Von Bergen bis Bozen (5): Einer kam durch

Von Bergen bis Bozen (5): Einer kam durch. © spothits/Peter Schwerdtmann
Von Bergen bis Bozen (5): Einer kam durch. © spothits/Peter Schwerdtmann

Von Bergen bis Bozen (5): Einer kam durch

Soviel können wir nach rund 2000 Kilometer auf dem Weg vom norwegischen Bergen ins italienische Bozen schon sagen: Bis nach München hat keiner der sieben Hyundai ix35 Fuel Cell und auch keines der Begleitfahrzeuge geschwächelt.

Von Bergen bis Bozen (5): Einer kam durch. © spothits/Peter Schwerdtmann
Von Bergen bis Bozen (5): Einer kam durch. © spothits/Peter Schwerdtmann
Von Bergen bis Bozen (5): Einer kam durch. © spothits/Peter Schwerdtmann
Von Bergen bis Bozen (5): Einer kam durch. © spothits/Peter Schwerdtmann

Nach rund 2000 Kilometer

Dies wurde deutlich: Die Autos sind weiter als das Umfeld, das sie brauchen. Über das aktuell dünne Tankstellennetz in Deutschland herrschen keine Illusionen. 15 öffentlich zugängliche Tankstellen reichen nicht für ein Durchstarten der Brennstoffzelle als Energiequelle für Elektrofahrzeuge. Aber auch bei der Tankstellen-Technik gibt es offenbar noch Spielraum für Verbesserungen.

Bei der gestrigen Etappe schaffte es der erste Wasserstoof-Hyundai, seinen Tank randvoll zu füllen. Danach wollte sich der notwendige Druck von 700 bar nicht aufbauen. Nur einer kam durch, die anderen mussten länger als normal warten. Das war eine Panne, die behoben werden konnte. Doch sie zeigte ein grundsätzliches Problem: Jede Tankstation braucht eine spürbare Pause, bis die 700 bar für den nächsten Tankvorgang wieder anliegen. In der Praxis ist das kein Problem – noch nicht. Denn heute rollen nicht sieben Brennstoffzellenfahrzeuge nach einander vor. Ein Experte von Linde nannte als Auslastung einer der drei Tankstellen in München die Zahl von fünf Tankvorgängen pro Tag.

Das soll nun mehr werden. Denn Linde hat sich entschlossen, in München ein Carsharing-Projekt der besonderen Art mit Wasserstofffahrzeugen aufzuziehen. Hyundai lieferte der Linde Group in Pullach bei München 50 ix35 Fuel Cell. Mit den Autos startet im Sommer das weltweit erste Carsharing-Angebot für Fahrzeuge mit Brennstoffzelle. Die Tochtergesellschaft Linde Hydrogen Concepts betreibt eine kleine Einheit unter dem Namen „Bee Zero“. Die Hyundai ix35 Fuel Cell werden in den Stadtteilen Schwabing, Haidhausen, Au und Glockenbach verfügbar sein.

Die Bee Zero richten sich an Münchner und andere, die nicht nur mal eben in der Stadt von A nach B fahren wollen. Das neue Konzept will die große Reichweite der Brennstoffzellen-Autos ausnutzen und eher zu Wochenendausflügen reizen. Die Fahrzeuge können in den speziellen Parkzonen der Stadteile übernommen und wieder abgestellt werden. Buchung – spontan vor Ort oder geplant auf der Webpage – werden mit einer speziellen App umgesetzt, ebenso die Abrechnung. Zu dem Carsharing-Angebot gehört auch die Zusage, in München noch in diesem Jahr drei weitere Wasserstoff-Tankstellen aufzubauen. Alle werden mit „grünem“ Wasserstoff beliefert, der aus Windkraft oder Biomethan erzeugt wird.

Bee Zero ist wird so zu einer Art Leuchtturmprojekt für die Mobilität mit Wasserstoff. Bisher fuhren oft Behörden, Unternehmen und Verbände mit Brennstoffzellen-Autos vor. Private Käufer gibt es zurzeit nur verschwindend wenige. In der Region München hat nun jeder Autofahrer die Möglichkeit, die Mobilität mit Wasserstoff an Bord eines Hyundai ix35 zu erleben.

sph/ampnet/Sm

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