Im Bücherregal: Ein Roman über die Zukunft des Autos

Im Bücherregal: Ein Roman über die Zukunft des Autos. © spothits/Auto-Medienportal.Net/Druckeirei und Verlagsgesellschaft Formnat

Im Bücherregal: Ein Roman über die Zukunft des Autos

Cornel Stan hat bereits Sachbücher unter anderem über „Direkteinspritzsysteme“ und „Alternative Antriebe für Automobile“ geschrieben. Mit „Automacher“ legt der Professor für Kraftfahrzeugtechnik an der Universität in Zwickau nun erstmals einen Roman vor. Er dreht sich um das automobile Antriebskonzept für die Zukunft.

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Büchertipp

Stan ist Befürworter der Elektromobilität, hält die gängigen Wege aber nicht für zielführend. Warum denkt zum Beispiel niemand bei Range Extendern an einen kleinen leichten Zweitakter mit konstanter Drehzahl zum Aufladen der Batterie? Warum holt sich die Automobilindustrie bei elektrischen Systemen keine Anregung oder Expertise aus anderen Anwendungsbereichen?

Prof. Dr.-Ing. Cornel Stan beschreibt in seinem Buch die Versuche etlicher fiktiver Autohersteller, ein massentaugliches Elektroauto auf die Räder zu stellen. „Automacher“ schildert mehrfach, wie Erfolg versprechende Prototypen wieder in der Versenkung verschwinden. Man dürfe die Kunden nicht erziehen wollen, sondern müsse sie begeistern, heißt es an einer Stelle treffend. Seinem Alter Ego im Roman schwebt eine kleine Gasturbine zur Stromerzeugung vor, die als Reichweitenverlängerer in Elektroautos eingesetzt werden könnte.

Der Stoff ist nicht nur höchst aktuell, sondern bietet durchaus den Nährboden für eine spannende Geschichte. Doch Cornel Stan ist zu sehr Fachmann und zu wenig Schriftsteller, um den Leser wirklich zu fesseln. Keine Frage, seine Analysen der Effizienz verschiedener Antriebsarten und der immer noch am Batterieproblem krankenden Elektromobilität sind deutlich. Dem Roman mangelt es nicht an Sachverstand. Die Blicke hinter die Kulissen der Politik und auf die Entscheidungsabläufe in der Automobilindustrie, insbesondere was Forschungs- und Förderungsgelder angeht, machen den Wert von „Automacher“ aus. Aber es fehlt an Atmosphäre, die Figuren bleiben ebenso farblos wie die Szenerie blass. Vielfach wird im Eiltempo erzählt und einige Nebenschauplätze und -handlungen bleiben ebenso unverständlich wie einige Wiederholungen, wenn es zum Beispiel um die Funktion einer Figur geht.

Fazit

Der Autor ist Experte seines Fachs und Visionär, aber kein Literat. So ist „Automacher“ vor allem als Denkanstoß lesenswert, als Roman taugt das Buch leider weniger.

„Automacher“ von Cornel Stan ist in der Druckerei und Verlagsgesellschaft Format erschienen, hat 214 Seiten und kostet 14,90 Euro.

sph/ampnet/jri

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