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Millionendeals: Hier stinkt der Fisch vom Kopf her! – Maßlosigkeit im Fußballgeschäft

24. April 2013 | Von | Kategorie: Kommentar

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Da geht richtig was ab: Für 38 Millionen Euro holt der FC Bayern Mario Götze nach München, meldet der Kicker Online (23.04.2013). Dabei müssen sich Borussen und Bayern gleichermaßen die Frage gefallen lassen, inwieweit diese Summe überhaupt noch etwas mit der »Lebenswirklichkeit« ihrer Fans zu tun hat, die brav, Woche für Woche, ihr Eintrittsgeld an der Stadion-Kasse abgeben

Mario Götze (Borussia Dortmund), german nation...

Mario Götze (Borussia Dortmund), german national football team (Photo credit: Wikipedia)

Kinder, es ist »nur« Fußball

Fußball ist Sport, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Was ihn zu etwas Besonderem macht sind Emotionen, Gemeinschaft und Heimatverbundenheit. Umso erstaunlicher ist, was hier für Beträge umgeschlagen werden. Über einzelne Millionen wird ja schon gar nicht mehr gesprochen, nehmen die sich doch zur jüngsten Transferaktion als Peanuts aus.

Unterhalt wird billiger

Durch den Wechsel von Götze wird nun seit langem wieder eine dieser Transaktionssummen öffentlich. Und der Schreck darüber steckt bei vielen tief. Zum einen natürlich wegen des Wechsels selbst, bei genauerem Hinsehen jedoch auch wegen der vertraglich vereinbarten und zu zahlenden Summe.

Und nun legen die Bayern mit beängstigender Leichtigkeit 38 Millionen Euro auf den Tisch. Hinzu kommen noch vergleichsweise niedrige »Nebenkosten« für das Honorar des Ausnahmespieler Mario Götze – bislang wurde hier nichts bekannt. Aber Götze selbst trifft in diesem Ränkespiel nur wenig Schuld. Natürlich möchte auch er beruflich aufsteigen. Und Chancen dafür sieht er offensichtlich eher beim FC als der Borussia.

Wie bitte geht das?

Deutsch: Der Fanshop des FC Bayern München in ...

Deutsch: Der Fanshop des FC Bayern München in der Bräuhausstraße in München. (Photo credit: Wikipedia)

Ob der Zeitpunkt des Wechsels geschickt gewählt wurde, sei dahingestellt. Entscheidender ist vielmehr: Wie kann ein Fußballverein ein derart hohes Vermögen mit Fußball anhäufen, und einfach so 38 Millionen Euro Ablöse zahlen? Vor Augen halten muss man sich, dass noch Fixkosten für andere Spieler, Immobilien und Funktionäre anfallen, die alle, Monat für Monat, beglichen werden müssen. 

Moral und Volkszorn

Zudem sollte gerade beim Fußball die Frage nach der Moral gestattet sein. Angesichts solcher Summen, die, gingen sie etwa an Manager von Banken, kurzerhand als moralisch verwerflich eingestuft würden. Warum geschieht das nicht beim Fußball? Wann wird hier der »Volkszorn« losbrechen? Gegenwärtig stößt dies auf wenig Interesse. Trotzdem sollte hier, wie bei Managergehältern, eine moralisch-ethische Diskussion stattfinden.

Das dürfte jedoch schwer werden. Denn selbst der Präsident des FC Bayern hält erwiesenermaßen nur wenig bis gar nichts von gesetzlichen Regelungen. Stinkt da der Fisch vom Kopf her?


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4 Kommentare auf "Millionendeals: Hier stinkt der Fisch vom Kopf her! – Maßlosigkeit im Fußballgeschäft"

