Test Audi Q7: Spaceglider next generation

Test Audi Q7: Spaceglider next generation. © spothits/Audi
Test Audi Q7: Spaceglider next generation. © spothits/Audi

Test Audi Q7: Spaceglider next generation

Durchs Weltall fliegt der Audi Q7 noch nicht, obwohl man es ihm zutrauen könnte. Aber Raum genug ist auch noch in der zweiten, neumodisch downgesizt genannten, etwas dezenter gehaltenen Version des Über-SUVs von Audi. Fünf bequeme Einzelsitze, dahinter fast zwei Kubikmeter Laderaum von einer Basisgröße, auf die man eine Europalette stellen könnte.

Test Audi Q7: Spaceglider next generation. © spothits/Audi
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Leistung satt

Und Leistung für die Fortbewegung gibt es mehr als genug. Sowohl im 3,0-Liter-Diesel mit 272 PS und 600 Nm Drehmoment (wo bleibt die Luft beim Anfahren?) als auch im fast gleich großen Benzinmotor mit 333 PS und 440 Nm Drehmoment, den ich gefahren habe.

Vollausstattung…

Dafür ist serienmäßig alles drin im großen SUV, was man heutzutage für die komfortable Fortbewegung braucht: elektronischer Spurhalt, automatische Notbremse, Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer, Abstandshalter zum Vordermann und gleichzeitig automatische Geschwindigkeitsregelung bei Tempobegrenzungen, was will man mehr. Besonders der Tempobegrenzer mit eingebautem Blick auf die Temposchilder ist lobenswert. Endlich paßt da jemand auf, daß die Tempoknöllchen reduziert werden. Das funktioniert über ein System, das schon längst möglich und gefordert ist, aber bisher noch nie realisiert wurde. Ein Fotosensor erfaßt das Temposchild und gibt die Information weiter ans Motormanagement, das erst mal die Drehzahl reduziert, also mit dem Motor abbremst und damit die Geschwindigkeit aufs erkannte Maß absenkt. Das geschieht nicht abrupt, aber bestimmt. Und wenn das Aufhebungsschild oder ein neues Tempo kommt, reguliert das System wieder von selbst die Geschwindigkeit je nach Anforderung.

Über die Taste am Lenkradhebel kann der Fahrer die maximal zu fahrende Geschwindigkeit einstellen. Und dann gibt’s da noch im lobenswerten headup-Display den grünen Schuh. Der taucht auf, lange bevor eine Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt wird. Will heißen: Fahrer, nimm den Fuß vom Gas, dann erreichen wir die vorgeschriebene Geschwindigkeit im Segelmodus, also ohne Spritverbrauch. Schon alleine diese beiden Features sind sooo lobenswert. Kommt noch die Stop-Start-Automatik hinzu, die nochmal hilft, Herr Schäuble ein Schnippchen zu schlagen und den Geldbeutel zu schonen. Allerdings arbeitet die oft zu voreilig, sodaß schon hin und wieder vor einer Ampel das Ausrollen mit einem Nasenstüber endet.

Verbrauch

Dann gibt’s noch eine Komfortregelung, einstellbar von „comfort“ über normal bis auf „sport“. Das regelt die Motordynamik und das Fahrwerk. Bei „comfort“ wird dabei die Luftfederung so eingestellt, daß kaum ein normaler Straßenhuppel noch zu spüren ist; die Motordynamik allerdings scheint mir schon im Normalzustand mehr als genügend dynamisch zu sein, so dass der „sport“-modus kaum gebraucht wird, was sich wiederum wohltuend auf den Verbrauch auswirkt. Dabei war der gar nicht so dramatisch, wie von der ehemals wuchtigen Vorgängerversion immer behauptet wurde. Zwar habe ich die 7,7 l Durchschnittsverbrauch lt. Werksangabe nicht erreicht, aber auch deutlich unter zehn Liter sind für einen SUV der Größe des Q7 und der Leistung des Motors immer noch durchaus akzeptabel. Wer weniger verbrauchen will, muß persönlich Modell-downsize-n oder auf den Q6 mit seinem Elektroantrieb warten…

Durchblick in jeder Lebenslage

Bleibt noch, über das moderne Sicht- und Navisystem zu reden: Zunächst die nächtliche Fernsicht. Mit dem Abblendautomaten kann bei jedem Verkehr mit optimaler Sicht gefahren werden, der Q7 blendet bei offenem Fernlicht einfach den Gegenverkehr aus. Und siehe da, keinerlei Reaktionen des Gegenverkehrs signalisierten, daß das blaue Lämpchen an den Armaturen noch an war. Zuschaltbar war zudem noch die phänomenale Nachtsichtkamera, die auf dem Display zwischen Drehzahlmesser und Tacho stets weit vorausschauend Verkehr, Personen oder ggf. querendes Wild anzeigt. Daß dann noch ein Navisystem mit Google-onlineconnection hinzukommt, mit dem Google Earth auf den Schirm gespielt wird, erscheint nur auf den ersten Blick spielerisch; in Städten jedoch findet man sich mit dieser Ansicht wesentlich besser zurecht. Und erstaunlicherweise sieht man auch auf dem Bildschirm, wie sich zum Beispiel die Transportwege in einem Steinbruch auf die Sohle hinunterwinden. Das sollte sich jedoch nur der Beifahrer genau angucken.

Die inneren Werte

Die Inneneinrichtung des Q7 ist Audi-gemäß fein und gediegen, mit Leder sowie Holz-, Klavierlack- und Metall-Applikationen; elektrische Sitze mit Heizung und Lüftung vorne sind ebenso vorhanden wie eine Frontscheibenheizung (die Heckscheibenheizung ist ja – Ford sei’s gedankt – seit vielen Jahren fast überall serienmäßig), und die Außenspiegelheizung. Fehlt nur, ist aber sicher als Ausstattungsdetail dazu bestellbar, die Lenkradheizung, die bei kalten Laternengaragen-Nächten das Leder unter den Händen anwärmt. Wobei ein Blick auf die Ausstattungs- und Zubehör-Liste durchaus lohnenswert, allerdings auch sehr preistreibend ist. Was den Q7-Kunden jedoch wohl weniger stören wird.

spothits/Heiner Klempp

Technische Daten Audi Q7 SUV 3.0 TFSI quattro

Länge/Breite/Höhe 5.052 mm/1.968 mm/1.741 mm
Radstand 2.994 mm
Leergewicht 1.970 kg
Zuladung 770 kg
Kofferraum 890 – 2.075 l
Motor V6 TFSI mit 8-Gang-tiptronic-Getriebe, DSP, Stop-Start-System
Hubraum 2.995 ccm
Leistung 245 kW/333 PS bei 3.900 – 4.600 U/min
max. Drehmoment 440 Nm bei 2.900 – 5.300 U/min
Beschleunigung auf 100 km/h 6,1 Sekunden
Vmax 250 km/h (abgeregelt)
Verbrauch
EU-Normverbrauch im Mittel 7,7 l
Testverbrauch 9,6 l
Tankinhalt 85 l
Abgasnorm Euro 6
CO2 Ausstoß 189 g/km
Preis
Testwagen Basismodell 62.900 Euro
Testwagen mit Sonderausstattung ca. 101.500 Euro

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