CES 2017: Schaeffler setzt Digitalisierungsstrategie fort

Digitalisierung ist ein Kernelement der strategischen Ausrichtung von Schaeffler für die Mobilität von morgen. Foto: spothits/ampnet/Schaeffler
Digitalisierung ist ein Kernelement der strategischen Ausrichtung von Schaeffler für die Mobilität von morgen. Foto: spothits/ampnet/Schaeffler

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler will in den kommenden Jahren weltweit bis zu 600 Experten einstellen, die an digitalen Lösungen für die Mobilität der Zukunft arbeiten. Die geplanten Neueinstellungen sind Teil einer Digitalisierungsoffensive, die das Unternehmen im vergangenen Jahr gestartet hat. Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist die Entwicklung intelligenter Produkte. Auf der CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas (5.–8.1.2017) zeigt Schaeffer, wie Visionen von automatisiertem Fahren, Elektrifizierung und Vernetzung in der Realität umgesetzt werden können.

Das Auto ist Teil des Internets der Dinge, in dem Maschinen Daten miteinander austauschen, wodurch bessere Lösungen für den Menschen geschaffen werden. „Für Schaeffler ist diese Entwicklung eine große Chance“, erläutert Gerhard Baum, Chief Digital Officer des Unternehmens, „denn unsere Komponenten und Systeme werden genau dort eingebaut, wo Spannungen, Kräfte und Momente entstehen: im Antrieb und im Fahrwerk.“ Stattet man diese Zulieferbauteile – etwa die in einem Fahrwerk verwendeten Lager – mit Sensoren aus, die Drehmomente, Kräfte, Schwingungen und Temperaturen messen, kann man entscheidende Informationen über den Zustand und die Nutzung des Moduls und des Gesamtsystems gewinnen.

Schaeffler zeigt auf der CES einen mechatronischen Wankstabilisator, der dazu dient, den Aufbau des Fahrzeugs bei Kurvenfahrten und unabhängig von Fahrbahnzustand in der Waagerechten zu halten. Bei dem in Serie produzierten mechatronischen System dient erstmals ein besonders effizienter Aktuator (Umsetzung von elektrischen Impulsen in Mechanik) dazu, die Wankbewegungen des Fahrzeugs auszugleichen. In einer kommenden Generation hat das Bauelement das Potenzial zusätzlich zum Sensor zu werden, der 3-D-Daten über den Straßenzustand aufnimmt. Kombiniert mit einer genauen GPS-Lokalisierung und einer intelligenten Auswertung, würden in Echtzeit wertvolle Informationen für den nachfolgenden Verkehr oder auch für den zuständigen Infrastrukturbetreiber entstehen.

Die technischen Grundlagen für in Bauteile integrierte Sensoren und Aktoren hat Schaeffler bereits gelegt, etwa mit der Entwicklung der Sensotect-Lager, die Messwerte über nanotechnische Beschichtungen erfassen. „Entscheidend ist aber nicht nur, dass wir Daten gewinnen, sondern dass wir diese auch richtig interpretieren und in Aktion umsetzen können“, betont Baum. Beim Einsatz von Sensoren in komplexen Maschinen und im Auto fallen große Datenmengen an, deren Informationen interpretiert, verarbeitet und in konkrete Handlungsempfehlungen umgesetzt werden müssen. So hat das Familienunternehmen aus Herzogenaurach im Oktober 2016 eine strategische Partnerschaft mit IBM geschlossen. Schaeffler steht damit nicht nur die Cloud oder „Watson“-Technologie zur Verfügung, sondern auch ein starker Partner aus der IT-Branche zur Seite. So werden verstärkt Mitarbeiter auf den Gebieten der Datenarchitektur und -analyse, Design-Thinking, App-Entwicklung und Business-Modelle gesucht, um Anwendungen für die Automobilindustrie und andere Branchen zu entwickeln.

sph/ampnet/jri

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