Verband der Motorjournalisten fordert Assistenten für alle

Wer morgen an autonomes Fahren denkt, muss sich heute schon intensiv mit den gängigen Fahrer-Assistenzsystemen auseinandersetzen. Wie eine kürzlich veröffentliche Umfrage von Forsa zeigte, trauen nur 27 Prozent der Autofahrer selbstfahrenden Autos. Für den Verband der Motorjournalisten (VdM) liegt das in erster Linie an der noch mangelhaften Aufklärung.

Verband der Motorjournalisten VdM. Foto: spothits/VdM
Verband der Motorjournalisten VdM. Foto: spothits/VdM

Viel zu kompliziert…

Fahrer-Assistenzsysteme können helfen, Unfälle zu vermeiden. Ob Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Totwinkelassistent, Abstandstempomat oder auch der Abbiegeassistent speziell für Lkw – alle heute verfügbaren Systeme helfen dem Autofahrer, in kritischen Situationen aufmerksamer zu sein und besser reagieren zu können. Viele Autofahrer, so vermutet der VdM, sind aber mit den Techniken zu wenig vertraut. Oftmals sind die Systeme zu kompliziert, um sie einfach und schnell bedienen zu können. Wer sich erst lange durch Menüs kämpfen muss, verliert schnell die Lust, die zahlreichen Helfer einzusetzen. Deshalb ist die Automobilindustrie aufgefordert, Systeme verständlich zu gestalten und so einfach wie möglich bedienbar zu machen. Aber auch die Medien können in Sachen Verkehrssicherheit und Assistenzsysteme noch besser informieren, ebenso muss der Automobilhandel seine Kunden intensiver und ausführlicher beraten.

Forderung: Assistenten für alle Klassen als Serieausstattung

Autofahrer, die sich jetzt intensiv mit den Assistenten vertraut machen, haben auch in autonom fahrende Autos mehr Vertrauen, ist der VdM überzeugt. Und Systeme, die heute schon das hochautomatisierte Fahren ermöglichen, bei dem beispielsweise der Fahrer nicht mehr permanent die Hände am Lenkrad haben muss und das Auto in bestimmten Situationen selbständig lenkt und bremst, müssen schnellstens auch in alle Fahrzeugklassen Einzug halten. Der VdM fordert hier eine Demokratisierung der Assistenzsysteme. Jüngst vorgestellte Oberklasse-Autos, die mit solchen Systemen ausgestattet werden können, zeigen heute schon, wo der Weg hingeht.

Aufklärung längst überfällig

Dass zahlreiche ethische und rechtliche Fragen beim autonomen Fahren noch geklärt werden müssen, machen jüngste Diskussionen deutlich. Laut Forsa-Umfrage meinten 82 Prozent der Befragten, dass hier noch Klärungsbedarf bestünde. Das bestätigte auch das traditionelle Treffen der Träger des Goldenen VdM Dieselrings in Berlin: die Fachleute waren sich einig, dass unter anderem Aufklärung oberste Priorität hätte. Der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und Dieselringträger Dr. Walter Eichendorf forderte in diesem Zusammenhang, eine gesellschaftliche Debatte in Gang zu setzen, die die Möglichkeiten, aber auch die Risiken des automatisierten und autonomen Fahrens erläutert und diskutiert.

sph/koe

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