Audis Designchef lehnte ein Bauteil kategorisch ab

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Audi hat im Juni 2026 mit dem neuen Supersportwagen Nuvolari für Aufsehen gesorgt: Das auf 499 Exemplare limitierte Modell basiert auf dem Lamborghini Temerario und entstand in nur 405 Tagen. In einem jetzt veröffentlichten YouTube-Video dokumentiert Audi den Entstehungsprozess — und offenbart, dass vor allem ein Bauteil kontrovers diskutiert wurde.

Design-Streit um den Heckflügel

Ursprünglich planten die Entwickler einen festen Heckspoiler, um die bei hoher Leistung nötige Aerodynamik sicherzustellen. Doch Audi-Designchef Massimo Frascella wehrte sich entschieden gegen diesen Vorschlag.

Prototyp eines festen Heckspoilers im Entwicklungsatelier
Ursprünglicher Plan: ein fester Heckspoiler zur Aerodynamik.

In dem Video wird die Anekdote erzählt, dass Frascella den Ingenieuren aufgetragen habe, keinen sichtbaren festen Flügel anzubringen. Sein knapper Einwurf lautete demnach: „Nur über meine Leiche.“ Für den Italiener stand das Erscheinungsbild des Nuvolari im Vordergrund: klare Linien und eine elegante Formensprache sollten dominieren.

Die technische Kompromisslösung

Schließlich einigten sich die Teams auf einen praktischen Mittelweg. Entscheidend war die Erkenntnis, dass zusätzlicher Abtrieb vor allem bei hohen Geschwindigkeiten erforderlich ist.

Ausfahrbarer Heckflügel in geöffneter Position an einem Sportwagen
Die Kompromisslösung: ein ausfahrbarer Heckflügel für hohen Abtrieb.

Daher setzt Audi auf einen ausfahrbaren Heckflügel, wie er bereits beim TT und beim R8 eingesetzt wurde. Der Nuvolari übernimmt damit eine bewährte technische Lösung, ohne die optische Vorgabe des Designers dauerhaft zu verletzen.

Antrieb, Leistung und Tempo

Der Nuvolari wird von einem 4,0-Liter-Biturbo‑V8-Hybrid angetrieben. Zwei Elektromotoren sitzen an der Vorderachse, ein dritter Motor sitzt zwischen Achtzylinder und Getriebe.

Allein der Verbrenner leistet 800 PS und bringt ein Drehmoment von 730 Nm. In Kombination mit den elektrischen Antrieben erreicht der Wagen eine Systemleistung von bis zu 1001 PS. Audi gibt eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h an; damit wäre der Nuvolari der bislang schnellste serienmäßige Audi.

Entwicklung, Tests und Premiere

Am Feinschliff des Supersportlers wirkten auch Audis Formel‑1‑Fahrer mit: Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto testeten das Fahrzeug den Angaben zufolge bereits vor der offiziellen Vorstellung.

Der Nuvolari wurde erstmals der Öffentlichkeit an der Côte d’Azur gezeigt. Audi begleitet die Markteinführung durch einen Blick hinter die Kulissen, zugänglich im erwähnten YouTube-Video.

Positionierung und Preis

Obwohl der Nuvolari nicht als direkter Nachfolger des R8 bezeichnet wird, nimmt er die Rolle der Performance‑Spitze im Audi‑Portfolio ein. Mit einem Listenpreis von rund 600.000 Euro ist er gleichzeitig das bisher teuerste Modell, das Audi angeboten hat.

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