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Nissan hat die Arbeit an einer rein elektrischen Variante des Qashqai offenbar schon Anfang des Vorjahres gestoppt. Das berichtet Reuters unter Berufung auf sechs mit dem Vorgang vertraute Personen und stellt damit ein zuvor als wichtig für das Werk Sunderland bezeichnetes Projekt infrage.
Warum das Projekt zurückgestellt wurde
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Berichten zufolge stellt Nissan die Arbeit am E‑Qashqai ein
Nach Angaben von Reuters reagiert Nissan damit auf wachsenden Druck im europäischen Markt für Elektroautos. Vor allem günstige Angebote chinesischer Hersteller und preisaggressive Konkurrenten setzten die Preise unter Druck.

Gleichzeitig sei die Nachfrage in Europa nach Elektrofahrzeugen weiter schwankend. Nissan selbst äußerte sich nicht konkret zum elektrischen Qashqai, betonte aber weiter seine Verpflichtung zu einer breiteren Elektrifizierungsstrategie, die sowohl batterieelektrische Fahrzeuge als auch Hybride umfasst.
Bedeutung für das Werk Sunderland
Das Werk in Sunderland beschäftigt rund 6.000 Menschen und ist damit der größte Fahrzeugstandort Großbritanniens. Für Nissan in Europa hat der Qashqai eine herausragende Rolle: Reuters zufolge entfielen 2025 etwa 45 Prozent der europäischen Nissan-Verkäufe auf dieses Modell.

Eine rein elektrische Version des Qashqai hätte das Profil des Standorts weiter schärfen können. Nun bleibt unklar, ob und wann das Projekt wieder aufgenommen wird. Nissan produziert in Sunderland bereits den Leaf; zudem wurde im April eine elektrische Juke-Generation vorgestellt, die ebenfalls am britischen Standort gefertigt werden soll.
Pläne zur besseren Auslastung und mögliche Auftragsfertigung
Vor dem Hintergrund eines weltweiten Kostensenkungsprogramms und einer Straffung des Modellportfolios sucht Nissan nach Wegen, die Produktionskapazitäten effizienter zu nutzen. Das Management plant, die eigene Fertigung stärker auf die zweite Produktionslinie zu konzentrieren.
Um freie Kapazitäten auf der sogenannten „Line One“ zu füllen, haben Nissan und der chinesische Hersteller Chery eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet. Geprüft werde, ab dem Geschäftsjahr 2027 Fahrzeuge für den britischen Markt auf dieser Linie zu bauen. Dabei würde das Werk unter Nissan-Kontrolle bleiben; vorgesehen sei eine klassische Lohnfertigung.
Verhandlungen mit der Regierung und strategische Ziele
Laut Reuters führt Nissan parallel Gespräche mit der britischen Regierung über mögliche Unterstützung für einen aktualisierten Zukunftsplan des Standorts. Berichten zufolge könnten staatliche Fördermittel an Zusagen für neue Modelle, zusätzliche Derivate oder Arbeitsplatzsicherungen gekoppelt werden.
Die Entwicklungen fügen sich in Nissans breitere Neuausrichtung ein. Das Unternehmen plant, sein globales Modellportfolio von 56 auf 45 Fahrzeuge zu reduzieren, stärker gemeinsame Plattformen zu nutzen und die Produktionsstruktur flexibler zu gestalten. Electrifizierte Antriebe sollen ausgeweitet werden; in der Übergangsphase spielen vor allem Hybridlösungen eine wichtige Rolle.











