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Die neue Generation des Jeep Compass, erstmals gezeigt im Mai 2025 und seit Oktober im Werk Melfi in Produktion, ist für die Marke ein wichtiges Modell: Das Kompakt-SUV zählt seit 2006 mehr als 2,5 Millionen Käufer weltweit. Im Test zeigt der frisch gestartete Plug‑in‑Hybrid Stärken bei Elektrik und Raumangebot – zugleich bleiben beim Interieur und Fahrgefühl einige Abstriche.
| Schnelle Daten | Jeep Compass PHEV (2026) |
|---|---|
| Antrieb | 1,598 ccm Vierzylinder-Turbobenziner + Elektromotor |
| Getriebe | 7‑Gang‑Doppelkupplung (eDCT7) |
| Leistung / Drehmoment | Verbrenner: 110 kW (150 PS) / 300 Nm; E‑Motor: 92 kW (125 PS) / 350 Nm; System: 165 kW (225 PS) |
| Batterie / Reichweite | 17,9 kWh (netto); bis zu 95 km elektrisch |
| 0–100 km/h / Vmax | 8,0 s / 216 km/h |
| Verbrauch (WLTP) / CO₂ | 3,0 l / 68 g/km |
| Bodenfreiheit / Watfähigkeit | 200 mm / 470 mm |
| Abmessungen (L×B×H) | 4.548 mm × 1.936 mm × 1.681 m |
| Kofferraum / Leergewicht | 550–1.561 l / 1.994 kg |
| Basispreis (D) | 43.400 Euro |
Karosserie und Design
Optisch wirkt der neue Compass deutlich massiger als sein Vorgänger und erinnert in der Silhouette an den klassischen Cherokee. Mit einer Länge von 4,55 Metern ist die aktuelle Generation rund 15 Zentimeter gewachsen.

Ein auffälliges Detail ist der nun beleuchtete Siebenfach‑Kühlergrill, der zusammen mit einer durchlaufenden Lichtleiste die Front nachts betont. Schutzleisten um die Scheinwerfer und eine robuste Einfassung sollen den Compass sowohl im leichten Gelände als auch in der Stadt widerstandsfähiger erscheinen lassen. Optional sind Leichtmetallräder bis 20 Zoll erhältlich.
Zur Sonderedition 85th Anniversary gibt es spezielle Embleme, farbige Akzente an Stoßfängern und Felgen sowie eine dekorative Schriftzuggestaltung in Tartan‑Optik auf der Motorhaube.
Innenraum
Im Cockpit dominiert ein großer 16‑Zoll‑Touchscreen, ergänzt durch ein Head‑Up‑Display; klassische Instrumente beschränkt Jeep auf ein kleines Display hinter dem Lenkrad. Bedienleisten unter dem Bildschirm wirken elegant, sprechen im Test aber mitunter verzögert an. Das zum Teil verschachtelte Menü verlangt Eingewöhnung, um Fehleingaben zu vermeiden.
Das Armaturenbrett hinterlässt zwiespältige Eindrücke: Zwar ist das Platzangebot im Fond großzügig und der Kofferraum vielseitig nutzbar, doch manche Kunststoffflächen wirken weniger hochwertig. Im direkten Vergleich mit preislich ähnlichen Modellen fällt dies negativ auf.
Trotz der hohen Sitzposition schränkt die stark konturierte, nach vorn ansteigende Motorhaube die genaue Übersicht beim Einparken oder beim Peilen auf den vorderen Bereich etwas ein.
Antrieb und Fahreindrücke
Der Compass steht auf der STLA‑Medium-Plattform des Stellantis‑Konzerns und teilt Technikbauteile mit Schwestermodellen. Der getestete Plug‑in‑Hybrid arbeitet im Alltag leise und unaufgeregt; unter stärkerer Belastung treten Motor‑ und Antriebsgeräusche stärker in den Vordergrund. Besonders im Stadtverkehr sorgt der elektrische Anteil für kultiviertes, entspanntes Fahren.
Jeep spricht von einer neuen Fahrwerksabstimmung: Die vertikale Beschleunigung sei um 15 Prozent und die Wankneigung um 20 Prozent reduziert worden, außerdem wurde die Lenkung neu kalibriert. In der Praxis wirkt die Lenkung im Normalmodus zu unbestimmt, die Grundabstimmung eher weich. Werden 20‑Zoll‑Räder montiert, fällt das Abrollverhalten hingegen straffer aus — ein uneinheitlicher Eindruck.
Das serienmäßige Fahrmodus‑Programm Selec‑Terrain bietet fünf Modi: Auto, Sport, Snow, Sand/Mud sowie Electric (letzterer nur beim PHEV). Neben angezeigten Grafiken passt das System auch mechanische Parameter an, um die Traktion auf verschiedenen Untergründen zu verbessern.
Verbrauch und Preis
Wer zuhause regelmäßig lädt und den Compass vorwiegend auf Kurz‑ und Mittelstrecken nutzt, kann den Benzinverbrauch deutlich senken: Jeep nennt bis zu 95 Kilometer rein elektrische Reichweite. Der Akku lässt sich jedoch nur mit maximal 7 kW laden; eine Vollladung benötigt daher knapp drei Stunden.

Der Einstiegspreis für die PHEV‑Variante liegt in Deutschland bei 43.400 Euro (ohne mögliche Förderungen). Die Grundausstattung heißt „Altitude“, die nächsthöhere „Summit“ kostet etwa 3.500 Euro mehr. Zum Vergleich: Ein gleich motorisierter Opel Grandland PHEV startet leicht oberhalb des Compass‑Niveaus, ein vergleichbarer VW Tiguan mit Plug‑in‑Hybrid liegt deutlich höher.
Fazit: 7/10
Der Compass PHEV bietet viel elektrischen Fahrkomfort und ein überzeugendes Raumangebot. Für Käufer, die Wert auf Markenidentität legen und gelegentlich abseits befestigter Wege unterwegs sind, bleibt er eine attraktive Option. Innenraumqualität und Fahrwerksabstimmung verhindern jedoch, dass das Modell in allen Punkten glänzt.












