In den USA entsteht ein neues Lkw-Werk von Daimler Truck

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Daimler Truck hat den Bau eines neuen Werks in den USA angekündigt, um seine Produktionskapazitäten in Nordamerika zu stärken. Die Meldung fällt mit der Vorlage der Quartalszahlen zusammen, die einen deutlichen Gewinneinbruch ausweisen.

Werk von Grund auf für Lkw-Produktion geplant

Das Unternehmen spricht von einem reinen Neubau auf der grünen Wiese, der speziell auf die Fertigung von Fernverkehrs-Lkw sowie Bau- und Spezialfahrzeugen ausgelegt werden soll. Geplant sind moderne Produktionstechnologien und flexible Montageprozesse, damit verschiedene Fahrzeugvarianten effizient gefertigt und schneller an Marktveränderungen angepasst werden können.

Moderne Montagelinie in einer Lkw-Produktionshalle mit automatisierten Fertigungsprozessen
Flexible Montageprozesse ermöglichen effiziente Fertigung verschiedener Fahrzeugvarianten

Die Konzernführung sieht in dem Projekt einen strategischen Schritt zur Expansion in Nordamerika. Vorstandschefin Karin Rådström betont, das Werk solle die Service- und Reaktionsfähigkeit gegenüber Kunden in der Region verbessern. John O’Leary, Präsident und CEO von Daimler Truck North America, verwies auf den hohen Wettbewerbsdruck im Markt und bezeichnete die Investition als Ausdruck des Vertrauens in die Zukunft des Straßengüterverkehrs in Nordamerika.

Standortentscheidung noch offen, Produktion ab 2029 geplant

Einen konkreten Standort hat Daimler Truck noch nicht benannt. Als Auswahlkriterien nennt das Unternehmen die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, eine verlässliche Lieferkette, leistungsfähige Verkehrsanbindungen und günstige lokale Rahmenbedingungen.

Der Baubeginn ist für Ende 2026 eingeplant; die Inbetriebnahme soll 2029 erfolgen. Künftig könnten laut Unternehmen tausende Arbeitsplätze am neuen Standort entstehen. Daimler Truck baut bereits seit mehr als 80 Jahren Nutzfahrzeuge in den USA und betreibt Werke in Cleveland, Gastonia, Mount Holly, High Point (North Carolina) und Gaffney (South Carolina). Zudem gibt es eine Unternehmenszentrale und ein Entwicklungszentrum in Portland, Oregon.

Gewinnrückgang, aber Prognose angepasst

Die Finanzzahlen zeigen deutliche Belastungen durch Zölle. Das Ergebnis je Aktie für das erste Halbjahr sank auf 0,34 Euro nach 1,22 Euro im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang von 72 Prozent. Allein im zweiten Quartal fiel das Ergebnis je Aktie von 0,29 auf 0,15 Euro.

Auch das bereinigte Konzern-EBIT ging zurück: Im ersten Halbjahr lag es bei 1.336 Millionen Euro nach 2.100 Millionen Euro im Vorjahr, was einem Minus von 36 Prozent entspricht. Im zweiten Quartal betrug das bereinigte EBIT 838 Millionen Euro gegenüber 1.022 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die bereinigte Umsatzrendite im Industriegeschäft sank auf 6,8 Prozent (vorjahr: 9,2 Prozent). Der Umsatz des Industriegeschäfts stieg leicht auf 11,4 Milliarden Euro (Q2 2025: 10,8 Milliarden Euro).

Trotz der Rückgänge hat der Konzern seine Jahresprognose angehoben. Als Gründe nennt das Management die im November 2025 vom US-Handelsministerium bestätigte Anerkennung von US‑Wertschöpfungsanteilen, die die erwartete Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf mindern dürfte, sowie eine stärkere Nachfrage in Nordamerika. Für 2026 peilt Daimler Truck nun ein bereinigtes EBIT von 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro an (vorher: 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro) und eine bereinigte Umsatzrendite im Industriegeschäft von 7 bis 9 Prozent (vorher: 6 bis 8 Prozent).

Finanzvorständin Eva Scherer kündigte an, nach Abschluss der ersten Tranche im September die zweite Rückkaufphase von Aktien zu starten. Das Volumen der zweiten Tranche soll bis zu 1,1 Milliarden Euro betragen.

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