ADAC vergleicht Kopfairbags

ADAC vergleicht Kopfairbags. © spothits/Auto-Medienportal.Net/ADAC
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Der ADAC hat untersucht welches Kopfschutzsystem die Insassen bei einem Crash nach den neuen, verschärften Euro NCAP-Kriterien am besten schützt. Zum Crash-Duell im ADAC-Testzentrum in Landsberg am Lech traten die beiden derzeit gängigen Seiten-Kopfschutzsysteme an.

ADAC vergleicht Kopfairbags. © spothits/Auto-Medienportal.Net/ADAC
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ampnet_photo_20150723_102601 ampnet_photo_20150723_102602Welches Kopfschutzsystem schützt am besten

Im Vergleich befanden sich der in der Sitzlehne verbaute Thorax-Kopf-Airbag und der im Dachhimmel installierte Curtain-Airbag. Dabei kam heraus, dass der Curtain-Airbag sich schneller und besser entfaltet und zusätzlich auch die Mitfahrer auf der Rückbank schützt. Testfahrzeug war ein Volkswagen Polo, der mit beiden Systemen angeboten wird.

Der Thorax-Kopf-Airbag befindet sich seitlich in der Rückenlehne des Fahrers und übernimmt bei einem Aufprall den Schutz der Brust und des Kopfes. Dieses System schützt allerdings nur den Fahrer. Und der Airbag muss bei der Entfaltung den langen Weg von der Rückenlehne bis hin zum Kopf zurücklegen. Im ADAC-Test zeigte der Polo mit diesem System einen guten Insassenschutz für den Fahrer, beim neuen schrägen Pfahlaufprall hat das System hingegen seine Leistungsgrenze erreicht.

Der sogenannte Curtain-Airbag ist ein spezieller Schutz für den Kopf. Zum Schutz des Brustbereichs benötigt er ein zusätzliches Aufprallkissen in der Sitzlehne. Der Vorhangairbag (engl. curtain) entfaltet sich seitlich über die gesamte Fahrzeuglänge und schützt so auch den Kopf der Person hinter dem Fahrer. Für diesen sind daher die Kopfbelastungen im ADAC-Crashtest gegenüber dem Thorax-Kopf-Airbag um die Hälfte niedriger.

Wer die Wahlmöglichkeit hat und wer häufig Mitfahrer auf der Rückbank hat, sollte sich beim Autokauf eher für ein Fahrzeug mit Curtain-Airbag entscheiden, rät der ADAC. Beim VW Polo zum Beispiel kostet er 490 Euro Aufpreis. Cabriofahrer haben derzeit leider keine Wahlmöglichkeit. Bei diesen Autos kann für den seitlichen Kopfschutz bisher nur der Thorax-Kopf-Airbag verbaut werden. Laut Schätzungen des ADAC ist in Deutschland jedes zehnte Auto mit einem Seiten-Airbag ausgerüstet, sprich rund 4,4 Millionen Fahrzeuge. Von diesen haben bereits 35 bis 40 Prozent einen Vorhangairbag, rund 15 Prozent sind mit dem schwächeren Thorax-Kopfairbag unterwegs.

Der sogenannte Pfahlaufpralltest gehört seit mehr als zehn Jahren zum festen Bestandteil der Crashtests des europäischen Verbraucherschutzprogramms Euro NCAP. 2009 wurde er von der Bedeutung her mit dem Seitenaufprall gleichgestellt. Der fest an der Wand montierte Pfahl hat einen Durchmesser von 25,4 Zentimetern. Die Aufprallgeschwindigkeit beträgt 32 km/h. Seit 2015 gelten im Euro-NCAP-Crashtest verschärfte Kriterien, für die sich der ADAC eingesetzt hatte. So wurde zum Beispiel der seitliche Aufprallwinkel von 90 Grad auf 75 Grad reduziert, um Unfälle und deren Folgen noch realer abbilden zu können. Auch die neuen Dummys wurden dem menschlichen Organismus noch besser angeglichen.

sph/ampnet/nic

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