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Rund die Hälfte der Motorradfahrenden unterschätzt, wie viel Strecke eine Gefahrenbremsung tatsächlich benötigt. Das ergibt eine Untersuchung des Instituts für Zweiradsicherheit (ifz), die Bremsversuche mit praktischen Einschätzungen verglich.
Aufbau der Untersuchung
Für die Studie bewerteten 50 Teilnehmende zunächst, wie viel Abstand sie für eine Gefahrenbremsung bei verschiedenen Geschwindigkeiten für notwendig hielten. Anschließend führten sie in insgesamt mehr als 200 realen Bremsversuchen die zuvor genannten Einschätzungen praktisch durch.
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Je nach Ausgangstempo zeigte sich, dass zwischen 46 und 54 Prozent der Prüflinge tatsächlich mehr Weg benötigten, als sie vorab angenommen hatten. Mit steigender Geschwindigkeit wuchs die Unsicherheit in der Distanzabschätzung.
Wie Fahrpraxis und Wissen die Leistung beeinflussen
Die Daten des ifz legen nahe, dass gezieltes Üben einen Unterschied macht. Wer regelmäßig Gefahrenbremsungen trainierte, erreichte tendenziell kürzere Bremswege.

Auch technisches Wissen spielte eine Rolle: Probanden mit Kenntnissen zur Funktionsweise ihrer Bremse schnitten besser ab. Überraschend war jedoch, dass Vielfahrer nicht automatisch verlässlichere Schätzungen abgaben als Wenigfahrende.
Wahrnehmung von Entfernungen
Neben den Bremsversuchen prüften die Forschenden, wie genau Entfernungen visuell eingeschätzt werden. Im Durchschnitt überschätzten die Teilnehmenden die Länge einer vorgegebenen Strecke deutlich.
Mit zunehmender Geschwindigkeit vergrößerte sich die Diskrepanz zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Distanz. Das hat direkte Folgen für das Fahrverhalten: Eine subjektiv als 50 Meter eingeschätzte Lücke kann in Wirklichkeit deutlich kürzer sein.
Alterseffekt und praktische Konsequenzen
Ein weiterer Befund: Ältere Teilnehmende neigten dazu, die benötigten Bremswege eher länger einzuschätzen als jüngere. Ob dies mit Erfahrung oder Vorsicht zusammenhängt, lässt die Studie offen.
Die Messungen fanden auf dem Gelände des ADAC‑Verkehrsübungsplatzes in Recklinghausen statt. Die Forscher des ifz folgern daraus, dass bloße Fahrpraxis allein nicht ausreicht, um Bremswege zuverlässig einzuschätzen.
Was Fahrerinnen und Fahrer mitnehmen sollten
Nach Ansicht der Studienautoren können regelmäßige Notbremsübungen und strukturierte Fahrsicherheitstrainings helfen, die tatsächliche Bremsleistung zu verbessern und Fehleinschätzungen zu reduzieren. Für Motorradfahrende bedeutet das: Üben wirkt – und Wissen über die eigene Bremstechnik ist nützlich.











