IG Metall-Befragung: Beschäftigte fordern faire Entlohnung, starken Sozialstaat, gerechte Bildungschancen

IG Metall-Befragung: Beschäftigte fordern faire Entlohnung, starken Sozialstaat, gerechte Bildungschance: Berthold Huber, Pressekonferenz „Arbeit: sicher und fair“ am 18. Juni 2013 in Frankfurt. © spothits/ig metall
IG Metall-Befragung: Beschäftigte fordern faire Entlohnung, starken Sozialstaat, gerechte Bildungschance: Berthold Huber, Pressekonferenz „Arbeit: sicher und fair“ am 18. Juni 2013 in Frankfurt. © spothits/ig metall
IG Metall-Befragung: Beschäftigte fordern faire Entlohnung, starken Sozialstaat, gerechte Bildungschance: Berthold Huber, Pressekonferenz „Arbeit: sicher und fair“ am 18. Juni 2013 in Frankfurt. © spothits/ig metall
IG Metall-Befragung: Beschäftigte fordern faire Entlohnung, starken Sozialstaat, gerechte Bildungschancen: Berthold Huber, Pressekonferenz „Arbeit: sicher und fair“ am 18. Juni 2013 in Frankfurt. © spothits/ig metall

Beschäftigte fordern faire Entlohnung, handlungsfähigen und starken Sozialstaat sowie gerechte Bildungschancen. Das geht aus der heute (16.06.2013) veröffentlichten IG Metall-Befragung »Arbeit: sicher und fair!« hervor. Im Verlauf der von Februar bis April 2013 dauernden Befragung hatten sich 514.134 Beschäftigte aus über 8.400 Betrieben beteiligt.

Wahlkampf am Menschen vorbei …

»Die Parteien diskutieren im Wahlkampf 2013 bisher völlig an den Menschen vorbei. Die Beschäftigten wollen eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, faire Altersübergänge, gerechte Bildungschancen, und sie wollen Beruf und Familie vereinbaren«, meint Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Dienstag in Frankfurt. Er vermisse bisher eine Debatte über diese Fragen. »Ich sage der Politik: Sie werden die Menschen nur dann für Wahlen begeistern, wenn Sie deren Themen bearbeiten«, so Huber weiter. Nur wer die Anliegen der Beschäftigten in handfeste Aus- und Zusagen umsetze, werde Wähler mobilisieren.

Unbefristet und fair bezahlt …

Ein wesentliches Anliegen der Menschen ist unbefristete, fair bezahlte Arbeit. 88 Prozent der Befragten bezeichnen einen unbefristeten Arbeitsvertrag als »sehr wichtig«, 83 Prozent ein verlässliches Einkommen. Prekäre Beschäftigung wird abgelehnt. »Über 90 Prozent der Befragten fordern, dass der Niedriglohnsektor eingedämmt wird«, sagte Huber. Das sei Aufgabe der Politik. »97 Prozent der Befragten fordern von der Politik einen handlungsfähigen und starken Sozialstaat. Flexibilität gibt es nur gegen Sicherheit«so Huber weiter.

Die Mehrheit der Befragten (73 Prozent) sieht Weiterbildung als wesentlichen Faktor in der beruflichen Entwicklung an. Unter gerechten Bildungschancen verstehen die Befragten gute Bildung, Ausbildung und Weiterbildung. »Elektromobilität, Erneuerbare Energien – nur mit hochqualifizierten Facharbeitern und Ingenieuren wird unsere Industrie den Strukturwandel erfolgreich bewältigen«, sagte Huber.

Am Menschen vorbeiregiert …

»Deutschlands Beschäftigte sind es leid, dass an ihnen vorbeiregiert wird. Den einsamen Entscheidungen in den Elfenbeintürmen von Politik und Wirtschaft setzen wir Demokratie entgegen. Viele Menschen fühlen sich mit den Themen aus ihrer Lebenswirklichkeit in der Politik und in der öffentlichen Diskussion nicht mehr ausreichend wahrgenommen«, sagte Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. Die Befragung »”Arbeit: sicher und fair«” sei deshalb die Grundlage für die weitere Arbeit der IG Metall. Die große Beteiligung von einer halben Million Menschen zeichne ein repräsentatives Stimmungsbild. »31 Prozent der Befragten sind keine Gewerkschaftsmitglieder. Damit ist es uns gelungen, mehr als 150.000 Menschen über unsere Kernklientel hinaus für diese Befragung zu motivieren«, so Wetzel. Zudem wurde jeder vierte Fragebogen (27 Prozent) von Beschäftigten unter 35 Jahren ausgefüllt, überdurchschnittlich hoch war auch der Anteil der Angestellten und Hochqualifizierten.

Für die IG Metall sei Beteiligung ein Schlüsselthema, hin zu mehr Politik für die Menschen. »Deshalb fordern wir neben einer Stärkung der Volksentscheide auf politischer Ebene auch in den Betrieben mehr individuelles Beteiligungsrecht der Beschäftigten – für alle Fragen zu ihrer Arbeitssituation.« So müssten Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften mehr Beteiligung wagen, meint Wetzel.

sph/koe/ig metall

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