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Personalisierter Nachrichtenbetrieb: Mikro-Berichterstattung als Chance für Journalisten

13. Mai 2013 | Von | Kategorie: Kommentar

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Personalisierter Nachrichtenbetrieb: Mikro-Berichterstattung als Chance für Journalisten. © spothits/marvin siefke/pixelio.de

Personalisierter Nachrichtenbetrieb: Mikro-Berichterstattung als Chance für Journalisten. © spothits.de/Marvin Siefke/PIXELIO www.pixelio.de

Es gibt Mikrokredite. Warum also nicht auch Mikro-Berichterstattung? Denn Enthüllungen sind Perlen journalistischer Arbeit. Sie aufzuspüren und bis zur Zündung der Bombe am Thema arbeiten zu können, erfordert Zeit, Geld, in einigen Fällen sogar eine gut funktionierende Rechtsabteilung

Trend zur Nische

Angesichts zunehmender Verlagsschließungen müssen sich Journalisten mehrheitlich umorientieren. Eine Möglichkeit ist, sich dem seit Jahren in der Wirtschaft vollziehenden Trend zur Nische anzuschließen. Strategisch interessant ist das für Journalisten wie ganze Redaktionen. Am Ende soll so nicht mehr Masse, sondern Qualität stehen. Dabei vollziehe sich der Schritt zum Prozessjournalismus meint Frederik Fischer carta.info. Nachdem als Erstes technische und softwaregestützte Peripherie um den Journalisten ausgelagert wurde, könne der sich nun wieder, Dank Automation, dem Wesentlichen zuwenden.

Multiples Anforderungsprofil

Klingt gut, ist so aber sicherlich nur in Groß-Redaktionen überhaupt denkbar. Wohingegen journalistische Kleinunternehmer mehr und mehr alles, wenigstens im Ansatz, beherrschen müssen. Da wird recherchiert, validiert, produziert, in Personalunion Stücke geschrieben, Videos bearbeitet und Audiobeiträge zu sendefähigem Material aufbereitet. Nicht selten wird dabei die Grenze verwischt zwischen Aufwand und Nutzen. Ob des eigenen Qualitätsanspruchs erfolgt aber dennoch eine fristgerechte Lieferung.

Mikro-Berichterstattung meint Nischen-Journalismus

Dabei sind die Grenzen zwischen Journalist und Blogger fließend. Auf den ersten Blick schließt das Eine das Andere nicht aus. In den Augen etablierter Journalisten sind Blogger jedoch nichts anderes als interessierte Egomanen, nicht in der Lage, auch nur ansatzweise journalistisch zu arbeiten.

Jetzt, wo buchstäblich jeder die Möglichkeit hat, zu veröffentlichen, wird es zunehmend schwierig das eigene Profil zu etablieren. Sich auf ein möglichst spitzes Thema zu fokussieren kann da helfen. In Verbindung mit Personalisierung sei das eine Chance, meint Magdalena Taube von berlinergazette.de. Sie geht aber noch weiter und spricht von Machtkampf. Bislang wären Journalisten in der Redaktion eines Verlagshauses eher anonym ihrer Arbeit nachgegangen. Im Onlinebereich ist das anders. Hier muss sich jeder selbst vermarkten. So steht hinter jedem Stück und jeder Veröffentlichung immer auch ein Gesicht.

Personalisierung der Information

Ohne die Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu erregen, nützt aber keine noch so spitze Themenfindung oder Personenverknüpfung etwas. An dieser Stelle kommen soziale Netzwerke wie Facebook, google+, Xing, LinkedIn oder auch Twitter ins Spiel. Wer diese Kanäle treffsicher zu bedienen weiß, bekommt Öffentlichkeit. Wer weniger versiert mit den Vertriebswegen spielt – nichts anderes sind die Networks für viele – bleibt für lange Zeit unbeachtet.

Technologie-Hörigkeit

Und wenn auch Frederik Fischer deutschen Journalisten eine Technologie-Aversion nachsagt, dürfte das auf die Mehrheit kaum zutreffen. Zudem ist Technologie-Hörigkeit auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn so sagt die Zahl der Follower bei Twitter noch lange nichts über die Qualität der Arbeit des Verfolgten.

Ebenso abstrus sind Auswüchse auf Facebook: Wer dort eine Fan-Site erstellt, bekommt noch während der Anmeldung ein Angebot, wonach für wenige Dollar viele Leute per Mail aufgefordert werden, den Like-Button der eigenen Site zu klicken. Nun darf sich der medienkompetente Nutzer fragen, wo da Substanz und Qualität des Likes stecken.

Bitte folgen …

Aber gut, Medienrealität schafft Medienkompetenz. Und der Journalist steht als vermittelnde Instanz erklärend dazwischen. Es verspricht also eine für lange Zeit, arbeitsreiche Zukunft zu werden.

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