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Am 21. und 22. Oktober 2026 versammelt sich die internationale Batteriebranche im SZ-Hochhaus in München: Auf der achten Automotive Battery Conference diskutieren Entwickler, Hersteller und Zulieferer die technischen und wirtschaftlichen Weichen für die nächsten Batteriegenerationen. Für Teilnehmer aus OEMs ist der Zugang kostenfrei – ein Hinweis darauf, wie stark die Veranstaltung als Branchentreffpunkt wahrgenommen wird.
Schwerpunkte der Konferenz
Die Agenda deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: von tiefgehender Zell- und Systemtechnik über Thermomanagement und Zellchemie bis hin zu Pack-Architektur, Fertigungsskalierung in Giga‑Factories sowie Second‑Life und Recycling. Erwartet werden Fachvorträge und Podien, die sich an Batterieentwickler, Systemarchitekten, Chemiker, Test‑Ingenieure und technische Projektleiter richten.
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Gen6 entspricht global führenden Sicherheitsanforderungen
Das Programm will Praxisnähe mit strategischem Ausblick verbinden. Im Fokus stehen konkrete Lösungen, die Serienreife, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zusammenbringen.
Gen6‑Batterie: Was die Diskussion antreibt
Ein zentrales Thema ist die Batteriearchitektur der Premiumhersteller, allen voran die von BMW als sogenannte Gen6 bezeichnete Zellgeneration. Diese Technologie wurde kürzlich beim World New Energy Vehicle Congress in China ausgezeichnet und dient als Beispiel für den aktuellen Technologietrend.

Im Kern geht es um den Wechsel zu zylindrischen Zellen und eine Umsetzung nach dem Cell‑to‑Pack-Prinzip. Hersteller versprechen damit höhere volumetrische Energiedichte auf Pack‑Ebene sowie eine bessere Integrationsfähigkeit ins Fahrzeug.
Zellformat, Pack‑Integration und thermische Konzepte
Der Umstieg auf zylindrische Formate verändert die strukturellen und thermischen Anforderungen an das Batteriesystem. Laut BMW wurden die Zellen in versetzten Reihen angeordnet und das Kühlsystem direkt in die Zellgeometrie integriert. So soll eine großflächige thermische Anbindung entstehen, ohne die Crash‑Eigenschaften des Fahrzeugs zu gefährden.
Die kompakte Bauweise verzichtet demnach weitgehend auf zusätzliche Versteifungselemente. Das erlaubt laut Hersteller hohe Energiedichten auf Systemebene, während Batterien gleichzeitig als integraler Bestandteil des Fahrzeugs konzipiert werden, um Sicherheitsziele auf Fahrzeugebene zu erreichen.
Thermisches Runaway und Entgasung
Sicherheit bleibt ein zentrales Kriterium. Die Gen6‑Architektur setzt auf mehrstufige Schutzmechanismen, die bereits auf Zellebene ansetzen. Neue Rundzellen verfügen demnach über definierte Entgasungsmechanismen, um ein kontrolliertes Verhalten bei Zellschäden zu ermöglichen.
Auf Systemebene trennen die Entwickler gezielt Zellkontaktierung und Entlüftungsöffnungen, bauen sichere Entgasungskanäle ein und arbeiten mit einem gestuften Isolationskonzept. Ergänzend überwacht eine elektronische Steuereinheit die Zellspannungen und thermischen Zustände und kann elektrische Pfade sicher trennen.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, eine Thermal‑Propagation auch bei sehr dicht gepackten Hochvolt‑Systemen zu unterbinden und gleichzeitig die Betriebssicherheit im Alltag zu gewährleisten.
Fertigungsskalierung und neue Beschichtungsverfahren
Für die industrielle Produktion rückt das sogenannte Dry Electrode Coating in den Blick: Das Trockenbeschichtungsverfahren verspricht geringeren Energie‑ und Lösungsmittelverbrauch in der Zellfertigung. BMW untersucht diese Technik intensiv, prüft sie jedoch streng nach Kriterien wie Qualität, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit.

Der Weg von Pilotlinien in die Großserie erfordert laut Hersteller reproduzierbare Prozesse. Deshalb hat BMW Kompetenzzentren für Zelltechnologie und Zellproduktion aufgebaut, die neue Verfahren bewerten und das Scale‑up im globalen Produktionsnetzwerk vorbereiten.
Diagnostik, SoH und Kreislaufwirtschaft
Für Second‑Life‑Anwendungen und effektives Recycling ist der präzise Nachweis des Batterie‑Zustands entscheidend. BMW nennt den State of Health (SoH) als zentralen Indikator und setzt auf eine Kombination aus On‑Board‑BMS, cloudbasierter Analyse und datengetriebenen Algorithmen, um Alterungsdaten verlässlich zu erfassen.
Eine zentrale Steuereinheit, der sogenannte Energy Master, fungiert dabei als Schnittstelle: Sie überwacht den Betrieb, verarbeitet Batteriedaten und unterstützt die Auswertung für Nutzungsfreigaben oder gezielte Recyclingprozesse. Solche digitalen Prozesse sollen Transparenz über den Lebenszyklus schaffen und den Rückfluss wertvoller Rohstoffe in die Lieferkette erleichtern.
Was die Branche davon hat
Die Verbindung aus technischen Lösungen, reproduzierbaren Fertigungsprozessen und verlässlicher Diagnostik ist für Hersteller, Zulieferer und Flottenbetreiber gleichermaßen relevant. Klare, manipulationssichere Batteriedaten schaffen die Grundlage für wirtschaftliche Second‑Life‑Modelle und helfen, Ressourcen zu schonen.
Zur Person
Dr. Thomas Engelhardt leitet die Entwicklung Hochvolt‑Speicher und Laden bei der BMW Group. Seit seinem Eintritt 2006 hatte er mehrere Fach‑ und Führungspositionen in Antriebsentwicklung, Elektrifizierung, E/E‑Integration und Energiemanagement inne und war zuletzt Leiter Hochvolt‑Batterie Gen6.











