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Mercedes-AMG hat mit dem AMG GT SUV sein erstes eigenständig entwickeltes Full-Size-Elektro-SUV vorgestellt. Für Käufer und Sportwagenfans bedeutet das ein ungewöhnliches Versprechen: SUV-Komfort gekoppelt mit Rennstrecken-tauglicher Leistung.
Kein gewöhnlicher Hochsitzer
Äußerlich wirkt das fast fünf Meter lange SUV athletisch und flacher als seine Größe vermuten lässt. Die flache Frontscheibe, die stark abfallende Dachlinie und die stark ausgeformten Kotflügel geben dem Fahrzeug eine sportliche Silhouette. Die Front erinnert mit großem Kühlergrill an klassische AMG-Designmerkmale; die sechs Heckleuchten sind dem Concept AMG GT XXX entlehnt und sitzen in einer breiteren Fläche als beim Viertürer.
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Power in drei Varianten
Technisch bietet AMG drei vollelektrische Ausführungen an: den GT 53, den GT 55 und den GT 63. Die Systemleistungen reichen von 544 PS im Einstiegsmodell über 816 PS bis hin zu 1.169 PS im Topmodell. AMG betont, dass diese Werte nicht nur einmalig abrufbar sind: Dank einer High-Performance-Batterie mit 800‑Volt‑Technologie und aktivem Thermomanagement sollen hohe Leistungen auch wiederholt verfügbar bleiben.
Prägnante Fahrwerte: Der GT 53 sprintet in 4,2 Sekunden auf 100 km/h, der GT 55 in 3,1 Sekunden und der GT 63 in 2,7 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeiten liegen je nach Modell zwischen 250 und 270 km/h.
Batterie und Schnellladung
AMG verbaut zwei Batteriegrößen. Das Basisfahrzeug GT 53 erhält eine 116‑kWh‑Batterie (netto), die beiden stärkeren Modelle fahren mit 128 kWh (netto). Die Ladeleistung am DC-Schnelllader ist beeindruckend: Beim GT 53 nennt AMG bis zu 600 kW, wodurch in zehn Minuten Strom für bis zu 380 Kilometer nachgeladen werden soll. Die 128‑kWh‑Einheit der 55er/63er erlaubt am passenden Lader sogar bis zu 710 kW und liefert in zehn Minuten Energie für bis zu 450 Kilometer.
Die Zellen sind als direkt gekühlte Rundzellen ausgeführt, eine Technik, die AMG bereits beim limitierten Supersportwagen AMG One nutzt. Oil-cooled Komponenten und ein ausgefeiltes Thermomanagement sollen dafür sorgen, dass Leistung auch unter wiederholter Belastung erhalten bleibt.
Antriebsarchitektur und Fahrwerk
Beim GT 53 arbeiten zwei Synchronmotoren an Vorder- und Hinterachse. Die leistungsstärkeren GT 55 und GT 63 verfügen über drei Motoren: Die Hinterachse beherbergt die sogenannte High Performance Electric Drive Unit (HP.EDU), die zwei Axialflussmotoren inklusive kompakter Eingang-Planetengetriebe in einem Gehäuse kombiniert. Vorn sitzt ein einzelner Axialflussmotor mit Stirnradgetriebe. Motoren und Getriebe sind ölgekühlt.
AMG ergänzt die Hardware durch ein neues elektronisch geregeltes Fahrwerk, das Nick‑ und Wankbewegungen minimieren soll. Active Ride Control+, aktive Hinterachslenkung und ein vollvariabler Allradantrieb sollen Traktion und Agilität sichern. Das System „AMG Race Engineer“ erlaubt zudem eine feine Abstimmung von Ansprechverhalten, Kurvendynamik und Schlupf.
Klang und Inszenierung
Ungewöhnlich für ein Elektrofahrzeug ist die akustische Inszenierung: Im GT 55 und 63 gibt es eine reproduzierte V8‑Kulisse, im GT 53 die eines Reihensechszylinders. AMG simuliert auch Gangwechsel; wer will, kann Schaltvorgänge über Lenkradwippen nachstellen. Der Sound wird nicht nur in den Innenraum übertragen, sondern bewusst nach außen am Heck ausgegeben. Sitzshaker verstärken die Wirkung.

Innenraum, Platzangebot und Ausstattung
Das Cockpit ist klar fahrerorientiert: Das zentrale Display ist zum Piloten ausgerichtet, die Hyperscreen‑Wand entfällt. Die Rückbank bietet Platz für drei Personen; die äußeren Sitze bieten reichlich Knie- und Kopffreiheit. Das Kofferraumvolumen umfasst 607 bis 1.740 Liter, dazu kommen 78 Liter im Frunk.
Zur Verarbeitung ließ sich nach einer ersten Sitzprobe noch wenig sagen. Klar ist: Zum Einstiegspreis des AMG GT 53 von 113.000 Euro werden hohe Erwartungen an Materialqualität und Finish gestellt. Die Modelle GT 55 und GT 63 sollen im Frühjahr 2027 folgen.
Warum das relevant ist
Mit dem AMG GT SUV bringt Mercedes‑AMG ein Fahrzeug, das Elektro‑Performance und SUV‑Alltag verbinden will. Für Käufer bedeutet das: viel Leistung, sehr kurze Ladezeiten unter optimalen Bedingungen und ein ungewöhnliches Stück Markeninszenierung. Für die Branche ist es ein weiteres Indiz dafür, wie Hersteller Sportlichkeit in rein elektrischen Fahrzeugen neu denken.
Fazit
Das AMG GT SUV zeigt einen stimmigen Auftritt und technisch konsequentes Performance‑Engineering. Ob die Kombination aus extremer E‑Power, künstlicher Motorakustik und luxuriösem SUV‑konzept tatsächlich überzeugt, wird sich erst bei den ersten Ausfahrten zeigen. Bis dahin bleibt die elektrische Nachbildung des V8‑Gefühls ein mutiger, nicht unumstrittener Ansatz.












