World Car of the Year: Überraschung beim Speed dating in Pasadena

World Car of the Year: Überraschung beim Speed dating in Pasadena. © spothits/Auto-Medienportal.Net
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World Car of the Year: Überraschung beim Speed dating in Pasadena

An drei Tagen hatten die Mitglieder der Jury für die Auszeichnung „World Car of the Year“ Gelegenheit, Kandidaten zu testen. Wer immer von den rund 75 Motorjournalisten internationaler Medien zur Los Angeles Auto Show angereist war, hatte im nahegelegenen Pasadena die Chance zum Treffen mit den Kandidaten, den er noch nicht kannte.

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„World Car of the Year“

Denn nicht alle zur Wahl stehenden Modelle werden es rechtzeitig oder vielleicht auch gar nicht in die Heimatmärkte der Juroren schaffen.

In Pasadena traten zum Speed dating einige Kandidaten für die Auszeichnung „World Car of the Year“: Cadillac CT6, Chevrolet Malibu, Hyundai Tucson, Kia Optima, Mazda MX-5 und Toyota Prius; für das „World Luxury Car“ der Volvo XC90; für das „World Performance Car“ Cadillac ATS-V (Coupé), Cadillac CTS-V und Chevrolet Camaro sowie für das „World Green Car“ der Chevrolet Volt.

Amerikaner und solche, die hierhin passen wollen, bestimmten also die Auswahl der Testkandidaten. Dabei hinterlassen die großen Amerikaner im Wortsinne den stärksten Eindruck. Die Amerikaner rüsten nach. Offenbar wollen sie den europäischen Premiummarken Paroli bieten. Ein Amerikaner fährt eben nicht hinterher. Da besinnt man sich lieber auf die klassischen amerikanischen Werte, auf die Kubikzoll als Maß für den Hubraum. Als Beispiel für Design und Kraft steht der Chevrolet Camaro als Kandidat für das „World Performance Car“ mit seiner 1,90 Meter breiten, gefräßigen Schnauze, die gewillt scheint, jeglichen Verkehr zur Seite zu schieben. Viel mehr Aggressivität kann ein Designer einem Sportler nicht mitgeben. Da wirkt selbst der vielgeliebte aktuelle Ford Mustang fast brav.

Die starken V8-Maschinen dominieren auch die Cadillac aus dem Hause General Motors. Den rund 1,7 Tonnen schweren Camaro SS treibt ein 6,2-Liter-Motor von 340 kW / 461 PS und einem maximalen Drehmoment von knapp 620 Newtonmetern in 4,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als Durchschnittsverbrauch ermittelten die Kollegen von „Motortrend“ einen Wert von 24 Litern auf 100 km.

Solche Werte schocken in den USA niemanden angesichts eines Benzinpreises von 70 Eurocent pro Liter. Da darf es auch eine Menge Abgas sein, Hauptsache kein Stickoxid. Wer so mit dem Kraftstoff rumsauen darf, der kann auch leistungsstarke Motoren günstig anbieten. Der Camaro SS kostet umgerechnet etwas mehr als 35 000 Euro. Wenn der nach Europa kommt, wird es bei dem Preis wohl kaum bleiben.

Innen bietet der Camaro ebenfalls viel Dramatik fürs Geld. Besonders fällt das bei dem digitalen Cockpit auf, das versucht, den Uhrenladen alter Sportwagen in gerade ausreichender Auflösung anzubieten. Wie die Cadillac der schnellen V-Baureihe bietet der Camaro energischen Vortrieb, lässt sich trotz leichten Übergewichts auf der Vorderachse spontan einlenken und zeigt sogar einen ordentlichen Geradeauslauf. Die kommen, die Amis, über die Leistung und über den Preis, aber nicht über den Klang. Da ist überraschend wenig vom unwiderstehlichen Achtzylinder-Röhren zu hören.

Aber die eigentliche Überraschung des Testtags brachten nicht die Amerikaner, sondern Toyota mit einem Vorserienmodell des Prius an den Start. Auf dem Toyota-Messestand der Los Angeles Auto Show wurde schon deutlich, dass die Designer der bisher etwas schlichten Karosserie mehr Charakter mitgeben durften. Offenbar haben sich die Japaner von der alten Philosophie verabschiedet, das Design müsse jedem auf den ersten Blick klarmachen, dass dieses Auto ein ganz besonderes ist. Nun darf er besser aussehen.

Innen verschwand jeder Anflug von Fisher-Price-Spielzeugoptik. Auch der zentrale Bildschirm bedient sich nicht mehr der Optik japanischer Kinder-PC. Jetzt wirkt alles ganz erwachsen: Umlaufende Wrap-around-Gestaltung, elegantes Armaturenbrett, alles bespannt mit genarbtem, griffsympathischen Kunststoff, Multifunktionslenkrad in Leder, vernünftige Sitze, mehr Raum für die Passagiere und das Gepäck und so weiter bis hin zu einem deutlich wertigerem Ambiente mit mehr Größe.

Dazu gesellt sich der bekannte Antrieb. Als Plug in-Hybrid darf der sich nach der eurpäischen NEFZ-Vorschrift einen Verbrauch von drei Litern anrechnen lassen. Das ist fast ein ganzer Liter weniger als beim Vorgängermodell. Der CO2-Ausstoß sinkt entsprechend von 89 Gramm auf 70 Gramm pro Kilometer. Den Luftwiderstandsbeiwert geben die Japaner mit 0,24 an.

Der Wirkungsgrad des Benzinmotors beträgt 40 Prozent. Das ist Rekord für einen Ottomotor. Der neue Prius beschleunigt von null auf 100 km/h in 10,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Die Gesamtleistung des Hybridsystems liegt bei 90 kW / 122 PS. Die neue Nickel-Metallhydrid-Hybrid-Batterie ist kompakter und leistungsstärker. Angeordnet ist sie jetzt direkt unter den Rücksitzen, so dass keine Kompromisse beim Kofferraumvolumen mehr eingegangen werden müssen.

Mehr als diese technischen Details bestimmt die Geräuschdämmung den neuen Charakter des Toyota Prius. Die Dämmung schluckt das ungewohnte und vielen unsympathische Geräusch des Antriebs, der wegen seines CVT-Getriebes anders dreht als man es gewohnt ist. Der Fahrer muss schon genau hinhören. Das Jaulen wird er aber nicht vermissen. Vom typischen Klang der Elektrokomponente bleibt nur eine kurzes Singen nach dem Anfahren oder kurz vor dem Stehenbleiben.

World Car of the Year: Überraschung beim Speed dating in Pasadena. © spothits/Auto-Medienportal.Net
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In Deutschland wird die vierte Generation des Toyota Prius zum ersten Mal angeboten werden, als erwachsenes Auto und vielleicht auch als „World Green Car of the Year“. Die Auszeichnungen werden am 24. März 2016 am Morgen nach dem Pressetag der New York International Auto Show vergeben. Aber bis dahin werden wir Juroren noch viel testen müssen.

sph/ampnet/Sm

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