Zwei von drei fahren mit Handy am Ohr

Zwei von drei fahren mit Handy am Ohr. © spothits/DVW
Zwei von drei fahren mit Handy am Ohr. © spothits/DVW

Zwei von drei fahren mit Handy am Ohr

Fast zwei Drittel (64 Prozent) aller Autofahrer nutzen ihr Smartphone bzw. Mobiltelefon zumindest hin und wieder am Steuer. Noch mehr (71 Prozent) sehen häufig oder sogar sehr häufig andere Verkehrsteilnehmer, die dies tun.

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Smartphone-Nutzung im Auto

Diese Zahlen sprechen für eine Normalität risikoreichen Verkehrsverhaltens, das von der Mehrheit der Autofahrer selbstkritisch zugegeben wird: 20 Prozent fühlen sich bei der eigenen Smartphone-Nutzung „sehr stark“, 40 Prozent „stark“ abgelenkt. Dies besagt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa aus dem August 2016 im Auftrag des Automobil-Club Verkehr (ACV) und der Deutschen Verkehrswacht (DVW).

Die Umfrage beschäftigte sich damit, wer das Mobiltelefon benutzt und in welchen Verkehrssituationen. Gefragt wurde ferner nach Situationen, in denen das Mobiltelefon auf keinen Fall genutzt würde. Auch interessierte die Auftraggeber, ob sich die Nutzer von ihrer eigentlichen Tätigkeit – dem Autofahren – abgelenkt fühlten und aufgrund der Nutzung kritische Verkehrssituationen entstanden sind oder Fahrfehler begangen wurden.

Die jungen Autofahrer bis 24 Jahre, die von allen Verkehrsunfall-Statistiken als Hochrisikogruppe ausgewiesen werden, gehören zu den fleißigsten Nutzern des Mobiltelefons während der Fahrt. Bis zum Alter von 45 Jahren nutzen 81 Prozent das Smartphone zumindest hin und wieder während der Autofahrt – zum Beispiel: zur Navigation, zum Nachsehen und Lesen, ob jemand angerufen oder eine Nachricht geschrieben hat, zur Annahme von Anrufen (ohne Freisprecheinrichtung). Darüber hinaus wird das Telefon aber auch genutzt, um selbst Anrufe ohne Freisprecheinrichtung zu tätigen oder eine SMS oder Whatsapp zu tippen. Die bis 29-Jährigen nutzen es auch sehr gern zur Musikauswahl (31 Prozent).

Erst Autofahrern ab 60 Jahren scheint das Mobiltelefon am Steuer entbehrlich zu sein. Hier sind es aber immerhin noch 38 Prozent, die angeben, es während des Autofahrens zumindest hin und wieder zu nutzen, dabei meist (19 Prozent) zur Navigation oder um nachzusehen, ob jemand geschrieben oder angerufen hat (15 Prozent). Auf Anrufe verzichten die meisten Auto fahrenden Senioren.

Von den Autofahrern, die zumindest hin und wieder das Mobiltelefon am Steuer nutzen, gebrauchen es 62 Prozent im Stau oder zäh fließenden Verkehr und 56 Prozent beim Warten an der roten Ampel. Allerdings nutzen 17 Prozent das Telefon auch bei Fahrten auf der Autobahn, 14 Prozent bei Fahrten auf der Landstraße und zwölf Prozent im Stadtverkehr.

Auf die Frage, ob es Situationen gibt, in denen die Autofahrer auf Mobiltelefon-Nutzung am Steuer verzichten würden, gaben 89 Prozent an, ihr Mobiltelefon auf keinen Fall bei schlechten Witterungsverhältnissen wie Schnee oder Starkregen zu nutzen. 85 Prozent verzichten darauf an großen Kreuzungen oder im dichten Straßenverkehr, 80 Prozent vermeiden es, wenn ein Kind im Auto sitzt und 79 Prozent beim Vorbeifahren an sozialen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen oder Krankenhäusern.

Die Nutzung ihres Mobiltelefons würden beispielsweise im dichten Straßenverkehr 18 Prozent der bis 45-Jährigen und neun Prozent der über 45-Jährigen nicht ausschließen, mit einem Kind im Auto liegen die Jüngeren bei 19 Prozent (über 45 Jahre: zwölf Prozent), beim Vorbeifahren an sozialen Einrichtungen 24 Prozent (über 45 Jahre: 13 %), bei Dunkelheit 29 Prozent (über 45 Jahre: 21 %), mit anderen Personen im Auto bei 35 Prozent (ab 45 Jahren: 26 %), auf der Autobahn 34 Prozent (ab 45 Jahren: 31 %) und auf der Landstraße 42 Prozent (ab 45 Jahren: 41 %).

Wenn sie beim Autofahren ihr Mobiltelefon benutzen, fühlen sich 20 Prozent der Befragten sehr stark und weitere 40 Prozent stark abgelenkt. Diejenigen, die sich nicht so stark oder gar nicht abgelenkt fühlen, nutzen ihr Telefon während der Fahrt intensiver als diejenigen, die dies als Beeinträchtigung erleben.

Trotz des individuellen Gefühls des Abgelenktseins geben nur elf Prozent der Befragten an, durch die Nutzung schon einmal einen Fahrfehler begangen zu haben. Gerade fünf Prozent sind nach ihren Angaben in eine kritische Situation geraten. Bei der Nachfrage nach verschiedenen Verkehrssituationen zeigt sich allerdings ein etwas anderes Bild: So haben 25 Prozent schon einmal wegen der Mobiltelefonnutzung am Steuer zu spät gesehen, dass die Ampel wieder grün ist, zwölf Prozent sind schon einmal von der Fahrspur abgekommen und jeweils zehn Prozent haben spät oder zu spät bemerkt, dass das Auto vor ihnen gebremst hat oder haben eine Geschwindigkeitsbegrenzung übersehen. Über 60 Jahre alte Autofahrer geben seltener als die jüngeren an, dass sie schon einmal eine dieser Erfahrungen gemacht haben.

sph/ampnet/Sm

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Für die repräsentative Forsa-Befragung zum Thema “Nutzung von Smartphones bzw. Mobiltelefonen im Straßenverkehr“” wurden im Auftrag des Automobil-Club Verkehr und der Deutschen Verkehrswacht zwischen dem 3. bis 9. August 2016 insgesamt 1509 Personen befragt.

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