In Friedrichshafen sind die Räder los

In Friedrichshafen sind die Räder los. © spothits/Messe Friedrichshafen
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In Friedrichshafen sind die Räder los

So schnell können sich die Zeiten ändern. Als die Eurobike in Friedrichshafen vor 25 Jahren zum ersten Mal ihre Tore öffnete, wurde die damals ganz auf sportliche Fahrräder spezialisierte Messe noch belächelt. Gerade 268 Fahrradproduzenten hatten den Weg an den Bodensee gefunden.

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Heute zeigen am Rhein Fahrrad- und Motorradhersteller alle zwei Jahre

Vor allem in Köln fühlte man sich vor der neuen Konkurrenz sicher, denn die Ifma galt in jenen Jahren als die wichtigste europäische Leitmesse für Zweiräder mit und ohne Motor. Doch dann rollten zuerst die Motorräder nach München, und schließlich ging der Kölner Messe im Jahr 2008 endgültig die Luft aus. Heute zeigen am Rhein Fahrrad- und Motorradhersteller alle zwei Jahre ihre Neuheiten auf der Intermot. Die Rolle der Fahrrad-Leitmesse allerdings musste Köln an die Friedrichshafener abtreten. In diesem Jahr zeigen 1350 Aussteller auf mehr als 100 000 Quadratmetern ihre Produkte.

Doch auch die Eurobike ist nicht mehr, das was sie einmal war. Standen anfangs sportlich ambitionierte Modelle im Mittelpunkt, so zeigt die Industrie heute am Bodensee die gesamte Vielfalt der Zweiräder. Und die kann sich sehen lassen. Bis zum 4. September präsentiert sich eine aufgeladene Branche, die dank der Elektrifizierung des Antriebs zuversichtlich in die Zukunft blickt. Einen ähnlichen Boom lösten zuletzt die Mountainbikes aus. Nun sind es also die E-Bikes, lange Zeit als „AOK-Chopper“ oder „Rollator-Ersatz“ belächelt, die dem Handel den Zuwachs bringen. Während die Automobilhersteller bei der E-Mobilität unter der Zurückhaltung der Kundschaft leiden, hat sich bei den Fahrradproduzenten der elektrifizierte Antrieb auf breiter Front durchgesetzt.

Beim Rundgang über die Messe surrt es an allen Ecken, zeigen die Hersteller die gesamte Vielfalt der Räder mit elektrischem Rückenwind. Lediglich die ganz Kleinen müssen auf Strom-Nachhilfe verzichten, ansonsten gibt es kein Segment, das nicht von den „Elektrikern“ auf Trab gebracht wird. Dank der ständigen Weiterentwicklung sind inzwischen Antrieb und Energiespeicher so dezent in die Rahmengeometrie integriert, dass viele Räder erst auf den zweiten Blick als E-Bikes erkannt werden. Wobei E-Bike der eigentlich falsche Begriff ist, denn darunter versteht der Gesetzgeber Räder, die sich per Drehgriff am Lenker elektrisch beschleunigen lassen. Für die anderen steht der Begriff Pedelec (Pedal electric Cycle), weil hier die Elektrik den Tritt in die Pedale lediglich unterstützt.

Der Schweizer Pedelec-Pionier Flyer stellt in Friedrichshafen mit dem Uproc 7 ein neues vollgefedertes E-Mountainbike vor, das als Weltneuheit einen gemeinsam mit Panasonic entwickelten Mittelmotor besitzt, der neben den üblichen bis zu vier Unterstützungsstufen ein integriertes Zwei-Gang-Getriebe besitzt. Das elektronisch von der Bedieneinheit am Lenker gesteuerte Getriebe dient als Ersatz für ein zweites Kettenblatt und kann deutlich schneller als bei herkömmlichen Lösungen mit einem Umwerfer in Sekundenbruchteilen die Gänge wechseln, was wiederum den Energiespeicher schont. Daneben besitzt Uproc 7 alle üblichen technischen Lösungen wie 160 Millimeter Federweg, eine versenkbare Sattelstütze und bissig zupackende Scheibenbremsen.

Die US-Firma Felt kommt mit dem Redemption-e an den Bodensee und zeigt dabei die neue Acht-Gang-Kettenschaltung EX1 von Sram, die eine zum Elektroantrieb passende Übersetzung bietet. Für die Puristen der Szene sind das alles natürlich Zumutungen, doch das waren vor Jahren auch die Federsysteme, die den „harten Jungs“ auf den „harten Trails“ missfielen…

Neben den sportlichen Pedelecs zeigen die Hersteller auch Lösungen für den Genussradler. So kommt von der Darmstädter Edel-Manufaktur Riese und Müller das Delite mit zwei Akkus, die mittels Dual Battery Concept von Bosch intelligent miteinander verbunden sind. Steppenwolf zeigt sich gar nicht wild und bringt in der kommenden Saison das Transterra E 7.1 zu den Händlern. Das Rad soll mit drei Rahmenvarianten – Diamant und Trapezrahmen sowie als Tiefeinsteiger – ganz unterschiedliche Kundenkreise ansprechen, wobei der Tiefeinsteiger mit Rücktrittbremse vor allem für konservativ eingestellte Radler gedacht ist. Dass auch Liebhaber exotischer Radkonzepte der E-Mobilität folgen, zeigt die HP Velotechnik mit einem E-Liegedreirad, das für das zügige Fortkommen Shimanos Steps-Antriebssystem nutzt.

Seit sechs Jahren steht die Marke Grace-Bikes für neue Konzepte und originelles Design bei E-Bikes. Wer beim Weg zur hippen In-Location auffallen will, greift demnächst zum Grace MXII EQ Urban, wobei an dieser Stelle die Frage erlaubt sein muss, wer sich diese seltsamen Modellbezeichnungen einfallen lässt. Das Pedelec transportiert seinen Piloten mittels eines Brose-Antriebs mit einem maximalen Drehmoment von bis zu 90 Newtonmetern durchaus dynamisch. Dank der Nabenschaltung von Nuvinci und einem Riemenantrieb aus dem Hause Gates kommt auch der Komfort nicht zu kurz.

Beim Urbanic 1000 präsentiert Grace mit der Comodule-Technologie einen Ausblick in die Zukunft. Dank eines kleinen Chips und der integrierten Bluetooth-Technik und GS- sowie GPS-Modulen lässt sich der Standort des Bikes jederzeit ermitteln und außerdem lassen sich bei Bedarf auch Navigations- und Trainingsinformationen auf das Smartphone des Besitzers übertragen. Gleichzeitig ist auch eine Funktion zur Unfallerkennung und Hilfebenachrichtigung integriert, und weil offensichtlich noch Platz auf dem Chip war, ist auch eine Rückfahrkamera verfügbar.

Nur in die Pedale treten muss der Fahrer noch selbst.

sph/ampnet/ww

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