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Zwei Designer haben dem Elektro-Microcar Fiat Topolino eine ungewöhnliche Verwandlung verpasst: Aus dem biederen Stadtflitzer entstanden zwei Einzelstücke mit Retro‑Speedster‑Anmutung. Die Umbauten zeigen großen Stilwillen, ändern aber kaum an der Technik und werfen Fragen zur Straßenzulassung auf.
Vom Stadtwagen zum Speedster
Hinter den Projekten stehen Fabrizio Giugiaro und Lapo Elkann. Aus dem Topolino machten sie mit maßgeschneiderten Karosseriearbeiten ein offenes Fahrzeug, das an klassische Rennwagen erinnert.

Beim Modell Top. L verschwanden Dach und herkömmliche Windschutzscheibe. Ein sehr flacher Windabweiser umrundet das offene Cockpit, auf klassische Türen wurde verzichtet. Stattdessen sichern seitliche Seile die Einstiege, eine Lösung, die schon vom offenen Topolino Dolcevita bekannt ist. Ergänzt wird der Look durch neue LED‑Scheinwerfer, verchromte Mehrspeichenräder und eine matte Aquamarin‑Lackierung.
Technik: Stil vor Leistung
Unter der veränderten Hülle blieb die Antriebstechnik unverändert. Der Elektromotor liefert 6 kW (etwa 8 PS), die Batterie hat eine Kapazität von 5,5 kWh. Die Reichweite liegt bei rund 75 Kilometern.

Damit ist der umgebaute Topolino kaum für sportlichen Einsatz geeignet. Der Umbau dient klar dem Erscheinungsbild, nicht der Beschleunigung oder höheren Endgeschwindigkeit.
Der zweite Entwurf: Mehr Plätze, andere Probleme
Der zweite Prototyp, Top. J, setzt auf eine ungewöhnliche Innenraumlösung: Eine zusätzliche Sitzbank im Heck ist entgegen der Fahrtrichtung montiert, sodass aus dem Zweisitzer faktisch ein Viersitzer wird. Das Ergebnis erinnert an ein elektrisches Golfcart.
Weitere Details: ein Stoffdach als Sonnenschutz, röhrenförmige Elemente statt herkömmlicher Türen und der Verzicht auf Seitenscheiben. Die blau‑grüne Lackierung spielt auf einen historischen Ferrari 166 MM an, den Gianni Agnelli fuhr. Im Interieur kombinieren die Macher Leder mit Frottee.
Allerdings erfüllt der Top. J in dieser Form nach Angaben des Magazins Carscoops nicht mehr die Anforderungen der europäischen L6e‑Klasse. Für eine Straßenzulassung wäre demnach eine andere Homologation nötig.
Zukunft offen — Kooperation soll fortgesetzt werden
Ob die beiden Unikate je in Serie gehen, ist unklar. Eine Produktion der Modelle Top. L oder Top. J wurde bislang nicht angekündigt. Giugiaro und Elkann haben allerdings angekündigt, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen.
Der offene Top. L zeigt dabei eines deutlich: Für starke optische Präsenz sind keine hunderte PS nötig — manchmal reicht ein kreatives Design.











