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Nur wenige Wochen nachdem der Parallelimporteur Auto China in Deutschland Fahrzeuge der neu geschaffenen China‑Marke AUDI angeboten hatte, hat Audi rechtliche Schritte eingeleitet. Laut der Fachpublikation „Automobilwoche“ soll der Import gestoppt werden.
Was Audi bemängelt
Eine Sprecherin der Audi AG wies gegenüber der „Automobilwoche“ darauf hin, dass die zum Verkauf stehenden AUDI-Modelle keine EU-Typzulassung besitzen.

Sie warnte zudem vor möglichen Problemen bei Wartung und Ersatzteilen und sagte: „Die Audi AG und autorisierte Audi‑Händler außerhalb Chinas können keine Wartungsarbeiten übernehmen, da AUDI‑Modelle in Ländern außerhalb Chinas als Fremdfabrikate gelten.“ Diese Einordnung ist Kern des rechtlichen Vorgehens der Ingolstädter.
Wie Auto China vorgegangen ist
Auto China kauft den Angaben zufolge Fahrzeuge in China, lässt sie nach Deutschland verschiffen und hier für den hiesigen Markt homologieren. Der Importeur vertreibt in Deutschland zudem Fahrzeuge von Firmen wie Xiaomi und Huawei.
Auf der Website von Auto China waren die beiden Modelle E5 Sportback und E7X zunächst gelistet. Inzwischen sind sie dort nicht mehr zu finden, obwohl laut Bericht bereits einzelne Exemplare in deutschen Großstädten gesichtet worden sein sollen.
Modelle, Technik und Marktpreise
Der E5 Sportback wurde als erstes Serienmodell der Schwestermarke im Frühjahr 2025 vorgestellt. Der vollelektrische E7X feierte sein Debüt auf der Auto China 2026 in Peking.

Auf der Verkaufsseite von Auto China waren die Preise mit 59.980 Euro (E5 Sportback) beziehungsweise 72.900 Euro (E7X) angegeben. Das entspricht mehr als dem Doppelten der China‑Preise, die dort in Euro‑Umrechnung bei etwa 26.269 Euro für den E5 und 34.407 Euro für den E7X liegen.
Verglichen mit etablierten Audi‑Elektromodellen wirken die China‑Fahrzeuge trotz des Aufpreises preislich attraktiv. Zum Vergleich: Ein Audi S6 e‑tron Sportback beginnt bei rund 99.500 Euro, der SQ6 e‑tron bei etwa 93.800 Euro.
Hintergrund: Die neue Marke für China
2025 gründete Audi gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller SAIC die neue Marke AUDI, die speziell auf den chinesischen Markt ausgerichtete Premium‑E‑Autos anbietet. Ziel war es, gegenüber einheimischer Konkurrenz in China konkurrenzfähiger zu werden.
In Deutschland stießen die Fahrzeuge auf geteilte Reaktionen. Kritiker bemängelten unter anderem das Fehlen der traditionellen vier Ringe; andere zeigten Interesse, vor allem wegen des günstigen Preisniveaus im Vergleich zu konventionellen Audi‑Modellen.
Was jetzt zu erwarten ist
Ob Audi Erfolg mit dem Versuch haben wird, die Importe gerichtlich zu verhindern, bleibt abzuwarten. Klar ist: Für Käufer und Werkstätten ist die Frage der Zulassung und der Servicefähigkeit entscheidend.
Für potenzielle Interessenten bedeutet das: Wer ein importiertes China‑Modell in Deutschland nutzen möchte, sollte vor dem Kauf die rechtliche Zulassung und die Verfügbarkeit von Service sowie Ersatzteilen sorgfältig prüfen.











