Im Test: GWM Wey 03 (2026) — Vorstoß ins Premiumsegment erneut auf Eis gelegt

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Der GWM Wey 03 will als chinesischer Premium-Anwärter Eindruck machen – vor allem mit großem Innenraum und kräftigem Plug-in-Antrieb. In der Praxis fallen aber das Fahrwerk und die Software hinter die Ambitionen zurück, sodass die Frage bleibt: Für wen lohnt sich das Angebot tatsächlich?

Design und Abmessungen

Mit einer Länge von rund 4,67 Metern positioniert sich der Wey 03 in der Klasse von Audi Q5 & Co. Die Proportionen wirken stimmig, die Linienführung vertraut. Auffällig: viele Details erinnern deutlich an etablierte Wettbewerber, besonders vorn. Ob das Nachahmung oder einfache Orientierung an bewährtem Design ist, entscheidet jeder selbst.

Zur Serienausstattung zählen unter anderem 20‑Zoll‑Räder, LED‑Scheinwerfer mit Lichtsensor und eine elektrisch öffnende Heckklappe. Die Lackierung Snow White Metallic ist ohne Aufpreis; Schwarz und Blau kosten jeweils 850 Euro extra.

Innenraum

Der Innenraum ist klar das Hauptargument des Wey 03: großzügige Sitze, viele Komfortfeatures und eine auf Komfort ausgelegte Ergonomie. In der Luxury‑Ausstattung gibt es unter anderem Alcantara‑Bezüge, ein Infinity‑Soundsystem und ein Head‑up‑Display.

Die Verarbeitung hinterlässt gemischte Eindrücke. Bereichsweise sind Materialien gut abgesteppt und wirken hochwertig, an anderen Stellen – etwa die Holzoptik‑Blenden auf der Mittelkonsole – erscheinen die verwendeten Kunststoffe dünn. Bei starker Sonne trat im Test kurzzeitig ein störender Geruch im Innenraum auf, der sich jedoch wieder legte.

Aus ergonomischer Sicht stört die Teillösung der Bedienung: zahlreiche Funktionen laufen über große Touchscreens, physische Tasten für häufige Einstellungen fehlen oft. Der zweite, hoch angeordnete Bildschirm zur Klimasteuerung lenkt beim Fahren zusätzlich ab. Sprachassistent „Charlie“ versteht nur vordefinierte Befehle, Android Auto fiel zeitweise aus und der Bildschirm startete gelegentlich ohne Bild.

Antrieb und Fahrverhalten

Antrieb 1.998 cm³ Turbo‑Benziner + 2 E‑Motoren, Allrad
Systemleistung 325 kW (442 PS), 685 Nm
Batterie (netto) 28,9 kWh, max. Ladeleistung 50 kW
0–100 km/h 5,3 Sekunden
Preis Testwagen 55.900 Euro (Luxury AWD)

Auf dem Papier sind die Werte eindrucksvoll: zwei E‑Motoren plus 2,0‑Liter‑Turbo ergeben zusammen 325 kW Systemleistung und Allradantrieb. Das sorgt für kraftvolle Beschleunigung; der Wagen wiegt leer etwa 2.295 kg und zieht dadurch durchaus satt an.

Im Alltag zeigt sich: Bei geladener Batterie fährt der Wey 03 lautlos und komfortabel durch Stadt und Land. Auf schnellen Autobahnetappen wird der Verbrenner jedoch deutlich präsenter. Das Fahrwerk ist eher weich abgestimmt; es filtert grobe Stöße nur eingeschränkt und wirkt bei Lastwechseln nicht sehr kontrolliert. Hohe Geschwindigkeiten über welligem Streckenprofil (etwa 150–160 km/h) bringen Unruhe ins Fahrzeug, unterstützt von einer zurückhaltenden Lenkung und einem zu laschen Bremsdruckgefühl.

Assistenzsysteme reagieren teils überempfindlich: Der Spurhalteassistent kann auf nasse Stellen überreagieren und das Fahrzeug unerwartet lenken. Zudem verursachen langsame oder ungewohnte Funktionen wie eine verzögerte Auto‑Hold‑Reaktion ruckartiges Anfahren.

Verbrauch, Reichweite und Preis

GWM nennt für den Plug‑in‑Hybrid einen elektrischen Verbrauch von 25,1 kWh und sehr niedrige CO2‑Werte im WLTP‑Mix (15 g/km). Bei entladener Batterie steigt der Verbrauch unter Verbrenner‑Betrieb deutlich an (siehe Tabelle im Original). Die nutzbare Batteriekapazität beträgt 28,9 kWh netto, damit gibt GWM eine elektrische Reichweite von etwa 124 Kilometern an. Schnellladen ist bis 50 kW möglich; 0–80 % sollen im Idealfall rund 38 Minuten dauern.

Im realen Testbetrieb lagen die kombinierten Werte bei rund 4,5 l Kraftstoff und 17,1 kWh pro 100 km. Bei leerer Batterie kletterte der Verbrauch auf bis zu etwa 9 l Super. Wer regelmäßig vollelektrisch unterwegs ist, kann die Praxiswerte verbessern; üblich im Test war bei permanent geladenem Betrieb ein Verbrauch um 29 kWh auf 100 km.

Der Einstiegspreis für den Wey beginnt bei 47.900 Euro (Premium). Die Luxury‑Variante startet bei 51.900 Euro, der getestete Luxury AWD kostet 55.900 Euro. Damit unterbietet GWM etablierte Plug‑in‑Konkurrenten wie Audi Q5 e‑hybrid, BMW X3 oder Volvo XC60 deutlich. GWM gewährt fünf Jahre Fahrzeuggarantie und acht Jahre auf die Batterie.

Stärken und Schwächen des Modells lassen sich so zusammenfassen:

  • Pro: üppiges Raumangebot und komfortable Sitze; kräftiger, wenn geladener, Hybridantrieb; konkurrenzfähiger Preis.
  • Kontra: schwammiges Fahrwerk bei hohem Tempo; unausgereifte Software und Assistenten; hoher Verbrauch bei leerer Batterie.

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