelblauem Cabriodach mit hell beigem Dachhimmel in der Lederfarbe der Sitze, mit dem Riva-Logo seitlich vor den Türen und auf den Kopfstützen der Frontsitze steht er als vierrädrige Ikone der Kapitäne der schnellen Riva-Yachten am Kai und wartet auf seinen Kapitän. Ahoi, Landratten, mit dem Cinquecento kann man den Seewind um die Nase träumen. Und als Riva Eigner empfindet man den stolzen Preis des 500 Riva Cabrio als eher läppisch: zwischen rund 20.000 Euro für das Basis-Auto und um die 30.000 Euro mit zusätzlicher Ausstattung (nach oben offen) sind nicht mal zehn Prozent einer schnellen Riva fürs Wasser. Und was für eine Lust ist es, mit einem solchen kleinen Cinquecento Unterstatement First Class zu zeigen… Denn selbst bei Regenwetter macht der in unterstatement lackierte Riva eine „bella figura“, ist doch das Faltdach aus einem Stoff, der mit der Farbe der Ledersitze harmoniert!

Audi S3 Cabriolet 2.0 TFSI S tronic

Normal ist es nicht, in ein kleines zweitüriges Cabrio einzusteigen (in dem es jedoch dank bequemer Rückbank ausreichend Platz für vier Frischluftfans hat) und einen Motor anzuwerfen, der sofort lautstark seine Leistungs-Urgewalt zu hören gibt. Denn man sitzt in keinem Lamborghini oder einem LaFerrari, auch nicht in einem leise vor sich hinmurmelnden normalen Audi A3-Cabrio, sondern in dessen stärksten Ausführung, dem S3 Cabrio. Und das trumpft eben gleich beim Start mit seinen 310 Rennpferdchen auf. Dabei steigt die Drehmomentkurve so schnell auf seine Nenndrehzahl, dass das Turboloch nicht zu spüren ist. Besonders unmerklich und fast so schnell wie in der Formel 1 geht das per Wippen am Lenkrad, wenn man den manuell betätigten Schaltmodus des Doppelkupplungsgetriebes mit den Paddles nutzt. Dabei werden die Gänge wie eben bei der Formel 1 oder anderen Supersport-Rennwagen vorgelegt und damit die Gangwechsel geschmeidig und kaum spürbar. Sie können aber auch heftig und deutlich sound-unterstützt sein, schaltet man im oberen Drehzahlrand knapp an der roten Grenze runter. Dann kann der Zweiliter-Motor auch schon mal beim Zwischengas aufbrüllen und das Cabrio mit dem Motor heftig abbremsen. Dafür knallt er beim Hochschalten wie weiland ein 1200er-Käfer, wenn der beim Runterschalten auf den Dritten Fehlzündungen aus den dünnen Auspuffröhrchen rausbläst.

Und wenn man nicht gerade mit motorsportlichen Ambitionen unterwegs ist, fährt sich der offene A3 in der S-Version kommod luxuriös. Sitzheizung vorn, Warmwindschal aus der Kopfstütze gegen Nackensteifigkeit durch Fahrtwind, Windschott gegen Verwirbelungen in der Zweipersonen-Besetzung, so lässt sich’s durch den Sommer gleiten. Und fängt es an, zu tröpfeln, braucht das Cabriodach keine Minute, bis es automatisch geschlossen ist. Dann ist es so gut verschlossen, als fahre man in einer Limousine. Darum nennt Audi dieses Dach auch Akustik-Verdeck, weil es die Außengeräusche aussperrt. Aussperren sollte man in jedem Falle aber Langfinger, auch wenn man nur kurz die Zeitung holen will. Ein verschließbares Handschuhfach schützt die persönlichen Dinge der Insassen wie Geldbörse oder Handy sicher. Dafür ist es bei auch kurzen Urlaubsfahrten ratsam, das Verdeck geschlossen zu halten, wenn man sich vom Auto entfernt, denn das Reisegepäck hat wenig Platz im Kofferraum, wenn der teilweise in der flexiblen Abdeckung vom Verdeck beansprucht wird. Und bei längeren Strecken in den Urlaub ist es auf alle Fälle ratsam, Tankuhr und Distanzen zur nächsten Tankstelle im Auge zu halten, schluckt der S3 doch reichlich bestes Superplus, das vor Jahren nach der Werbung von Agip mit Michael Schumacher bei vielen Dienstwagenfahrern zum Schumacher-Super aufgestiegen war und dank höchster ROZ-Werte inzwischen für fast alle Hochleistungs-Benziner erforderlich ist.

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