Weber: Autonomes Fahren kommt „schneller als wir heute denken“

Weber: Autonomes Fahren kommt „schneller als wir heute denken“. © spothits/Auto-Medienportal.Net/Daimler
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Weber: Autonomes Fahren kommt „schneller als wir heute denken“

Fast zurückhaltend antwortet Thomas Weber, Daimler-Vorstand und verantwortlich für die Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung, auf die augenzwinkernd gestellte Frage, ob er denn bei der Elektronikmesse CES in Las Vegas 2017 voll autonom vorrollen werde.

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„Es wird schneller gehen als wir heute denken“

Das könne er sich vorstellen, vom Flughafen zum Kongress-Centrum, sagt er. Dabei hatte er vor ein paar Tage vor der Messe CES 2016 im Januar die weltweit erste Lizenz für die Erprobung einer voll autonom fahrenden Mercedes-Benz E-Klasse aus den Händen des Gouverneurs von Nevada entgegengenommen.

„Minimale Änderungen an der Software und keinerlei Hardwareänderungen waren nötig, um mit diesem Auto heute schon autonome Testfahrten durchzuführen. Das zeigt den großen Schritt in Richtung autonomes Fahren, den wir jetzt schon erleben“, beschreibt Weber die neue Mercedes-Benz E-Klasse, mit der nun in Nevada das autonome Fahren erprobt werden darf. Die große Nähe zwischen der Serienversion und dem Testwagen für Nevada sei möglich, weil die Innovation immer mehr von der Software beeinflusst werde. „Unsere Aufgabe wird es sein, die Hardware so vorzubereiten, dass sie über die ganze Lebensdauer eines Autos gleich bleiben kann und wir trotzdem regelmäßig Upgrades anbieten können.“

Die neue Business-Limousine der Stuttgarter trat in Detroit bei der North American Internationale International Auto Show (NAIAS) im vergangenen Monat erstmals auf. Und die kann in Sachen autonomes Fahren noch mehr als die S-Klasse. „Ja, sie ist nochmals einen deutlichen Schritt weiter“, sagt Weber. „Wenn die E-Klasse im Frühjahr in den Markt kommt, dann wird sie teilautonome Fahrfunktionen bieten, die weit über das hinausgehen, was bislang in Serienfahrzeugen möglich war.“

Woher auf einmal diese Geschwindigkeit?

Als 2013 ein Mercedes-Benz S 500 selbstständig auf den Spuren von Bertha Benz fuhr, wirkte das auch angesichts der Technik an Bord wie ein Laborversuch. Ähnliches galt noch im vergangenen Jahr, als ein Audi A7 die rund 500 Meilen vom Silicon Valley nach Las Vegas selbstständig fuhr, ein BMW sich im US-Bundesstatt Kalifornien autonom bewegte oder ein Ford Fusion automatisch fuhr. Die Technik beherrschen im Prinzip einige. Selbst Google hat sich ja schon mit seiner unsäglich hässlichen Auto-Kugel beteiligt, und die Zulieferer laufen heute beim Wettbewerb um die besten Technologien fürs autonome Fahren gerade zu großer Form auf. Doch als im vergangenen Jahr das Mercedes-Forschungsfahrzeug F 015 mit seinem futuristischen Äußeren erst die Spaziergänger in Las Vegas und dann die Besucher der CES faszinierte, schien alles noch wie eine ferne Vision. Wer einen Zeithorizont für die Einführung des autonomen Fahrens von zehn Jahren nannte, galt als Optimist, wer tiefer griff, als Phantast.

„Es wird schneller gehen als wir heute denken“, sagt Thomas Weber, spricht von der belebenden Kraft des Wettbewerbs und fügt hierzu: „Wer hätte geglaubt, dass die neue E-Klasse das schon kann, was wir jetzt vorweisen können? Dass zeigt, wie extrem hoch die Innovationsgeschwindigkeit in diesem Technologiefeld inzwischen ist. Die Sensoren können immer mehr, die Algorithmen zur Auswertung der Daten in Echtzeit werden immer besser und künstliche Intelligenz bzw. maschinelles Lernen befähigt uns in Zukunft, noch viel schneller zu werden. Insofern ist es mein Job, mich mit meiner Mannschaft, bei der Hardware so an den Start zu stellen, dass Software-Updates nächste Schritte auch während des Lifecycles eines Fahrzeuges sicher ermöglichen.“

Mit dem technologischen Durchbruch stellte sich auch in Deutschland ein Stimmungsumschwung ein. Arbeiteten die erste Studien noch heraus, dass es dem Fahrer unangenehm sein könnte, das Steuer aus der Hand zu geben, attestieren neuere Studien dem autonomen Fahren inzwischen wachsende Sympathiewerte – und das, obwohl kaum jemand sagen kann, wie ein autonom fahrendes Auto die Beziehung zu des „Menschen liebstes Spielzeug“ verändern könnte. Wollen die Menschen eine Kabine à la Google oder doch ein Auto?

Weber ist da offen: „Was wir unseren Kunden anbieten wollen, ist das autonom fahrende Auto, dass eben ein Sowohl-als-auch ermöglicht, mit dem man unbeschwert fahren kann. Es gibt eben viele Situationen, in denen ich das Autofahren als eher beschwerlich empfinde, vor allem wenn ich z.B. nach einem langen Tag oder ausgiebigem Sport müde bin. Da schützt mich die Sensorik im Auto, sie beschützt mich vor Gefahren bei einem Hindernis, aber sie schenkt mir auch Zeit, in der ich zukünftig meine E-Mails checke, ich mich in Ruhe unterhalte oder auch einen Film anschaue. Das bedeutet zusätzliche Lebensqualität. Ein Stau wird nur dann schlimm, wenn ich da das Gefühl habe, ich verliere Zeit oder ich kann die Zeit nicht sinnvoll nutzen.“

Die hohe Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung hilft gar nichts, wenn Zulassungs- und Straßenverkehrsvorschriften das autonome Fahren dann doch wieder weit in die Zukunft verschieben. Weber sieht das Problem: „Deswegen bin ich ja dankbar, dass wir in Kalifornien und Nevada, aber auch in Europa und Deutschland zeigen können, dass es wichtig ist, wenn wir auch bei den Vorschriften schnell sind.“ Mercedes-Benz spüre viel Rückenwind von der Politik und dies ist wichtig für eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung. „Wir müssen hier, auch bezogen auf Rahmenbedingungen wie Gesetzgebung und Zulassungsvorschriften schnell bleiben, damit wir das Innovationstempo hoch halten können.“

sph/ampnet/Sm

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