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Nissan prüft neue Wege, um das Werk in Sunderland besser auszulasten: Der Autobauer hat mit dem chinesischen Hersteller Chery eine unverbindliche Absichtserklärung über eine mögliche Auftragsfertigung unterzeichnet. Sollte eine Einigung folgen, könnte die Produktion für Cherys britische Tochter ab dem Geschäftsjahr 2027 auf der Line One starten – das Werk bliebe aber weiterhin im Besitz von Nissan.
Was die Absichtserklärung bedeutet
Die Vereinbarung ist ausdrücklich nicht bindend und enthält bislang keine Angaben zu Stückzahlen, Investitionen oder konkreten Vertragsbedingungen. Nach Informationen von Nissan handelt es sich um ein typisches Modell der Lohnfertigung: Fahrzeuge würden in Sunderland gebaut, ohne dass Eigentum oder Belegschaft auf den Auftraggeber übergehen.
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Für Nissan wäre das eine Möglichkeit, freie Kapazitäten wirtschaftlich zu nutzen. Massimiliano Messina, Leiter der Region AMIEO, bezeichnete die Gespräche als strategisch wichtig: „Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne für unseren Betrieb und Prozesse.“
Warum Line One frei wäre
Hintergrund sind interne Umstrukturierungen: Nissan hatte bereits angekündigt, die Produktion stärker zu bündeln und die Fertigung auf Line Two zu konzentrieren. Dadurch würde Line One für alternative Nutzungsszenarien verfügbar.
Die Initiative zielt auf ein typisches Problem vieler europäischer Standorte: schwankende Nachfrage und wachsende Kosten erfordern flexiblere Fertigungsmodelle. Eine Auftragsfertigung für Dritthersteller ist in diesem Umfeld eine mögliche Antwort.
Jatco-Stopp hebt strukturellen Druck hervor
Zusätzlichen Gegenwind liefert die Entscheidung der Getriebe-Tochter Jatco, eine geplante Investition für die Fertigung integrierter E-Antriebsstränge in Sunderland nicht weiterzuverfolgen. Die Anlage war für die Produktion von bis zu 340.000 sogenannten 3‑in‑1-Systemen pro Jahr vorgesehen.

Offiziell hat Jatco den Rückzug bislang nicht bestätigt. Medienberichte führen als Gründe vor allem die schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa und die laufende Neuordnung von Nissans globalem Produktionsnetz. Demnach gefährden fehlende Absatzvolumina eher die Wirtschaftlichkeit als technische Herausforderungen.
Größere Transformation im Konzern
Nissan steht wie andere Hersteller unter erheblichem Transformationsdruck. Im Zuge der Neuausrichtung plant der Konzern, die Zahl seiner Produktionswerke deutlich zu reduzieren. Als Teil dieser Strategie soll die Zahl der Fabriken von 17 auf 10 sinken, um Effizienzgewinne und eine striktere Marktsegmentierung zu erreichen.
Parallel dazu treibt Nissan nach eigenen Angaben eine Neugestaltung von Portfolio und Technologie voran: weniger Modelle, verstärkter Einsatz von Künstlicher Intelligenz und eine stärkere Ausrichtung auf elektrifizierte Antriebe sind Teil dieses Fahrplans. Wie weit Partnerschaften wie mit Chery in dieses Gesamtbild passen, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden.











