Deutsche Autoindustrie auf gutem Weg

Deutsche Autoindustrie auf gutem Weg. © spothits/Auto-Medienportal.Net/Daimler
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Die Unternehmensberatungsgesellschaft Arthur D. Little mit Hauptsitz in Brüssel und 30 Niederlassungen rund um den Globus gilt als eines der führenden und wichtigsten Unternehmen seiner Art in der Welt. Alljährlich analysieren die Experten der Firma wichtige Kennzahlen rund um das Auto und seine Hersteller.

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Positive Trend ungebrochen

Sie kommen im Juni 2015 zum Schluss, dass der positive Trend in der Autobranche insbesondere für deutsche Hersteller ungebrochen ist. Daimler, BMW und Audi stellen mit starken Umsatzzuwächsen und Profitabilitätsverbesserungen dabei die Zugpferde der Branche dar. Was die Rentabilität abgeht, behaupten deutsche und japanische Hersteller nach wie vor ihre Führungsposition gegenüber ihren amerikanischen Wettbewerbern.

In ganz Europa haben sich die Absatzzahlen der Automobilindustrie in der jüngsten Vergangenheit stark erholt. Selbst die bisherigen Krisenstaaten Italien, Spanien und Portugal können sich über wachsende Zulassungszahlen freuen. Die deutschen Premiumhersteller Daimler, BMW und Audi steigerten ihre Umsätze im Pkw-Segment um 14,7 Prozent, 14,1 Prozent und 13,2 Prozent zum Vorjahresquartal etwas stärker als die Volkswagen-Konzernmarken insgesamt mit 10,1 Prozent. Bei den Autoproduzenten außerhalb des Euro-Raums ist die wirtschaftliche Entwicklung stark von Wechselkursen bestimmt. Das wird besonders deutlich bei Toyota. Zwar konnten die Japaner im ersten Quartal eine überproportionale Umsatzsteigerung melden. Das lag allerdings am Euro-Yen-Verhältnis. In japanischer Währung gerechnet war der Umsatz dagegen leicht gesunken.

In Europa

Hier (ohne Russland) wuchs der Gesamtmarkt um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, und machte im Vergleich zum vierten Quartal 2014 einen erheblichen Sprung (plus 13, 7 Prozent). Steigende Neuzulassungen in Großbritannien, Spanien, Italien und Portugal in den Anfangsmonaten des Jahres wirkten sich positiv aus. Besonders günstig verlief die Entwicklung für Porsche (+41 %), Daimler (+16 %), Ford (+11 %) und Volkswagen (+9 %). Für das kommende halbe Jahr soll es bei der stabilen Entwicklung bleiben, erst später sei für den europäischen Gesamtmarkt mit einem leichten Rückgang zu rechnen, prognostizieren die Experten. In Nordamerika startete der US-Automobilmarkt schwerfällig in das erste Quartal 2015, auch im Rest der Welt gingen die Absatzzahlen zurück.

Sowohl in punkto Effizienz als auch bei der Rentabilität machen die deutschen Premium-Marken die Spitzengruppe unter sich aus. Auf die Belegschaft umgerechnet stellt bei Audi ein Mitarbeiter pro Quartal 5,6 Fahrzeuge her, bei BMW 4,9 und bei Volkswagen 4,9. Zwar weist Mercedes in dieser Rangfolge mit 3,5 den schwächsten Wert auf, blickt aber beim Umsatzwachstum auf den höchsten Wert in den vergangenen Quartalen zurück. Was den Gewinn angeht, so stieg das operative Ergebnis bei Audi um 9,7 Prozent, bei BMW um 9,5 Prozent und bei Daimler um 9,4 Prozent. Die Anstrengungen bei Volkswagen zeigten erste Resultate – der Konzern konnte seine Marge auf sieben Prozent leicht anheben Das gute Ergebnis von Audi lag vor allem an der hohen Nachfrage nach A3-Modellen und der Q-Baureihe.

Beim Durchschnittsumsatz je verkauftem Fahrzeug fiel BMW nach einem starken Vorquartal wieder hinter der Konkurrenz aus Stuttgart zurück. Rückgänge bei einigen besonders teuren Fahrzeugen drückten den BMW-Durchschnittsumsatz auf 41 570 Euro pro Auto. Daimler profitierte von der steigenden Nachfrage nach der neuen C-Klasse und steigerte den Durchschnittsumsatz auf 42 440 Euro. Audi konnte durch den Erfolg der Q-Reihe etwas zur Spitzengruppe aufschließen. Besonders Volkswagen erlöste pro ausgeliefertem Fahrzeug deutlich mehr als noch im Quartal zuvor (plus 6,6 Prozent bei der Marke, plus 4,7 Prozent im Konzern).

In den ersten drei Monaten des Jahres 2015 lag die Gesamtproduktion in den deutschen Pkw-Werken bei rund 1,5 Millionen Fahrzeugen und damit gut 100 000 Stück über dem Vorquartalswert. Dies machte sich auch in der Auslastung der Werke bemerkbar: Sie lag mit 81,5 Prozent über dem Wert des vorherigen Quartals, wo sie bei 72,4 lag. Aufgrund der großen Nachfrage waren fünf der acht deutschen VW-Werke überdurchschnittlich ausgelastet. Die Standorte Wolfsburg und Hannover produzierten mit 94,9 Prozent und 95,9 Prozent nahezu an ihrer Auslastungsgrenze. Emden konnte gegenüber dem Vorquartal den größten Auslastungszuwachs unter den Volkswagen-Werken verzeichnen. Durch das Hochfahren der Passat-Produktion konnte hier die Auslastung nach zuletzt unterdurchschnittlichen 51,6 Prozent auf 88,1 Prozent angehoben werden. Audi konnte mithilfe neuartiger Roboter-Mensch-Kooperationen die Auslastung seines Werks 2 in Ingolstadt deutlich auf 94,2 Prozent um rund zehn Prozentpunkte anheben. Die Werke von BMW waren zum Jahresanfang eher durchschnittlich ausgelastet und pendelten sich bei etwa 72 Prozent ein.

Daimlers größtes Werk Sindelfingen war im ersten Quartal dieses Jahres leicht unterdurchschnittlich ausgelastet, die Standorte Bremen und Rastatt kamen hingegen auf eine Durchschnittsauslastung von rund 72 Prozent. Das Werk Düsseldorf war mit der Produktion des erfolgreichen Sprinter nahezu voll ausgelastet.

Bei Ford arbeiteten beide deutschen Werke nahe der Auslastungsgrenzen. Die Ausweitung der C-Max-Produktion im Werk Saarlouis und die sechs zusätzlichen Sonderschichten in Köln in den Monaten Januar und Februar führten dazu, dass in beiden Werke die Auslastung zum Vorquartal erheblich anstieg. Im Bochumer Werk von Opel stehen seit der Schließung Ende 2014 die Bänder still. Die beiden verbleibenden Werke konnten jedoch ihre Auslastung im Vergleich zum Vorquartal weiter steigern. Am Standort Eisenach brachte vor allem die Nachfrage nach dem Opel Adam und dem neuen Opel Corsa wieder Schwung in die Produktion.

sph/ampnet/hrr

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