SAIC plant Standort für erstes Werk in Europa

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Der chinesische Konzern SAIC plant sein erstes Fabrikprojekt auf dem europäischen Festland und hat dafür den Hafen von Ferrol in Galicien als möglichen Standort benannt. Die Regionalregierung stuft das Vorhaben als strategisches Industrieprojekt ein; entscheidend bleiben jedoch noch mehrere Genehmigungen.

Standort, Umfang und Investition

SAIC hat eine Investition von rund 200 Millionen Euro für den Bau angekündigt. Geplant ist die Produktion von Fahrzeugen der Marke MG; der Start der Fertigung ist nach aktuellem Plan für 2028 vorgesehen.

Baustelle einer Auto­fabrik mit Kranen und Rohbauten
Geplante Fabrikfläche: SAIC kündigt Investitionen und Ausbaupläne an.

Die Anlage soll schrittweise ausgebaut werden. Nach einer zweiten Ausbaustufe könnte die Jahreskapazität auf bis zu 120.000 Fahrzeuge steigen, heißt es in den Unterlagen der Regionalregierung.

Produktion und Logistik an zwei Orten

Das Projekt umfasst zwei miteinander verknüpfte Standorte: eine Produktionsstätte im Außenhafen von Ferrol und ein ergänzendes Logistik- und Industriezentrum in As Pontes. SAIC beschreibt diese Aufteilung in seinem Antrag an die Xunta de Galicia.

Hafenlager mit Lkw, Kränen und Lagerhallen
Zwei Standorte: Produktion im Hafen von Ferrol und Logistikzentrum in As Pontes.

Erwartet werden rund 1.300 direkte Arbeitsplätze, davon etwa 1.000 in Ferrol und 300 in As Pontes. Hinzu kämen ähnlich viele indirekte Stellen, sodass sich die Gesamtwirkung auf ungefähr 2.000 neue Arbeitsplätze belaufen könnte.

Lokale Zulieferung und europäische Integration

Ein zentrales Ziel der Pläne ist die lokale Produktion von Komponenten. Wirtschaftsministerin María Jesús Lorenzana erklärte, SAIC habe zugesagt, dass ein großer Teil der Teile vor Ort gefertigt werden solle.

Damit will das Unternehmen einerseits EU-Regeln und Zollauflagen Rechnung tragen und anderseits seine Integration in das europäische Zuliefernetz stärken. MGs Europa-Chef William Wang betonte, Investitionen in lokale Kompetenzen und Zulieferer würden die Präsenz der Marke in Europa ausbauen und zu einer nachhaltigeren Mobilitätsentwicklung beitragen.

Offene Genehmigungen und Zeitplan

Trotz der regionalen Unterstützung stehen noch mehrere Hürden aus. SAIC benötigt die Freigabe der ausländischen Direktinvestition (FDI-Freigabe) durch die spanische Zentralregierung sowie Konzessionen für Hafenflächen in Ferrol.

Die Xunta weist ausdrücklich darauf hin, dass die Umsetzung von Genehmigungen, wirtschaftlichen Prüfungen und öffentlicher Unterstützung abhängt. Zur Begleitung des Vorhabens soll eine Koordinationsstelle eingerichtet werden, die Behörden, Unternehmen und Hafenbetreiber vernetzt.

Der Zeitplan ist ambitioniert: Bis Ende 2026 sollen die wesentlichen Genehmigungen vorliegen, die Bauarbeiten könnten 2027 beginnen, und ab 2028 sei die Produktion vorgesehen, so Regionalpräsident Alfonso Rueda.

Warum Spanien für chinesische Hersteller attraktiv ist

Hinter dem Schritt steht ein klarer Marktmechanismus: Chinesische Automobilhersteller streben Produktionskapazitäten in Europa an, um unter anderem hohe Einfuhrzölle der EU zu umgehen. Spanien positioniert sich zunehmend als bevorzugter Standort im Wettbewerb um asiatische Industrieinvestitionen.

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