Ratgeber: Vorsicht vor dem toten Winkel

Ratgeber: Vorsicht vor dem toten Winkel. © spothits/Den toten Winkel halten Verkehrsexperten für eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr./Foto: Goslar Institut
Ratgeber: Vorsicht vor dem toten Winkel. © spothits/Den toten Winkel halten Verkehrsexperten für eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr./Foto: Goslar Institut

Ratgeber: Vorsicht vor dem toten Winkel

Den so genannten toten Winkel halten Verkehrssicherheitsexperten für eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr. Dieser nicht einsehbare Bereich, der bis zu rund 38 Prozent des Sichtfeldes eines Autofahrers ausmachen soll, liegt meist direkt vor und hinter dem Fahrzeug.

Ratgeber: Vorsicht vor dem toten Winkel. © spothits/Den toten Winkel halten Verkehrsexperten für eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr./Foto: Goslar Institut
Ratgeber: Vorsicht vor dem toten Winkel. © spothits/Den toten Winkel halten Verkehrsexperten für eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr./Foto: Goslar Institut

Der tote Winkel

Er ist trotz Rückspiegeln und viel Fensterfläche nicht völlig zu vermeiden. Und er kostet EU-weit jedes Jahr rund 400 Menschen das Leben, weil sie übersehen wurden. Die Zahl der mit einem mit Toter-Winkel-Warner ausgestatteten Autos nimmt zwar zu, ist aber immer noch recht gering.

Besondere Gefahr, sich im toten Winkel eines Fahrzeugs zu befinden, besteht für Fußgänger und Zweiradfahrer, warnt das Goslar Institut für verbrauchergerechtes Versichern. Sie trifft es bei einem Zusammenstoß mit einem Auto, dessen Fahrer sie wegen des uneinsehbaren Bereichs nicht wahrgenommen hat, dann auch meist am härtesten. Das gilt insbesondere für rechts abbiegende Lkw und Busse. Deren Fahrer können konstruktionsbedingt in den Seiten- und Rückspiegeln nicht alles sehen, was um sie herum geschieht. Zwar verfügen moderne Lastwagen und Omnibusse auf der Beifahrerseite inzwischen über Nahbereichs- und Weitwinkelspiegel sowie häufig noch zusätzliche Spiegel, die den toten Winkel verkleinern sollen. Das schafft mehr Sicherheit, aber keine vollständige. Deshalb sollten alle an solchen Situationen Beteiligten ihr Möglichstes tun, um den Risiken des toten Winkels entgegenzuwirken.

Für Kraftfahrzeugführer bedeutet das, auf eine richtige Einstellung aller Spiegel zu achten. Gerade bei modernen Autospiegeln, die mit gewölbten, asphärischen Gläsern bestückt sind, lässt sich der tote Winkel schon deutlich verkleinern. Die Einstellung erfolgt am besten bei aufrechter Sitzposition mit dem Kopf an der Kopfstütze. Dann werden die Spiegel so ausgerichtet, dass das eigene Fahrzeug noch so eben am inneren Rand des Spiegelglases zu sehen ist. Der Rückspiegel im Fahrzeuginnern wiederum sollte die komplette Heckscheibe zeigen. So erhält man die bestmögliche Sicht auf das umgebende Verkehrsgeschehen.

Eine ausgesprochen wichtige Sicherheitsmaßnahme gegen den toten Winkel haben alle Kraftfahrer in der Fahrschule gelernt – und viele danach schnell wieder vergessen: den Schulterblick. Dabei mindert gerade diese kurze Halsbewegung erheblich die Gefahr, einen anderen Verkehrsteilnehmer zu übersehen. Insbesondere beim Abbiegen nach rechts sollte der „Radfahrerblick“ nach rechts hinten nicht fehlen – und das rechtzeitige Betätigen des Blinkers sollte natürlich auch nicht vergessen werden.

Aber auch Fußgänger und Zweiradfahrer können viel dazu beitragen, die Gefahr von Unfällen aufgrund des toten Winkels zu minimieren. Passanten sollten sich zum Beispiel vor dem Überqueren einer Straße sicherheitshalber vergewissern, dass sie von den Fahrern nach rechts abbiegender Fahrzeuge wahrgenommen wurden und nicht auf die eigene „Vorfahrt“ vertrauen. Für Radfahrer wiederum empfiehlt es sich, nicht von hinten in den toten Winkel eines Autos zu fahren und an einer roten Ampel oder einem sonstigen Halt lieber mit etwas Abstand hinter dem Auto zu bleiben. Das gilt insbesondere für Lkw und Busse. Für Zweiradfahrer und Fußgänger ist es in solchen Situationen grundsätzlich besser, mögliche Fehler von Kraftfahrern einzukalkulieren, anstatt auf dem eigenen Recht zu beharren, rät das Goslar Institut.

sph/ampnet/jri

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