Mittelalter in Saale-Unstrut: Festivals, Ausstellungen und Spiritualität

Burg Wettin. © spothits/Wolfgang Kubak
Burg Wettin. © spothits/Wolfgang Kubak

Das Mittelalter in Saale-Unstrut ist alles andere als vorbei. So fasziniert das einzigartige kulturelle Erbe der Region bis heute. Richtig lebendig wird die Vergangenheit bei einer Reise ins Triasland und dem Besuch von Ausstellungen, Veranstaltungen und Mittelalterfestivals.

Burg Wettin. © spothits/Wolfgang Kubak
Burg Wettin. © spothits/Wolfgang Kubak
Naumburger Dom. © spothits/Wolfgang Kubak
Naumburger Dom. © spothits/Wolfgang Kubak
Eckartsburg. © spothits/Wolfgang Kubak
Eckartsburg. © spothits/Wolfgang Kubak
Kloster- und Kaiserpfalz Memleben. © spothits/Andreas Stedtler
Kloster- und Kaiserpfalz Memleben. © spothits/Andreas Stedtler

Burgen, Dome, Klöster und Kirchen

Das Hochmittelalter ist eine der faszinierendsten Epochen in der europäischen Kulturgeschichte. Das Leben verlagert sich in aufstrebende Städte, Handel und Handwerk haben Konjunktur und vielerorts entstehen trutzige Burgen, prächtige Dome, Klöster und Kirchen. Es ist die Blütezeit romanischer Architektur. In Saale-Unstrut im Herzen Deutschlands ist ein weltweit einzigartiges Ensemble mittelalterlicher Prachtbauten noch heute zu bewundern – und die Ära, in der sie errichtet wurden, auf vielfältige Art zu erleben.

Meisterwerk von Weltrang

Eines der bedeutendsten sakralen Kulturdenkmäler des europäischen Hochmittelalters ist der Naumburger Dom St. Peter und Paul. Sein beeindruckendes Domschatzgewölbe zählt zu den größten romanischen Gewölben in Mitteldeutschland. Weltweite Berühmtheit erlangte der Dom durch die Stifterfigur Uta, deren Gesichtszüge als „schönste Frau des Mittelalters“ das Bild der mittelalterlichen adligen Frau wie keine andere prägte. Einmalig sind auch die älteste Steinskulptur der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die auf etwa 1235 datiert wird, und die von Lucas Cranach geschaffenen Altarflügel aus dem 16. Jahrhundert.

Tipp: Noch bis zum 30. September 2015 ist im Naumburger Dom die Sonderausstellung „Linien zwischen Erde und Himmel. Europäische Grabplatten des 13. bis 17. Jahrhunderts“ mit 50 historisch interessanten und kunstvoll angefertigten Frottagen der Grabplatten bedeutender deutscher und englischer Persönlichkeiten zu sehen.

Perlen der Romanik

Am Naumburger Dom führt die Straße der Romanik vorbei. Die Ferienstraße vereint nahezu das gesamte kulturelle Erbe des Hochmittelalters in Saale-Unstrut. Es finden sich darauf so imposante Bauten wie die Burg Querfurt, eine der größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands, oder die Eckartsburg, die dem Schutz der Via Regia – die ebenfalls hier vorbei führte – diente. Auch das Kloster und Kaiserpfalz Memleben, das einst begehrtes Reiseziel deutscher Kaiser wie Otto dem Großen oder Heinrichs II. war, lässt mit der Ruine der Klosterkirche, dem Klostergarten und der spätromanischen Krypta heute noch erahnen, wie bedeutsam die Gegend einmal war.

Tipp: Die einstige Spiritualität des Klosters Memleben unterstreicht das Projekt „Belebtes Kloster“. Vom 29. Juli bis 2. August 2015 verweilen hier aktive Benediktinermönche, um interessierten Besuchern Einblick in den modernen Klosteralltag zu geben.

Erbe der Mönche

Das Kloster Memleben hat noch eine andere wichtige Bedeutung für die Region. 998 schenkte Kaiser Otto III. den Mönchen von Memleben Weinberge und legte damit den Grundstein für den Weinbau an Saale und Unstrut. Richtig aufgeblüht ist der Weinbau dann 140 Jahre später mit der Gründung des Klosters Pforta nahe Naumburg. Der noch junge Zisterzienserorden bewirtschaftete die Weinberge intensiv und prägte damit die hiesige Weinbautradition beträchtlich. Heute bringt das Terroir Qualitätsweine hervor und ist aufgrund seiner Raritäten unter Genießern hoch geschätzt.

Klänge des Mittelalters

Liebhaber mediävaler Klänge zieht es alljährlich auf Schloss Neuenburg. Vor 1000 Jahren war es herrschaftlicher Repräsentationsort Thüringer Landgrafen und Zentrum mittelalterlich-höfischer Kultur. Zusammen mit der Freyburger Stadtkirche St. Marien ist es heute die eindrucksvolle Spielstätte für Europas bedeutendstes Festival mittelalterlicher Musik: Montalbâne. Vokal- und Instrumentalensembles verschiedener Nationen entrücken seit 25 Jahren ein euphorisches Publikum jeden Sommer für drei Tage in eine andere Zeit und Welt.

Tipp: Vom 19. bis 21. Juni 2015 verzaubert Montalbâne unter dem Motto „Licht des Ostens“ mit orthodoxen Gesängen aus Russland, Hymnen aus Estland, Instrumentalstücken, traditionellen Liedern und ungarischen Tänzen.

sph/koe

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