  1. Besserwisser sagt:

    Na Herr Köcher, da beweisen Sie ja völlige Ahnungslosigkeit was den Fußball in der heutigen Zeit betrifft. Das Transfersummen nicht den Bezug zur Realität verloren haben, lässt sich ganz einfach mit den Grundlagen der Marktwirtschaft erklären! Scheinbar wissen Sie nicht dass sich der Preis immer nach Angebot und Nachfrage regelt. Wenige begehrte Güter kosten viel Geld. Güter sind begehrt wenn sie Mehrwert schaffen. Mehrwert finanziert das Unternehmen. Vielleicht haben Sie das jetzt auch verstanden! Ansonsten können Sie sich gerne darüber informieren, welche Umsätze ein einziger Spieler allein durch Merchandising usw. generiert, ohne dass er auch nur ein Spiel gemacht hat. Desweiteren erreicht eine gute Mannschaft mit hochklassigen Spielern mit hoher Wahrscheinlichkeit internationale Wettbewerbe, welche auch wieder Einnahmen mit sich bringen. Vom Abschneiden in der Liga und den damit erwirtschafteten TV-Geldern ganz zu schweigen!
    Wenn Sie also nun eine moralisch-ethische Diskussion anregen wollen, frage ich mich doch, welche Argumente Sie gegen die Marktwirtschaft bringen wollen? Oder wollen Sie bestreiten, dass wenn Sie eine besondere, seltene Fähigkeit haben, sie eben nicht meistbietend zu verkaufen?
    Im Übrigen geht es beim Profifußball eben nicht mehr nur noch um den Sport. Schauen Sie sich einfach mal die Firmierungen an: FC Bayern München AG
    Hier sind hochwirtschaftliche Unternehmen am Werk, welche genauso Gewinne erwirtschaften wollen wie alle anderen auch!
    Das nächste Mal sollten Sie also ein wenig recherchieren, bevor Sie solchen Blödsinn ins Netz setzen!

  2. sehstaerke.com sagt:

    Ich finde diese Hohen ablöse-Summen auch heftig, aber es ist heutzutage normal, also was soll man machen?
    Außerdem ist es mir eigentlich egal, denn es ist ja nicht mein Geld, und wenn jemand bereit ist so viel Geld für etwas auszugeben, und das Geld auch noch besitzt, dann ist das in meinen Augen kein Problem.

  3. Richtigsteller sagt:

    Wie sagt doch ein schönes Sprichwort: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten!“ So jedenfalls outen Sie sich als verkappter Alt-Kommunist und klassischer „Wutbürger“. Wenn mir was nicht passt, muss ich mich beklagen! (und mit Halbwissen glänzen).

    Wie sind denn bitte (halb)Staatliche Banken, die auf Kosten der Bürger ihre Boni schäffeln und sich dann – wenn sie sich verzockt haben – auch noch mit Steuergeldern gerettet werden, mit privatwirtschaftlichen Unternehmen wie den deutschen Fußballvereinen zu vergleichen? Wer hat der kann, Herr Köcher. Anders als andere Vereine HAT der FC Bayern dieses Geld. Vor allem wird das Geld für einen verdienten Speiler bezahlt.

    Die Wut über horrände Bonuszahlungen entlud sich auch nur derart heftig, da diese auch dann gezahlt wurden, wenn besagte Manager den karren an die Wand gefahren haben.

    Und die Steuerhinterziehung des Herrn Hoeneß auf den Verein zu beziehen ist in etwa so sinnig, wie alle Deutschen für den Schmuh des ehemaligen Bundespräsidenten verantwortlich zu machen.

    Aber zum Glück gibt es im (deutschsprachigen Internet ) ja Meinungsfreiheit, dass auch Leute wie Sie stets Ihren Senf dazu geben können.

    • Ingo Koecher sagt:

      »Alt-Kommunist und Wutbürger« trifft es nicht. Ganz so einfach ist die Sicht auf die Dinge denn doch nicht. Ich stimme Ihnen allerdings zu, dass es ein Glück ist, in Deutschland Demokratie leben zu können. Da gehört es dazu, seine Meinung sagen zu dürfen. Und das, ohne mit Repressalien rechnen zu müssen. Zudem handelt es hier nicht um eine Neid-Debatte.

      Natürlich definiert sich eine Institution, in diesem Fall eben ein Fußballverein, über Personalisierung. Und selbstverständlich sind beide Seiten eng miteinander verwoben. Das dem so ist, zeigten schwierige Entscheidung des Aufsichtsrats der Bayern, ob Hoeneß sein ruhen lassen sollte oder nicht. (Bis auf Weiteres bleibt er übrigens im Amt.)

      Gleiches gilt für den ehemaligen Bundespräsidenten, der per se Deutschland personifiziert. Und das auch über die Landesgrenzen hinaus.

      Was aber der »Wert« eines Spielers ist, sei dahingestellt. Dennoch werden Transfersummen gezahlt, die jeden Realitätsbezug verloren haben. Und das nicht erst sein kurzem. Vielleicht erinnern Sie sich noch an Diego Maradonna und dessen Wechsel vom FC Barcelona zum SSC Neapel 1984. Damals wurde mit 12,3 Mio. Euro, die bislang höchste Ablösesumme überhaupt, gezahlt. Heute mutet das wie Peanuts an. Aber warum?