Fiat Tipo, Jahrgang 2016: Italo-Golf

Molto chic und elegant

Fiat Tipo Kombi. Foto: spothits/Fiat
Fiat Tipo Kombi. Foto: spothits/Fiat

Es war naß, saukalt bis eisig und Schneetreiben. Typisches Fiat-Wetter, wie ich es aus meinen eigenen Fiat-Zeiten kannte und weiland mit dem unvergessenen Rainer Günzler verzweifelt eine Lösung suchte, den 127er unbeschadet aus der Kältekammer des ZDF-Autotests zu bringen. Wie der 127 springt der neue Tipo auch 2016 nicht sofort klaglos an und heult ein wenig vor sich her… Dann aber, untypisch für die Fiats von über 40 Jahren, biß der Anlasser zu, ein kurzes Ächzen und blubb, blubb blubb, der Motor lief. Und noch eine Überraschung: die Heizung folgte kurz darauf mit Elan, im Fiat wurde es so warm, wie der 127 damals nicht einmal rund um Rom im Sommer.

Fahrleistungen und Raumgefühl

Aktuell fuhr ich den Tipo Kombi mit dem 120-PS-Diesel, kein Vergleich zum 127er, den es damals gar nicht als Diesel gab, denn Diesel waren zu jener Zeit noch verpönt als diese Bauern-Kombis, um die man mit meinem damaligen Fiat Abarth nicht nur bergauf Kreise fahren konnte. Und die man damals sogar als Landwirt ungestraft mit niedrig versteuertem Heizöl betanken konnte. Aber jetzt, im Turbolader-Zeitalter, fuhr der Tipo flott daher, verbrauchte mäßig und hielt rundrum Stand im Vergleich mit einem ungefähr wie der Tipo ausgestatten Käfer-Nachfolger. In Fahrleistungen, Raumgefühl und Laderaumvolumen hatte der Tipo kaum aufzuholen und flott kam er sowieso daher, selbst wenn der Urgolf von Guigaro entworfen war. Und auch im Innenraum ist er widerstandsfähiger gegenüber Kälte und Schnee, sowie eisigem Wind ist er dank Klimaanlage auch geworden.

Im Vergleich

Gewiß, dieser große Diesel-Kombi aus der allerneuesten Baureihe von Fiat, kostet auch eben mal 20.000 € in der Basis-Version. Ein vergleichbarer VW Golf jedoch, ebenfalls in der Basisversion, jedoch mit 10 PS weniger – habe ich eben ausgerechnet – ist nicht unter 25.000 € zu haben. Und dann fehlt dem auch noch die eine oder andere Ausstattung, die es beim Tipo serienmäßig gibt.

Die Wurzeln

Für Fiat ist der Tipo eine Art Revival; es gab ihn schon mal, allerdings nur bis 1995. Damals sollte er die Mittelklasse umkrempeln, war aber in den von Turin als „Nordische Länder“ bezeichneten Regionen wegen einigen auffälligen Verarbeitungsmängeln kein Erfolg und sowieso kein echter Konkurrent für die nördliche Mittelklasse. Auch weil man in den 80er/90er-Jahren diese Mittelklasse bei Fiat dort sah, wo der Rest des Kontinents schon eben mal die größeren Hubräume der Kleinwagenklasse kannte. Jetzt, nachdem man sich als FiatChrysler vor allem mit den Erfolgen und den größeren Hubraumklassen der Chrysler in den USA und dem erfolgreichen Cinquecento samt Derivaten wieder ein wenig finanzielle Luft verschafft hat, wird ein neuer Versuch gestartet zusammen mit dem türkischen Montagepartner Tofas.

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