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Nach elf Jahren auf dem Markt tritt Audis neuer Q7 an, um vor allem ein Problem zu beheben, das der Marke zuletzt zugesetzt hat: die Innenraum‑Qualität. Unser erster Test klärt, ob der große SUV neben dem erwarteten Qualitäts‑Sprung auch fahrdynamisch überzeugt — und ob er sein gehobenes Preisschild rechtfertigt.
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Der Q7 zählt zu Audis großen Baureihen: Die bisherige Generation ist über Jahre ein Verkaufsschlager gewesen (rund 780.000 Neuzulassungen), blieb aber nun elf Jahre im Programm. Historisch betrachtet kam Audi später als viele Rivalen in das SUV‑Geschäft: Mercedes, BMW und Porsche hatten ihre Modelle schon deutlich früher auf dem Markt, der erste Q7 folgte 2005.
Bei der Neuauflage setzt Audi auf eine stark überarbeitete, längs modulare Plattform, die auf Komfort und europäischen Anspruch getrimmt wurde — obwohl der Hersteller selbst rechnet, dass fast die Hälfte der Verkäufe in Nordamerika landen soll (Ingolstadt nennt 46 Prozent), gefolgt von China (22 Prozent) und Europa (18 Prozent).
Abmessungen und Design
Äußerlich ist der neue Q7 kantiger geworden. Mit 5.056 mm Länge ist er minimal kürzer (‑11 mm) als der Vorgänger, gleichzeitig aber deutlich breiter: Audi nennt jetzt 2,01 m (plus 40 mm). Das erhöht den Anspruch beim Einparken in engen Garagen. Der Radstand bleibt mit 2,99 m nahezu unverändert, die Höhe legt auf 1,81 m zu (+66 mm).

Neu sind optische Details wie projizierte Blinksignale auf der Fahrbahn sowie die Möglichkeit, den Q7 auf bis zu 23‑Zoll-Rädern zu fahren. Der Luftwiderstand liegt bei einem CW‑Wert von 0,31. Optional ist eine 5‑Grad‑Hinterradlenkung, die den Wendekreis von 12,8 auf 11,7 Meter reduziert.
Innenraum, Infotainment und Kofferraum
Im wichtigsten Kapitel hat Audi deutlich nachgelegt: Die Materialwahl und die Verarbeitungsqualität im Cockpit wirken wieder auf Premiumniveau. Robuste Kunststoffe, hochwertige Hölzer und sorgfältig ausgeführte Bezüge prägen den Innenraum; speziell das neue Alpaka‑Interieur machte einen sehr angenehmen Eindruck.
Die Bedienung folgt dem bekannten Audi‑Konzept: die sogenannte Digital Stage kombiniert ein 11,9‑Zoll‑Instrumentendisplay, einen 14,5‑Zoll‑Zentralbildschirm und einen 10,9‑Zoll‑Beifahrer‑Screen. Viele Funktionen laufen per Touch oder Sprache, physische Tasten sind hingegen spärlich vertreten.
Platzangebot und Variabilität sind typisch für diesen Größenbereich: Als Fünfsitzer bietet der Kofferraum 806–2.075 Liter, als Siebensitzer 722–1.980 Liter. Die dritte Sitzreihe bleibt eher eine Kindersitzbank; Erwachsene sitzen dort nur auf kurzen Strecken komfortabel.
Optionales Highlight: Ein neues 4D‑Sound‑System von Bang & Olufsen mit 22 Lautsprechern, 1.360 Watt und Aktuatoren in den Sitzen.
Technische Daten (Auszug)
| Modell | Audi Q7 3.0 V6 TDI (2026) |
| Antrieb | 3,0‑Liter V6‑Diesel, Allrad (permanent) |
| Leistung | 220 kW (299 PS) |
| Drehmoment | 630 Nm |
| 0–100 km/h | 6,0 s |
| Höchstgeschw. | 235 km/h |
| Gewicht (inkl. Fahrer) | 2.455 kg |
| WLTP‑Verbrauch | 7,2–8,0 l/100 km |
| Grundpreis / Testwagen | 87.900 € / bis ~133.760 € (var. Ausstattung) |
Antrieb
Zum Marktstart setzt Audi (zumindest in Europa) primär auf Diesel: Der bekannte 3,0‑Liter‑V6‑TDI mit 48‑Volt‑System und elektrischem Verdichter ist in zwei Leistungsstufen verfügbar — 245 PS / 500 Nm und 299 PS / 630 Nm. Später soll das Programm um einen 2,9‑Liter‑Biturbo‑Benziner und einen Sechszylinder‑Plug‑in‑Hybrid ergänzt werden.

In den USA ist bereits ein 4,0‑Liter‑Biturbo‑V8 (SQ7) mit rund 600 PS verfügbar; Audi prüft, ob dieses Aggregat auch in Europa angeboten werden kann.
Im Test zeigte sich der 299‑PS‑Diesel sehr spontan, vor allem dank des elektrischen Verdichters. Unter hoher Last tritt jedoch eine rauere Tonlage und eine spürbare Vibrationsneigung auf — bei zurückhaltender Autobahnfahrt wirkt der Motor insgesamt souverän. Bordcomputer‑Messungen ergaben etwa 6,2 l/100 km bei konstanter 120‑km/h‑Fahrt; im gemischten, zügigen Alltag lagen wir bei rund 9 l/100 km.
Fahrverhalten
Die Fahrwerksauswahl reicht vom Stahlfahrwerk (Basis) bis zu zwei Luftfeder‑Setups; eines betont Komfort, das andere Sport. Serienmäßig hat der Q7 permanenten Quattro‑Allrad, das Torsen‑Differenzial wurde überarbeitet.
Mit dem komfortorientierten Luftfahrwerk zeigt sich der Q7 ausgewogen: feinfühliges Ansprechverhalten, souveräne Dämpfung und ein harmonischer Fahrfluss. Die Balance zwischen Laufruhe und Traktion ist gelungen — hier fühlt sich der Wagen wie ein repräsentativer Langstrecken‑Souverän an.
Die Sport‑Luftfeder strafft die Abstimmung deutlich, reduziert die Wankbewegungen und macht das Fahrzeug spürbar direkter. Das führt zu beeindruckender Kurvendynamik für ein 2,45‑Tonnen‑SUV, geht aber zulasten der entspannten Grundcharakteristik. Für Fahrer mit sportlichem Anspruch ist das Paket reizvoll; für die meisten Käufer dürfte die komfortablere Abstimmung passender sein.
Bewertung: 8,5/10
Der neue Q7 liefert den von vielen erwarteten Qualitäts‑Sprung im Innenraum und bringt das Modell optisch sowie fahrdynamisch auf einen modernen Stand. Das Fahrverhalten ist stimmig, die Grundausrichtung komfortabel, mit ausreichender Dynamik.
Der V6‑Diesel beeindruckt durch Spontaneität, zeigt unter Last aber eine zu deutliche Rauheit. Preislich bewegt sich der Q7 in hohen Bereichen, doch angesichts der verbesserten Verarbeitungsqualität und des stimmigen Gesamtkonzepts ist das Auto ein ernstzunehmender Kandidat im Premium‑SUV‑Segment.












