Wie Volkswagen seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen will

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Volkswagen hat auf der Hauptversammlung einen umfassenden Zukunftsplan präsentiert, mit dem der Konzern seine Kostenbasis deutlich schrumpfen und die Produktion straffer aufstellen will. Bis 2030 sollen durch Stellenabbau, Kapazitätsanpassungen und interne Vereinfachungen mehr als sechs Milliarden Euro jährlich eingespart werden.

Weniger Kapazität, weniger Varianten

Im Zentrum der Strategie steht die Reduktion von Überkapazitäten und die Verringerung von Modellvielfalt. Volkswagen will die Produktionsstandorte stärker an realen Marktbedarfen ausrichten und regionale Netzwerke schaffen, die effizienter und wirtschaftlicher arbeiten.

Produktionsband mit wenigen Varianten und standardisierten Bauteilen
Weniger Varianten und standardisierte Plattformen sollen die Werke effizienter machen.

Teil des Plans ist zudem eine stärkere Vereinheitlichung von Plattformen und Elektronikarchitekturen. Der Konzern verspricht sich davon höhere Stückzahlen pro Modell, weniger Komplexität in den Werken und sinkende Entwicklungsaufwände.

„Überkapazitäten sollen weiter abgebaut werden – Ziel ist ein regionales, intelligentes und wirtschaftliches Produktionsnetzwerk“, sagte Konzernchef Oliver Blume.

Personalmaßnahmen: Zehntausende Jobs in der Schusslinie

Ein zentraler Hebel für die Einsparungen ist der Personalabbau. Für Volkswagen, Audi, Porsche und die Softwaretochter Cariad sind insgesamt rund 50.000 Stellen genannt worden; allein bei der Volkswagen AG sollen etwa 35.000 Arbeitsplätze entfallen.

Leere Stühle und Arbeiter in der Fabrik als Symbol für Stellenabbau
Der angekündigte Personalabbau betrifft zehntausende Stellen im Konzern.

Nach Konzernangaben sind bereits mehr als 28.000 Austritte bis 2030 verbindlich vereinbart. Für 2025 beziffert Volkswagen die nachhaltigen Kosteneffekte aus Tarifvereinbarungen und Personalmaßnahmen auf rund eine Milliarde Euro.

Das Unternehmen meldet auch Fortschritte an den deutschen Standorten: Die Fabrikkosten seien im Durchschnitt 2025 um mehr als 20 Prozent gesenkt worden.

Warum der Konzern jetzt nachzieht

Der verschärfte Sparkurs ist eine Reaktion auf anhaltend schwache Ergebnisse. Im ersten Quartal 2026 sank das Konzernergebnis nach Steuern um 28,4 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro; der Umsatz fiel um 2,5 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite lag bei 3,3 Prozent.

Belastend wirkten zurückgehende Auslieferungen in China und Nordamerika sowie wachsender Wettbewerbsdruck aus China und neue Handelsbarrieren. Blume nannte „Kriege, geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verschärfte Regulatorik und einen harten Wettbewerb“ als zentrale Belastungsfaktoren.

Finanzvorstand Arno Antlitz wies zudem darauf hin, dass zusätzliche US-Zölle den Konzern jährlich mit rund vier Milliarden Euro belasten. Vor diesem Hintergrund reichten die bisherigen Sparprogramme nicht mehr aus.

Zielvorgaben: Höhere Rendite und mehr Cashflow

Mit dem Zukunftsplan strebt Volkswagen an, die Rentabilität bis 2030 deutlich zu steigern. Angestrebt wird eine operative Umsatzrendite zwischen acht und zehn Prozent. Zugleich soll der Netto-Cashflow im automobilen Kerngeschäft deutlich anziehen.

Für die kommenden Jahre setzt der Konzern vor allem auf eine schlankere Organisation, niedrigere Kosten und eine bessere Auslastung der Werke. „Die Lage bleibt anspruchsvoll. Trotzdem haben wir es selbst in der Hand“, sagte Blume auf der Hauptversammlung.

Politische Forderung: „Made in Europe“

Neben internen Maßnahmen plädieren die Chefs von Volkswagen und Stellantis, Oliver Blume und Antonio Filosa, für eine stärkere europäische Produktionsstrategie unter dem Schlagwort „Made in Europe“. Sie fordern demnach gelockerte Klimaregeln, gezielte Förderinstrumente und klare Herkunftskriterien, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie zu stärken.

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