Deutsche Hersteller punkten in den USA mit E-Autos

Der US-Markt hat im vergangenen Jahr mit rund 17,5 Millionen Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) ein neues Rekordniveau erreicht. Wie der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) auf der heute in Detroit begonnenen NAIAS (–22.1.2017) bekanntgab, mussten die deutschen Hersteller dabei allerdings einen moderaten Absatzrückgang von vier Prozent auf 1,33 Millionen Fahrzeuge hinnehmen.

Während der Pkw-Anteil seit Jahren zurückgeht, wächst das Light-Truck-Segment (SUV, Vans und Pick-ups) stetig; 2016 überschritt es die 60-Prozent-Marke. Noch im Jahr 2012 war das Verhältnis 50:50. „Wir gehen davon aus, dass dieser Trend anhalten wird. Der Spritpreis ist mit circa 2,20 Dollar pro Gallone weiterhin niedrig, der höhere Verbrauch spielt beim US-Kunden kaum eine Rolle“, sagte Verbandspräsident Matthias Wissmann.

Mit 13 Prozent Steigerung wuchsen die deutschen Hersteller dabei im Light-Truck-Segment doppelt so stark wie der Gesamtmarkt (+7 %). Heute sind vier von zehn Neuwagen, die die deutschen Hersteller in den USA verkaufen, Light Trucks. Einbußen gab es hingegen im Pkw-Segment, in dem die deutschen Marken seit langem gut vertreten sind. Ihr Marktanteil ging nach VDA-Angaben von 12,3 Prozent auf 11,8 Prozent zurück. Bei Premium-Pkw und Premium-CUV (Vans) seien die deutschen Hersteller weiterhin besonders stark, hier liegt ihr Marktanteil jeweils bei über 40 Prozent.

Eine Erfolgsgeschichte der deutschen Hersteller sieht der Branchenverband in der Elektromobilität in den Vereinigten Staaten. „Wir haben 2016 den Absatz auf diesem – nach China – zweitgrößten E-Markt um fast ein Viertel gesteigert. Jeder fünfte Elektro-Neuwagen, der derzeit in den USA verkauft wird, zählt zu einer deutschen Marke“, so Wissmann, der sich auch noch einmal deutlich für das Handelsabkommen TTIP aussprach. Von 2009 bis 2016 hätten die deutschen Konzerne ihre US-Produktion von 214 000 Autos auf 850 000 Stück vervierfacht. Jedes zweite Fahrzeug davon werde exportiert, davon knapp ein Viertel nach Europa.

Auch ohne die VW-Abgasaffäre bleiben Diesel-Pkw in den USA eine Randerscheinung. Laut VDA ging der Dieselanteil bis Oktober dort auf 2,5 Prozent zurück (2015: 2,9 Prozent) zurück. Im Pkw-Segment lag der Dieselanteil 2015 knapp über der Ein-Prozent-Marke, im vergangenen Jahr nur noch bei 0,1 Prozent. In den USA seien die NOx-Grenzwerte sehr streng, so Wissmann, daher bietet sich hier der Plug-in-Hybrid als Lösung an. Die EU habe hingegen die weltweit schärfsten CO2-Grenzwerte. Diese wiederum ließen sich nur mit dem Diesel erreichen. Für die deutsche Automobilindustrie bleibe der Diesel daher weiterhin wichtig, insbesondere für den europäischen Premiummarkt.

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