Finanzinvestor übernimmt ContiTech von Continental

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<pDer Verkauf der ContiTech-Sparte an den Finanzinvestor Lone Star Funds bringt neue Unsicherheit für Beschäftigte und Betriebsräte: Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) kündigt Widerstand an, falls der geplante Personalabbau über die bereits angekündigte Größenordnung hinausgeht.

Gewerkschaft warnt vor weiterem Personalabbau

Francesco Grioli, Mitglied des Continental-Aufsichtsrats und Teil des geschäftsführenden Vorstands der IGBCE, machte deutlich, dass die Gewerkschaft zunächst den Dialog mit dem neuen Eigentümer suche. Sollte Lone Star weitergehende Kürzungen anstreben, werde die IGBCE energisch reagieren.

Gewerkschafter diskutieren vor einer Fabrik, Banner nicht lesbar
Gewerkschaften kündigen Widerstand bei weiteren Personalabbauplänen an.

Die Ankündigung signalisiert, dass Betriebsräte und Gewerkschaft die Einhaltung bereits getroffener Absprachen genau beobachten wollen. Konkrete Schritte nannte die IGBCE bislang nicht.

Verkauf: Käufer, Preis und Bedingungen

Continental hat einen Kaufvertrag mit dem Finanzinvestor Lone Star Funds unterzeichnet, nach dem ContiTech mit einem Unternehmenswert von 4 Milliarden Euro bewertet wird. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen; Continental rechnet damit, den Verkauf bis Ende des laufenden Jahres abzuwickeln.

Hände über Vertragsdokumenten in einer Besprechungssituation
Vertrag zwischen Continental und Lone Star über den Verkauf von ContiTech.

Mit dem Verkauf will sich Continental auf sein Kerngeschäft als Reifenhersteller konzentrieren. ContiTech stellt unter anderem Schläuche, Antriebsriemen und Förderbänder her.

Die Sparte beschäftigte zuletzt mehr als 20.000 Menschen weltweit, davon etwa 7.700 in Deutschland.

Abbaupläne, Zusagen und Folgen

Bereits im Mai hatte Continental bekanntgegeben, bei ContiTech weltweit 3.000 Stellen streichen zu wollen, davon rund 1.600 in Deutschland. Damals erklärte die IGBCE, betriebsbedingte Kündigungen bis mindestens Ende 2030 vermeiden zu wollen.

Nach Angaben von Hasan Allak, stellvertretender Vorsitzender des Continental-Aufsichtsrats und Vorsitzender des Konzernbetriebsrats, verpflichtet ein Eckpunktepapier den Käufer zu Investitionen, zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in Deutschland. Lone Star habe zudem zugesagt, Perspektiven für Beschäftigte in Deutschland zu schaffen.

Unabhängig von juristischen und kaufmännischen Details bleibt der entscheidende Streitpunkt, ob der neue Investor an den vereinbarten Personalzielen festhält oder zusätzliche Einschnitte plant. Für Betriebsräte und Gewerkschaften steht viel auf dem Spiel: Es geht um Arbeitsplätze, Ausbildungsangebote und die industrielle Wertschöpfung vor Ort.

Kontext: Continentals Strategiewechsel

Der Verkauf ist Teil einer größeren Umstrukturierung bei Continental. Der Konzern hat bereits zuvor Geschäftsbereiche ausgegliedert, etwa die Autozuliefersparte Aumovio.

Mit dem Abschluss der Transaktion würde ContiTech künftig unter neuer Leitung agieren, während Continental selbst wieder klar als Reifenhersteller positioniert wäre.

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