Evo II kostet nur halb so viel wie ein HWA‑Umbau

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Ein Original des legendären Mercedes 190 E 2.5‑16 Evolution II hat auf Bring a Trailer für 420.000 Dollar den Besitzer gewechselt — rund 369.000 Euro. Damit zahlte ein Käufer deutlich weniger als für die moderne Neuinterpretation von HWA, die bei etwa 850.000 Euro liegt.

Seltene Ikone mit Rennsport-Wurzeln

Der Evo II gilt längst als Sammlerstück. Mercedes fertigte 1990 nur 502 Exemplare, um die DTM-Homologation zu sichern. Schon das Äußere verrät die Rennsportherkunft: stark verbreiterte Kotflügel, ein markanter Frontsplitter und ein großer, verstellbarer Heckflügel machen das Modell unverwechselbar.

Breit ausgestellte Kotflügel und markanter Frontsplitter eines klassischen Renn‑Coupés

Das versteigerte Fahrzeug

Bei dem jüngst verkauften Wagen handelt es sich um das Exemplar mit der Nummer 401 von 502. Laut Inserat wurde der Evo zunächst nach Japan ausgeliefert und später in die USA importiert; über dieselbe Auktionsplattform war er bereits 2022 verkauft worden. Die Kombination aus dokumentierter Historie, niedriger Stückzahl und gepflegtem Zustand trug wesentlich zum hohen Interesse bei.

Technik, Leistung, Charakter

Das Serienmodell wird von einem 2,5‑Liter‑Reihenvierzylinder angetrieben, der gemeinsam mit Cosworth entwickelt wurde und rund 235 PS liefert. Die Kraft geht über ein manuelles Getrag‑Fünfganggetriebe ausschließlich an die Hinterräder.

Blick auf Fahrwerk und große Bremsscheiben eines sportlichen Coupés

Im Vergleich dazu bietet die HWA‑Variante eine komplett andere Herangehensweise: Dort ersetzt ein V6‑Biturbo den Originalmotor und bringt etwa 500 PS auf die Straße. Der klassische Evo II zeichnet sich hingegen durch sein bewusst analoges Fahrgefühl aus, das viele Enthusiasten schätzen.

Fahrwerk und Aerodynamik

Für bessere Rennstrecken-Performance erhielt der Evo II gegenüber den normalen 16V‑Modellen zahlreiche Änderungen: eine verbreiterte Spur, größere Bremsen, ein spezielles Fahrwerk und umfangreiche Aerodynamikpakete. Diese Maßnahmen machen ihn auch heute noch zu einem eigenständigen, fahrdynamisch anspruchsvollen Coupé.

Zustand und Innenraum

Bemerkenswert am versteigerten Wagen ist der Erhaltungszustand. Laut Angebot weist der Tacho rund 59.000 Kilometer auf, das Lackfinish in Blauschwarz‑Metallic soll sehr gut erhalten sein.

Auch das Interieur wirkt nahezu museal: die Kombination aus schwarzem Leder und den klassischen Stoffeinsätzen im Karomuster zeigt nur geringe Gebrauchsspuren. Wichtige Originalteile — von den ausgestellten Radhäusern über die 17‑Zoll‑Räder bis zum ikonischen Heckflügel — sind dem Inserat zufolge vorhanden.

Warum der Zuschlag Sinn macht

Für 420.000 Dollar sicherte sich der Käufer damit einen der begehrtesten Mercedes der Neuzeit und zahlte nur etwa die Hälfte dessen, was HWA für seine eigenständige Interpretation verlangt. Angesichts der Seltenheit, der belegten Historie und des außergewöhnlich guten Zustands dürfte der Kauf für Sammler und Liebhaber gut begründbar sein.

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