Testfahrt: Bietet der Lucid Air Grand Touring 2026 mehr als nur Reichweite?

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Der Lucid Air Grand Touring gilt weiterhin als Maßstab für elektrische Reichweite — und verkauft sich in Deutschland überraschend schlecht. Technisch und optisch beeindruckt die US-Luxuslimousine, doch einige Bedien-Eigenheiten und die geringe Markenbekanntheit dämpfen offenbar die Nachfrage.

Technik, Reichweite und Leistung

Seit Ende 2021 auf dem Markt, ist der Air technisch kaum gealtert. Sein Antriebsstrang basiert auf einer 900-Volt-Architektur, zwei Permanentmagnetmotoren mit zusammen 611 kW (831 PS) und einem 117‑kWh‑Akkupaket. Bis zu 300 kW Ladeleistung und sehr niedriger Stromverbrauch zählen zu seinen Stärken.

Lucid nennt für die 19‑Zoll‑Bereifung einen WLTP‑Verbrauch von nur 13,5 kWh/100 km. Selbst mit den optionalen 21‑Zoll‑Rädern bleibt laut Datenblatt eine WLTP‑Reichweite von rund 820 Kilometern möglich — Werte, die auch 2026 noch zu den Spitzenwerten im Segment gehören.

Form, Aerodynamik und Proportionen

Die Karosserie verbindet auffällige Eleganz mit Effizienz: Ein sehr niedriger Luftwiderstandsbeiwert von 0,197 trägt neben dem tiefen Aufbau zu den hervorragenden Verbrauchswerten bei. Mit knapp fünf Metern Länge und nur 1,40 Metern Höhe wirkt der Air deutlich gestreckter als viele Wettbewerber; das spiegelt sich auch im Raumgefühl wider.

Verantwortlich für das Erscheinungsbild ist Designer Derek Jenkins, der laut Hersteller an Modellen wie dem Audi A2 und dem Mazda MX‑5 ND mitgewirkt hat. Das Ergebnis bleibt eine klare, elegante Linienführung statt reiner Zweckästhetik.

Innenraum: luxuriös, aber mit Tücken

Im Innenraum setzt Lucid auf hochwertige Kombinationen aus Holz, Metall, Leder und Stoffen. Die Displays sind optisch gut eingebunden, das große zentrale Bildschirm lässt sich bei Bedarf versenken. Insgesamt entsteht ein Ambiente, das sich bewusst von vielen deutschen Premiumangeboten abhebt.

Für den Alltag gibt es jedoch einige ungewöhnliche Bedienlösungen. Türgriffe fahren elektrisch aus, und der Frunk schließt auf Knopfdruck sehr kräftig. Einstellungen für Lenkrad und Außenspiegel erfolgen ausschließlich über das Infotainment oder Lenkradtasten. Die Scheibenwischer werden über einen Screen neben dem Instrumententräger gesteuert — eine Anordnung, die im Alltag unpraktisch wirkt. Im Test funktionierte die Sprachsteuerung nicht, und ein Head‑up‑Display ist offenbar nicht verfügbar.

Komfort, Platz und Alltagstauglichkeit

Das Glasdach ist ein markantes Bauteil: Es reicht fast über die gesamte Fahrzeuglänge, spendet Helligkeit und filtert starke Sonneneinstrahlung. Fahrer und Beifahrer sitzen sehr komfortabel; im Fond entsteht fast Business‑Class‑Atmosphäre.

Kofferraumvolumen und Stauraum sind großzügig: Der Heckkoffer bietet 627 Liter, zusammen mit dem Frunk nennt Lucid 910 Liter. Werden die Rücksitze umgeklappt, steigt das maximale Ladevolumen laut Hersteller auf bis zu 1.835 Liter inklusive Frunk.

Ein praktisches Detail: Die Navigation inklusive Ladeplanung sowie die Batterie‑Vorkonditionierung werden über Google realisiert, was die Langstreckentauglichkeit unterstützt.

Preis und Konkurrenz

Der Listenpreis des Grand Touring beginnt bei 129.900 Euro. Damit tritt Lucid gegen etablierte Oberklasse‑Elektroautos an, etwa den Mercedes‑AMG EQE 53, den Porsche Taycan GTS sowie je nach Ausstattungswunsch EQS und BMW i7.

Zum Vergleich: Der AMG EQE 53 erreicht bis zu 625 PS, beschleunigt in 3,5 Sekunden auf 100 km/h und bietet bis zu 502 Kilometer WLTP‑Reichweite. Der Porsche Taycan GTS leistet bis zu 700 PS, nennt bis zu 637 Kilometer WLTP und lädt mit maximal 320 kW leicht schneller als der Lucid. In puncto Reichweite und Effizienz bleibt der Air Grand Touring jedoch eines der führenden Fahrzeuge seiner Klasse.

Warum die Verkaufszahlen trotzdem gering sind

In Deutschland tut sich eine US‑Limousine schwer, obwohl der Air viele technische Vorzüge bietet. Die Marke ist weniger bekannt, das Modellsegment verkaufsseitig ohnehin anspruchsvoll. Zusätzlich wirken einige Alltagseigenheiten und die technische Bedienlogik wie Hemmnisse für Käufer, die Komfort und intuitive Bedienung erwarten.

Vertiefende Fahreindrücke, technische Details und das vollständige Testergebnis sind bei der Schwesterseite InsideEVs.de dokumentiert.

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