Hochwasser in Halle Saale: Händel-Festspiele abgesagt, Millionenschaden in Kunsthochschule

Hochwasser in Halle Saale: Händel-Festspiele abgesagt, Millionenschaden in Kunsthochschule. © spothits/gubheinicke/pixelio.de
Hochwasser in Halle Saale: Händel-Festspiele abgesagt, Millionenschaden in Kunsthochschule. © spothits/Gubheinicke/PIXELIO www.pixelio.de

Sirenen heulen, Feuerwehr und Tausende Helfer sind im Dauereinsatz: So sieht es im Moment in Halle an der Saale aus. Während alle noch auf den Scheitel der Flut warten, summieren sich die Schäden Stunde um Stunde

Händel-Festspiele abgesagt

Wohnungen und Häuser sind vollgelaufen, Eigentum ist beschädigt oder weggeschwemmt. Die Menschen sind verzweifelt und wissen nicht, wann sie in ihre Wohnungen zurück können. Zudem ist unklar, wie schnell die Versicherungen reagieren, um die schlimmsten Folgen zu lindern. Und als wäre das nicht genug, kommt schon der nächste Paukenschlag: Die vom 6. bis 16. Juni 2013 geplanten Händel-Festspiele werden abgesagt.

Die Festspiele mit Werken des in Halle an der Saale geborenen Barockkomponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) sind von internationaler Bedeutung. Die Saalestadt erwartet etwa 40.000 Besucher. Einige sind bereits angereist, andere kommen in den folgenden Tagen. Die Vorbereitungen waren auf allen Seiten abgeschlossen.

Folgen-Schäden

Neben den Kosten für Honorare und Vertragsausfallzahlungen an die internationalen Künstler müssen die Verantwortlichen auch die Rückreise aller Beteiligten und den teilweisen Rückbau der verschiedenen Spielstätten veranlassen. Die Kosten dafür könnten explodieren, da die Einnahmeseite vollkommen weggebrochen ist.

So bat Clemens Birnbaum, Direktor der Stiftung Händel-Haus und Intendant der Händel-Festspiele während eines Interviews mit mdr-Figaro die Festival-Gäste, Teile oder den gesamten Ticketpreis nicht zurückzufordern. Zudem müsse man sich mit Sponsoren und Geldgebern in Verbindung setzen, um über den weiteren Fortgang zu beraten. Große finanzielle Ausfälle wird es dennoch geben. Zudem sei völlig unklar, ob die Händel-Festspiele weitergeführt werden könnten, da alle finanziellen Reserven von der Hochwasser-Katastrophe aufgezehrt würden, meint Birnbaum.

Millionenschaden in Hochschuldruckerei

Aber nicht nur die Händel-Festspiele sind betroffen. Ebenso hat es die Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein schwer getroffen. Hier war das Wasser in die Druckerei eingedrungen und hat Maschinen und technische Ausstattungen zerstört. Man geht von einem Millionenschaden aus.

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