Puristen sehen im 3.0 CSL eine Sünde

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Ein Coupé im Stil des legendären BMW 3.0 CSL, das unter der Karosserie die Mechanik eines E39 M5 trägt: Dieses Einzelstück verbindet Retro-Optik mit aktueller V8-Technik. Anfang Juni 2026 lief das Fahrzeug bei Bring a Trailer, blieb letztlich aber beim Verkäufer.

Entstehung und Technik

Hinter dem Projekt steht die deutsche Firma MKO, geleitet von Michael Oberhauser. Das Ergebnis nennt sich MKO CS M5 und beruht technisch auf einem E39 M5 als Spenderfahrzeug aus dem Jahr 2001.

Überholter S62 V8-Motor auf Werkbank vor Einbau
Der überholte 4,9‑Liter S62 V8 stammt aus dem E39 M5.

Aus dem E39 stammen Motor, Getriebe, Chassis und zahlreiche weitere Komponenten. Eingebaut wurde der 4,9-Liter-S62‑V8, der vor dem Einbau überholt wurde und mit einer Leistung von rund 432 PS angegeben ist. Die Kraft wird über ein Sechsgang‑Schaltgetriebe an die Hinterräder geleitet; ein Sperrdifferenzial sorgt für Traktion.

Das Fahrwerk erhielt einstellbare KW-Gewindefedern, die Bremsanlage stammt ebenfalls aus dem M5.

Karosserie und Design

Für die Karosserie verbanden die Macher die Oberschale eines E9‑Coupés mit dem M5‑Grundgestell. Dazu wurden die oberen Strukturen des M5 entfernt, der Fahrzeugboden um etwa 20 Zentimeter gekürzt und das Dach des E9 auf das modifizierte M5‑Chassis gesetzt.

Handgefertigte Coupé‑Oberschale mit verbreiterten Kotflügeln in der Werkstatt
Oberschale des E9‑Coupés auf modifiziertem M5‑Chassis mit verbreiterten Kotflügeln.

Um die moderne Technik unter die schmalere Silhouette zu bekommen, mussten die Kotflügel verbreitert werden: vorne um circa 6,4 Zentimeter, hinten um rund 10,2 Zentimeter. Viele Karosserieteile wurden in Handarbeit gefertigt.

Optisch lehnt sich das Auto stark an den 3.0 CSL im „Batmobile“-Look an: große Frontschürze, Heckdeckelspoiler, kleine Leitfinnen und deutlich ausgestellte Radhäuser prägen den Auftritt. Hella‑Zusatzscheinwerfer und 3.0‑CSL‑Schriftzüge ergänzen den Look. Der Wagen ist in einem silbernen Ton lackiert, der an Porsche‑Silber erinnert, und trägt schwarze Seitenstreifen. Aufgezogen sind 19‑Zoll‑Räder im Alpina‑Stil mit Continental SportContact‑7‑Bereifung.

Innenraum und Zustand

Im Innenraum endet die Illusion vom Klassiker: Das Cockpit basiert auf einem adaptierten M5‑Armaturenbrett und bietet moderne Ausstattung.

Zur Serie gehören ein Multifunktionslenkrad, eine Zweizonen‑Klimaautomatik, elektrische Fensterheber und ein Pioneer‑Touchscreen. Die vorderen Sitze stammen von Recaro und sind beheizbar.

Der Tacho weist rund 129.000 Kilometer aus. Laut Verkäufer wurde das Auto seit Abschluss des Umbaus etwa 12.000 Kilometer bewegt.

Auktion und Bewertung

Das Einzelstück wurde Mitte Juni 2026 bei Bring a Trailer zur Versteigerung angeboten. Höchstes abgegebenes Gebot lag bei 122.000 Euro. Das Fahrzeug verblieb jedoch beim Verkäufer und ging nicht in den Besitz des Bieters über.

Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich nicht um einen originalen 3.0 CSL, sondern um ein Unikat mit E9‑Karosserie und E39‑M5‑Technik. Für Puristen ist das damit keine echte Restauration; für Anhänger von Restomods ist genau das der Reiz.

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