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Fest steht, dass die Telekom ab 2016 die Verbindungsgeschwindigkeit nach Erreichen einer bestimmten Datenmenge drosseln wird. Wer mehr will, muss zukaufen. Kommt damit ein Stein ins Rollen?
Mehreinnahmen garantiert
Offiziell ist es nicht, dennoch dürften Internetprovider sehr genau beobachten, was die Telekom da treibt. Denn das ab 2016 startende Telekom-Abrechnungsmodell, wonach bei Erreichen eines bestimmten Datenvolumens die Geschwindigkeit deutlich gedrosselt wird, verspricht zusätzliche Einnahmen. Und die werden sich Wettbewerber natürlich nicht entgehen lassen.
Alle schauen, was passiert
Im Moment beobachten Internetprovider, wie die Kundschaft auf das neue Telekom-System der Festnetz-Abrechnung reagiert. Am Ende dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis alle auf den Zug aufspringen. Denn gegen Mehreinnahmen ohne zusätzliche Investitionen hat natürlich niemand etwas.
Kartellamt prüft …
Doch ganz so einfach, wie sich der Magenta-Konzern die Sache vorstellt, dürfte es vielleicht doch nicht werden. Denn schon im April 2013 sind die Wettbewerbshüter des Kartellamts auf die Sache aufmerksam geworden. Man wolle prüfen, inwieweit das Abrechnungsmodell Wettbewerber benachteilige, meldet Süddeutsche Digital.
Bei der Prüfung soll untersucht werden, ob die Telekom eigene Angebote wie »Entertain« gegenüber anderen Anbietern bevorzuge. Das bedeutet, Filme, die über das Telekom-Angebot heruntergeladen werden, sollen nicht in die Datenzählung einfließen. Entscheidet sich der Kunde jedoch für ein Telekom fremdes Portal und lädt hier einen Film herunter, wird jedes Bit gezählt. Hier sieht das Kartellamt eine Wettbewerbsverzerrung.
Schlecht gewählter Zeitpunkt
Die Offenlegung der Absichten der Telekom fand zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt statt. Denn vor wenigen Tagen legte die Bundesnetzagentur eine Untersuchung zur Verbindungsgeschwindigkeit von Breitbandanschlüssen vor. Hiernach liefern Provider nicht die vertraglich vereinbarte Geschwindigkeit. So hat Wirtschaftsminister Rösler Unternehmen für den 4. Juni 2013 in die Bundesnetzagentur zu einem Gespräch geladen.
Speed-Test
Während die Telekom drosseln wird und viele Wettbewerber – wie auch die Telekom selbst – vertraglich vereinbarte Geschwindigkeiten überhaupt nicht liefern können, wird bereits an neuen Geschäftsmodellen gearbeitet. Denn eine bestimmte Datenmenge lässt sich leicht abrechnen, wohingegen die Verbindungsgeschwindigkeit für den Endverbraucher nur über bestimmte Anwendungen nachweisbar ist. Einen neutralen Speed-Test Ihres System können Sie kostenlos unter www.initiative-netzqualitaet.de vornehmen.
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