Es war der 18. Februar 2009, als die Bundesregierung die neue »Breitbandstrategie« bekanntgab. Das bedeutet nichts anderes, als schnelles Internet für alle. Und das nicht nur in urbanen Ballungszentren sondern auch in ländlichen Regionen
Von Blindheit geschlagen
Die Initiative sollten »Blinde Flecken«, also Regionen ohne oder mit sehr langsamem Internetzugang ein für alle mal von der deutschen Landkarte tilgen. Doch obgleich dieses Projekt noch nicht einmal vollständig zu Ende gebracht ist, kommt jetzt die Telekom und zäumt, von Blindheit geschlagen, das Pferd buchstäblich von hinten auf.
Kampf den Vielsaugern
Wie jetzt bekannt wurde, will der Telekommunitionskonzern DSL-Neukunden zu sparsameren »Saugern« erziehen, meldet Spiegel-Online (22.04.2013). Wer also bei der Telekom eine DSL-Flat bucht, soll zukünftig nach Mobilfunktarif abgerechnet werden. Das bedeutet, sobald der Kunde eine bestimmte Datenmenge erreicht hat reduziert sich die Downloadgeschwindigkeit schmerzhaft in Richtung 56k-Modem.
Pakete könnten helfen …
Aber die Telekom wäre nicht die Telekom, hätte sie hier nicht eine Tarifoption in der Schublade, dieser Reglementierung entgehen zu können. So ist davon auszugehen, dass der Konzern Pakete anbieten wird. Am Ende vielleicht eine neuerliche Flatrate, die preislich jedoch weit über dem liegen dürfte, was Telekom bislang für eine DSL-Flat aufruft.
Vielleicht haben die Entscheider bei der Telekom ja noch das Glück einer schnellen Internetverbindung, und ihr maximales Download-Budget noch nicht überschritten. Dann nämlich können sie im Internet mitverfolgen, was dieses abstruse Abrechnungsmodell schon vor seiner Einführung für Wellen schlägt. Starten soll es übrigens ab 2. Mai 2013. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch andere Anbieter auf dieses Geschäftsmodell aufspringen.
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Wenn man Fortschritt in der Bevölkerung will ist das genau der falsche Weg. Highspeed Verbindungen predigen, aber den Abstand zu Ländern wie Korea immer grösser werden lassen. Selbst Chinesen sind irritiert über so wenig Speed und Hotspots.
Das stimmt. Noch dazu vor dem Hintergrund, dass in Deutschland noch nicht einmal flächendeckend schnelles Internet zur Verfügung steht. Dann empfiehlt Verbraucherministerin Ilse Eigner Betroffenen, den Anbieter zu wechseln. Das mag in einigen Fällen funktionieren. Oft ist jedoch liefert die Telekom den einzigen Draht ins Netz und verwehrt Wettbewerbern die Nutzung der Leitungen. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.