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Bevor der Pariser Autosalon seine Tore geöffnet hat, sorgt Renault bereits für Aufsehen: Die französische Marke zeigt eine Designstudie des neuen R8 Gordini, die klassische Rennsport-Ästhetik mit einem modernen, elektrischen Antrieb kombiniert und offenbar bewusst Nostalgie weckt.
Ein Name, der Geschichte atmet
Hinter dem Kürzel steckt die Figur Amédée Gordini, ein Tüftler aus der Nähe von Bologna, der Anfang des 20. Jahrhunderts nach Frankreich zog und schnell als „le Sorcier“ bekannt wurde. Gordini galt als genialer Motortuner: ohne große Mittel holte er aus kleinen Aggregaten mehr Leistung, als man erwartete.
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Sein Werk war nicht nur Show. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute er Rennwagen und trat in Wettbewerben gegen etablierte Häuser an. Obwohl er in der Formel 1 keine Siege verbuchen konnte, erhielt er Anerkennung in Frankreich und starb 1979 in Paris.
Wie aus einem bürgerlichen Auto ein Volks-Sportler wurde
Ende der 1950er-Jahre übernahm Renault Gordinis Dienstleistungen. Aus der biederen R8 mit Heckmotor und 40 PS formte er einen echten Sportwagen: deutlich stärkere Motorisierung, bis zu rund 170 km/h Spitze und ein deutlich agileres Fahrverhalten.

Der so aufgewertete Wagen, in der typischen blau-weißen Lackierung, gewann zahlreiche Rallyes und begründete einen Markenpokal, bei dem Fahrer im gleichen Fahrzeug gegeneinander antraten. Für viele Franzosen wurde der R8 Gordini zum Inbegriff des erschwinglichen Renngefühls — Jahre bevor der Begriff GTI in Deutschland populär wurde.
Zwischen Schminke und möglichem Comeback
Nach Gordinis Tod verblasste die Marke. Zwar trugen später mehr als 200.000 Autos seinen Namen, doch die sportlichen Hoffnungen wechselten zu Alpine, Turbo oder Williams. Vor rund 15 Jahren versuchte Renault noch einmal eine Rückkehr mit „Gordini“-Versionen von Twingo und Clio — optisch angelehnt, aber ohne Leistungsplus. Das Experiment hielt nur drei Jahre.
Offiziell ist die neue R8-Studie ein Einzelstück und eine Stilübung fürs Museum. Dennoch hat Renault zuletzt mehrere Ikonen wie den R5, den R4 und den Twingo wieder aufleben lassen. Und mit dem aufsehenerregenden, 540 PS starken Kleinserien-Projekt Turbo 3E zeigte der Konzern, dass seine Entwickler nach wie vor Lust auf Performance haben — wenn auch zu einem hohen Preis.
Was bedeutet das für Fans und Käufer?
Die Studie setzt bewusst auf historische Codes: Bleu de France und die zwei weißen Streifen sind unverkennbar. Ob daraus mehr als ein ästhetisches Fingerzeig wird, ist offen. Renaults aktuelle Strategie zeigt, dass ein Marken-Comeback möglich wäre — doch bislang bleibt die Gordini-Neuinterpretation vorerst ein Blick zurück mit modernem Anstrich.











