Autokauf und Tempolimit – was die Deutschen denken

Autokauf und Tempolimit – was die Deutschen denken. © spothits/Tempo 30./Foto: Bundesregierung.de
Autokauf und Tempolimit – was die Deutschen denken. © spothits/Tempo 30./Foto: Bundesregierung.de

Autokauf und Tempolimit

Das im Jahr 2000 in London gegründete Online-Marktforschungsinstitut Yougov gilt mit mehr als 20 Standorten in Europa, den USA, im Nahen Osten, Afrika und Asien als Pionier seiner Sparte.

Autokauf und Tempolimit – was die Deutschen denken. © spothits/Tempo 30./Foto: Bundesregierung.de
Autokauf und Tempolimit – was die Deutschen denken. © spothits/Tempo 30./Foto: Bundesregierung.de

Was die Deutschen denken

In kurzen Abständen befragt Yougov.org via Internet einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung eines Landes nach seiner Ansicht zu den unterschiedlichsten Themen, von der politischen Meinung über das Interesse nach kulturellen Angeboten bis zum Konsumverhalten. Nun wollte das Institut wissen, worauf Autofahrer beim Kauf ihres nächsten Fahrzeugs achten und was sie von einem innerstädtischen Tempolimit von 30 km/h halten?

Rund ein Drittel aller Autofahrer in Deutschland will sich laut der Umfrage innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Auto zulegen, davon wiederum etwas mehr als die Hälfte ein fabrikneues. Dabei beeinflussen Allgemeinzustand (bei Gebrauchtwagen), Kaufpreis und Verbrauch des Fahrzeugs die Kaufentscheidung an erster Stelle, erst danach folgen Kilometerstand und Alter. Besonders deutlich: Das Portemonnaie bestimmt an erster Stelle, weit hinten liegt die Umweltfreundlichkeit. Sie rangiert unter ferner liefen nur auf dem neunten Platz hinter Motorisierung und technischer Ausstattung. Auch die Markentreue, einst von den Marketingstrategen gerne ins Feld geführtes Verkaufsargument, gerät ins Hintertreffen: Sie ist einem Drittel der Kunden völlig schnurz.

Ebenfalls rund ein Drittel der potenziellen Autokäufer liebäugelt mit einem Jahreswagen, etwa 40 Prozent mit einem Gebrauchtauto, das ruhig mehr als ein Jahr auf dem Karosserieblech haben darf. Quer durch alle Marken geht der Wunsch nach einem Kombi. Er ist der beliebteste Fahrzeugtyp für die Neuanschaffung (37 Prozent), vor Kompaktwagen und SUV, die für jeweils 31 Prozent in Frage kämen.

Neuerdings mehren sich die Forderungen nach einer allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts von 30 km/h. So sollen Städte künftig auch auf Hauptverkehrsstraßen ohne bürokratische Hürden ein neues Tempolimit vor Schulen, Kitas und Altenheimen einrichten können. Das sieht ein Gesetzentwurf des Bundes vor, der sich zurzeit in der Anhörung der Länder befindet. Auch der Deutsche Städtetag begrüßt die Initiative. „Bislang ist Tempo 30 nur ausnahmsweise möglich, wenn sich ein Ort bereits als Unfall- oder Lärmschwerpunkt herausgestellt hat“, sagt Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Städtetages. „Nun sollen die Städte vorbeugend handeln können, bevor etwas passiert.“ Die Stadt Schleswig an der Schlei macht schon jetzt ernst. Sie will künftig nur noch auf wenigen Hauptverkehrsachsen Tempo 50 erlauben. Auch zu diesem Themenkomplex wollte Yougov die Meinung der Deutschen erfahren.

Ergebnis:

Eine allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften stößt bei deutschen Autobesitzern auf Widerstand. Nur rund ein Drittel (32 Prozent) von ihnen würde ein solches Tempolimit begrüßen. Dem gegenüber steht eine deutliche Mehrheit (64 Prozent), die eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften ablehnt. Trotzdem hält Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt an seinem Vorschlag fest. Er möchte damit den Gemeinden einen größeren Handlungsspielraum geben. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat geht noch weiter und plädiert dafür, einen Modellversuch durchzuführen, in dem die Regelgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h auf 30 km/h gesenkt wird.

sph/ampnet/hrr

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