Dieses Lifestyle-SUV verliert jetzt an Ansehen

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Der Mini Countryman tritt in der neuen Untamed Edition nicht mehr nur als schickes Stadtauto auf, sondern soll auch im Gelände überzeugen. Bei einer Testfahrt auf der Genoa Peak Road am Lake Tahoe zeigte sich, welche Modifikationen echtes Offroad-Potenzial bringen — und welche vor allem Optik bleiben.

Mehr als nur Geländelook?

Äußerlich setzt Mini auf auffällige Details: Erstmals lackiert die Marke einen Serien‑Mini in mattem „Frozen Nomad Blue“, dazu kommen grob strukturierte Zierflächen, neue Rammschutzleisten und ein überarbeiteter Kühlergrill. Auf den ersten Blick ähnelt vieles dem üblichen Offroad-Styling, nur eben in Mini‑typisch modischem Gewand.

Nahaufnahme matte blaue Lackierung und grobe Zierflächen an einem SUV
Matte Lackierung und strukturierte Zierflächen prägen den Untamed‑Look.

Im Innenraum beschränkt sich die Untamed‑Spezifikation auf dezente Akzente: ein blauer Stich im Konsolenstoff, Sitzflächen mit Untamed‑Logo, robuste Fußmatten, eine farbige Lenkradspange und Zurrbänder auf der Mittelkonsole. Vieles ist also Design, das vor allem den urbanen Lifestyle‑Auftritt unterstreicht.

Technik, die ins Gelände trägt

Im Unterschied zu rein kosmetischen Maßnahmen gibt es aber auch echte Änderungen: Je nach Variante baut Mini den Countryman mit etwa zwei Zentimetern mehr Bodenfreiheit aus und stattet ihn mit grobstolligen Reifen aus. Auf unseren Testfahrten rollten Pirelli‑Scorpion‑Profile auf neu gestalteten 19‑Zoll‑Rädern.

Diese Kombination vergrößert den Aktionsradius sichtbar. Auf anspruchsvollen Passagen macht sich die zusätzliche Höhe bemerkbar, zugleich fordern grobe Steine und loser Untergrund trotzdem volle Aufmerksamkeit vom Fahrer.

Genoa Peak Road: Staub, Steine, zwölf Meilen

Der Trail oberhalb des Lake Tahoe ist kein Spazierweg. Auf lockerem Boden graben sich die Stollen schnell ein, und innerhalb weniger Minuten steigt ein feiner, weißer Staub zu einer dichten Wand auf. Stellenweise ist Slalomfahren im Schritttempo angesagt, wo größere Geländewagen wie Ford Bronco oder Jeep Wrangler lieber auf Gas bleiben.

Staubiger Bergtrail mit unbefestigter Piste und spärlicher Vegetation
Genoa Peak Road: Staub, lose Steine und enge Passagen verlangen Aufmerksamkeit.

Die Strecke erstreckt sich über rund zwölf Meilen. Wer hier unterwegs ist, hat selten freie Sicht auf das türkisfarbene Wasser oder die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada — meist sucht man vielmehr die eigene Fahrspur und rechnet mit unerwarteten Hindernissen.

Mit 218 PS zum Gipfel

Für die Testfahrt stellte Mini ein S‑Modell mit Allradantrieb und dem stärksten Verbrenner zur Verfügung: ein 2,0‑Liter mit 218 PS und rund 360 Nm. Das Aggregat liefert spürbar Kraft, gerade an steilen Stellen.

Auf dem digitalen Display zeigt der Countryman im Trail‑Modus einen animierten Kompass und die aktuelle Neigung. Meter für Meter kämpft sich das Auto Richtung Gipfel auf 2.790 Meter, rund 900 Meter über der Seeoberfläche; die Boote auf dem See wirken dort nur noch wie weiße Punkte.

Praktische Extras wie eine Bergabfahrhilfe sind in den Menüs vorhanden, und der Countryman ist optional auch mit Dachzelt bestellbar. Allerdings bietet Mini den Untamed‑Look für breite Motorenvarianten an — der John Cooper Works bleibt laut Hersteller aber nicht Teil dieses Schmutz‑Programms.

Was kostet der Spaß?

Für die Untamed‑Ausstattung verlangt Mini einen Aufpreis von 4.700 Euro. Ob der Aufpreis gerechtfertigt ist, hängt vom Nutzungsprofil ab: Wer oft abseits asphaltierten Weges unterwegs sein will, profitiert spürbar von Mehrbodenfreiheit und den AT‑Reifen. Wer das Auto vor allem wegen der Optik wählt, zahlt vor allem für das Image.

Wer ganz auf offroad‑Abwechslung setzt, findet am Lake Tahoe übrigens auch andere Angebote: ATV‑Touren werden vor Ort für etwa 250 US‑Dollar pro Tour angeboten.

Fazit

Die Untamed Edition verwandelt den Countryman nicht in einen Full‑Blown‑Geländewagen, aber sie erweitert seine Fähigkeiten merklich. Viel Styling, ja — doch zusätzliche Bodenfreiheit und grobstollige Reifen machen ihn tatsächlich tauglicher für rauere Strecken. Ob das den Aufpreis rechtfertigt, bleibt eine persönliche Entscheidung.

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