Verkehrssektor 2016 im EU-Vergleich: Deutschland auf Platz drei

Verkehrssektor 2016 im EU-Vergleich: Deutschland auf Platz drei. © spothits/EU
Verkehrssektor 2016 im EU-Vergleich: Deutschland auf Platz drei. © spothits/EU

Verkehrssektor 2016 im EU-Vergleich

Der EU-Verkehrsanzeiger veröffentlichte jetzt zum dritten Mal einen umfassenden Vergleich der EU-Mitgliedstaaten in insgesamt 30 Kategorien des Verkehrssektors. Dabei belegte Deutschland gemeinsam mit Österreich den dritten Platz und liegt damit hinter den zweitplatzierten Schweden und dem Spitzenreiter Niederlande.

Verkehrssektor 2016 im EU-Vergleich: Deutschland auf Platz drei. © spothits/EU
Verkehrssektor 2016 im EU-Vergleich: Deutschland auf Platz drei. © spothits/EU

Deutschland auf Platz drei

Vor allem in Bezug auf private Investitionen in Forschung und Entwicklung im Transportsektor steht die Bundesrepublik sehr gut da.

Die Kundenzufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsträgern kann sich sehen lassen und ist zwischen 2013 und 2015 sogar noch weiter gestiegen. Doch die Sicherheit im Straßenverkehr hat ebenso wie in Frankreich abgenommen, wenn sie auch immer noch über dem EU-Durchschnitt liegt.

Der EU-Verkehrsanzeiger listet die Bereiche der Verkehrspolitik auf, bei denen innerhalb der Mitgliedstaaten noch Handlungsbedarf besteht. Außerdem ist er ein Indikator für den Umsetzungsstand eines integrierten Verkehrsbinnenmarkts und der emissionsarmen Mobilität. EU-Kommissarin für Verkehr Violeta Bulc meinte: “Mein Ziel ist ein hochwertiges, emissionsarmes, voll integriertes und effizientes Verkehrssystem. Der Verkehrsanzeiger ist so etwas wie ein Straßenschild auf diesem Weg. Er zeigt an, wo es lang geht und welche Strecke noch vor uns liegt.”

Der Verkehrsanzeiger setzt sich aus Daten verschiedener öffentlicher Quellen – wie zum Beispiel Eurostat, Europäische Umweltagentur oder Weltwirtschaftsforum – zusammen und listet Ergebnisse nach Ländern oder nach den Themen Binnenmarkt, Investitionen und Infrastruktur, Energieunion und Innovation sowie Menschen auf. Insgesamt meldet er Fortschritte. Der Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor ist im Durchschnitt trotz großer Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten angestiegen. Außerdem sind EU-Bürger mit den ihnen zur Verfügung stehenden öffentlichen Transportmitteln zufriedener, was sowohl den städtischen Nahverkehr, als auch den Schienen- und Luftverkehr angeht. Eine aufgezeigte Schwachstelle ist hingegen die Verkehrssicherheit: Die Anzahl an Verkehrstoten ist im EU-Durchschnitt unverändert geblieben.

Deutschland erzielte besonders gute Ergebnisse für seine Verkehrs-Infrastruktur, besonders für die Flughäfen. Das Transeuropäische Verkehrsnetz ist für die Binnenwasserstraßen Deutschlands fertiggestellt und beim herkömmlichen Schienennetz fast abgeschlossen. Das Hochgeschwindigkeits-Schienennetz und das Straßennetz sind zu fast 60 Prozent fertiggestellt. Auch was die Pünktlichkeit von Post- und Warensendungen angeht, liegt Deutschland ganz vorne. Seine Noten für die Straßen wurden etwas schlechter, obwohl sie immer noch weit über dem EU-Durchschnitt liegen.

Die EU hebt lobend hervor, dass der Wettbewerb auf dem Eisenbahnmarkt sowohl im Fracht- als auch im Personenverkehr zunahm. Sie bemängelte dagegen die Zahl der vor Gericht anhängigen Fälle, in denen Deutschland eine Verletzung des EU-Verkehrsrechts vorgeworfen wird. Die Umsetzungsrate von EU-Richtlinien im Verkehrsbereich in nationales Recht sei auf 97 Prozent zurückgegangen.

Der geringe Anteil von Neuzulassungen von Autos, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden, bemängelt die EU. Dagegen lag die Zeit, die Autofahrer in Deutschland im Stau stehen, leicht über dem EU-Durchschnitt. Was EU-Kommissarin Violeta Bulc gefreut haben dürfte: Der Anteil weiblicher Beschäftigter im Transportwesen lag immerhin drei Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt.

sph/asmpnet/hrr

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