Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß

Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar

Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß

Fast 40 Jahre überdauerten die Jaguar XJs und XKs die Wirren der British Elend-Zeit und deren Nachwehen. Erst mit dem rundlichen neuen S-Type entstand als Remineszenz an den S-Type der 60er-Jahre wieder ein modernes Fahrzeug der oberen Mittelklasse; mit 2,7 Liter Diesel oder Dreiliter-Sechszylinder-Benziner.

Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar
Test Jaguar XE 2.0 D: Kleine Katze ganz groß. © spothits/Jaguar

Auch wenn die XJs und XKs bisweilen sehr schöne klassische Gefährte waren, vergrämten sie ihre Besitzer immer wieder mit unerwarteten Macken ähnlich dem frühen Mk2, der doch nach Aussagen eines Liebhabers immer dann nicht ansprang, wenn er vor der Eisdiele in Bad Rothenfelde geparkt und nach Verspeisen eines voluminösen Eisbechers wieder angeworfen werden sollte. Blieb nur der zweite Eisbecher, danach ging’s dann wieder flott los mit dem Mk2. Jenen Mk2 übrigens hätte ich zu gerne meinem Caprice beigesellt, wenn Platz, Gelegenheit und vor allem Verkaufswillen des Besitzers zusammengetroffen wären.

Nach dem Erfolg des neuen S-Type wurde bald der neue X-Type als Zweiliter-Jaguar dazu entworfen, der nicht ganz der große Erfolg wurde wie der S-Type, den es aber immerhin – wichtig für die Käufer auf dem Kontinent – als Kombiversion gab.

Der Drehknopf…

Aktuell wird der Mittelklasse-Jaguar vom XF in der oberen Mittelklasse und vom XE in einer Kategorie tiefer dargestellt. Wobei zu sagen ist, dass beide Modelle englisches Understatement pflegen, stilistisch klassisch gezeichnet und gut motorisiert sind. Außergewöhnlich distinguished gepflegte Innenräume sind bei Jaguar ja ohnehin Standard, auch wenn man sich an den Schalt-Drehknopf des Automatik-Getriebes in allen neuen Katzen gewöhnen muss. Man steige jedoch bloß nicht von einem Audi mit MMI-Drehknopf auf einen Jaguar mit Schalt-Drehknopf um. Das birgt Unannehmlichkeiten. Und gut gefällt, dass das Dreiecksfenster des XF hinter den hinteren Türen beim XE weggefallen ist. Damit verbessert sich die Sicht der hinten Aussteigenden nach hinten wesentlich.

Fahrleistung

Der von mir gefahrene XE 2,0 D war ausgestattet mit dem 180-PS-Dieselmotor; man könnte ihn auch als Allradler haben. Wobei die Allrad-getriebene Variante nur für den großen Diesel angeboten wird, nicht für die Benziner, die es mit 200 und 240 PS aus dem Vierzylinder und 340 PS aus dem V6-Motor gibt. Als Business-Mobil und für den Familienvater reicht jedoch der 2,0 Diesel völlig aus. Der ermöglicht auch vollbesetzt eine ausreichend schnellen Spurt aus brenzligen Situationen heraus, hat genügend Puste für schnelle Überholvorgänge auf der Autobahn und lädt dennoch mehr zum Cruisen als zum Rennen ein. Kein Wunder, gibt es doch fast nirgends mehr auf der zivilisierten Welt viele Straßen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung.

Komfort und das besondere Etwas

Wohltuend für verspannte Rücken und müde Wirbelsäulen sind die gut konturierten und bequemen sowie vielfach elektrisch verstellbaren Sitze sowohl vorne wie hinten, wobei sie hinten ruhig ein wenig mehr Schenkelauflagefläche haben könnten. Aber dort liegt ja sowieso meistens nur der Regenschirm oder Mantel. Und Kinder sitzen hinter der hohen Gürtellinie der Karosserie sowieso gut. Das automatische Getriebe kann auch von Hand über Paddles am Lenkrad geschaltet werden, was gut ist, wenn man schnell auf enge Kurven zufährt oder bergab lieber ruhiger im höheren Gang fährt als gebremst und lauter im automatisch gewählten. Dass die Automatik über einen Drehknopf eingestellt wird, ist ja schon erwähnt und sicher ebenso gewöhnungsbedürftig wie der Automatik-Hebel im Mercedes an der Stelle, wo sonst bei fast allen anderen Marken der Scheibenwischer sitzt.

Fazit

Alles in allem ist der Jaguar XE ein komfortables Auto, das sich aus der Masse der vergleichbaren Fahrzeuge heraushebt durch sein englisches Understatement-Design. In Reihenhausfluchten mit Passats, Audis und C-Klassen oder jetzt auch immer mehr SUVs vor der Garage sicher ein Ausdruck besonderer Individualität, der nicht einmal mehr auf den Geldbeutel drückt.

spothits/Heiner Klempp

Technische Daten Jaguar XE 2.0 D Portflio

Länge/Breite/Höhe 4.672 mm/1.850 mm/1.416 mm
Radstand 2.835 mm
Leergewicht 1.565 kg
Zuladung 570 kg
Kofferraum 455 l
Motor Reihen-Vierzylinder-Diesel mit VTG-Turbo-Aufladung
Hubraum 1.999 ccm
Leistung 132 kW/180 PS bei 4.000 U/min
max. Drehmoment 430 Nm bei 1.750 – 2.500 U/min
Beschleunigung 0-100 km/h 7,8 Sekunden
Vmax 228 km/h
Verbrauch
EU-Normverbrauch im Mittel 4,2 l
Testverbrauch 7,3 l
Tankinhalt 56 l
Abgasnorm Euro 6
CO2 Ausstoß 109 g/km
Preise
Basis-Ausführung Testwagen 44.800 Euro
Testwagen mit Sonderausstattung ca. 48.166 Euro

spothits-Exklusiv-Tests

Weitere Meldungen