Nissan-Werk in Südafrika geht an Chery

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Der chinesische Hersteller Chery hat das frühere Nissan-Werk in Rosslyn bei Pretoria übernommen und will dort künftig nicht mehr nur importierte Fahrzeuge verkaufen, sondern lokal produzieren. Nach umfangreichen Modernisierungen soll die Serienfertigung Mitte 2027 starten – ein Schritt, der Südafrika zu einem zentralen Standort für Chery in Afrika machen könnte.

Produktionskapazität und Zeitplan

Chery plant, das Werk zunächst für eine Jahresproduktion von 50.000 Fahrzeugen im Ein-Schicht-Betrieb auslegen zu lassen. Während der Hochlaufphase in der zweiten Jahreshälfte 2027 rechnet das Unternehmen mit etwa 15.000 gefertigten Einheiten.

Blick in eine Fahrzeugfertigungslinie mit Montagebändern in einer Fabrikhalle
Geplante Produktionslinie: Kapazität und Hochlaufzeit sind für Mitte 2027 geplant.

Für die Aufrüstung von Infrastruktur und Fertigungslinien will Chery nach eigenen Angaben mehrere Millionen US-Dollar investieren. Eine exakte Summe nannte ein Unternehmensvertreter gegenüber Medien nicht.

Welche Modelle vom Band laufen sollen

Geplant ist die Fertigung von Modellen der Marken Jetour, Jaecoo und Chery. Genannt wurden unter anderem die SUV-Reihen Jetour T1, Jaecoo J5 und der Chery Tiggo 4. Der Jaecoo J5 soll sowohl mit klassischem Verbrennungsmotor als auch in einer elektrifizierten Variante produziert werden.

Lokalisierung und Zuliefernetz

Chery kündigte ein umfassendes Lokalisierungsprogramm an und strebt binnen 2028 einen lokalen Wertschöpfungsanteil von zunächst 40 Prozent an. Dazu gehört die Prüfung möglicher Tier‑1‑Zulieferer in Südafrika.

Gleichzeitig plant der Konzern, bestimmte Komponenten – besonders für Elektrofahrzeuge und intelligente Fahrzeugsysteme – über chinesische Lieferanten nach Südafrika zu bringen, um die Produktion zu stützen.

Beschäftigungseffekte

Mit dem Eigentümerwechsel sollen alle bestehenden Arbeitsplätze erhalten bleiben: Chery will alle 692 Mitarbeiter des Werks übernehmen. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen, dass entlang der Wertschöpfungskette nahezu 3.000 direkte und indirekte Stellen entstehen.

Arbeiter vor einer Fabrikhalle, symbolisch für Arbeitsplatzsicherung und neue Stellen
Chery will alle 692 Mitarbeiter übernehmen und tausende neue Jobs schaffen.

Rosslyn als regionaler Hub

Das Werk, das ursprünglich 1963 errichtet wurde, soll mehr werden als eine reine Fertigungsstätte. Langfristig plant Chery, in Rosslyn Forschungs‑ und Entwicklungsaktivitäten, Lieferkettenmanagement und Qualifizierungsprogramme zu etablieren und den Standort als regionales Automotive‑Hub auszubauen.

Zum Abschluss der Übernahme waren hochrangige Regierungsvertreter aus Südafrika und China anwesend. Konzernchef Yin Tongyue betonte die Absicht, die Investition lokal zu verankern: „Chery Auto wird sein Bestes tun, um sich in jedem Markt, in den es eintritt, in die lokale Wirtschaft, die lokale Gemeinschaft und die Zukunft dieses Landes zu integrieren.“

Ein Schritt in Cherys globale Strategie

Die Übernahme steht im Zusammenhang mit der verstärkten Internationalisierung chinesischer Autohersteller. Angesichts harter Konkurrenz und Überkapazitäten auf dem Heimmarkt erweitern mehrere OEMs ihre Produktions- und Vertriebsstrukturen weltweit.

Für Südafrika bedeutet die Transaktion nicht nur den Erhalt einer etablierten Produktionsbasis, sondern auch die Bewahrung industrieller Kapazitäten, die nach dem Rückzug Nissans gefährdet gewesen wären. Chery sieht das Land als mögliche Drehscheibe für Produktion, Export, Forschung und operative Aktivitäten auf dem Kontinent.

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